TEST: Call of Duty Black Ops II – Nur ein weiteres Call of Duty?

Im Mai diesen Jahres kündigte Activision erneut einen Call of Duty-Ableger an. Dieses Mal handelt es sich um „Call of Duty: Black Ops II“ – eine Fortsetzung von Treyarch’s hauseigenem Titel also. Eine Überraschung ist es selbstverständlich nicht gewesen, wenn man den Trend der jährlichen Ankündigungen von Fortsetzungen nicht missachtet.

Schon war Activision den Behauptungen von Spielern ausgeliefert, mit den Aussagen, es gäbe heutzutage wenig Innovation in der Call of Duty-Serie. Die beiden letzten Modern Warfare-Teile scheinen das Argument zu bekräftigen. Nun wollen wir nicht weiter das Shooter-Genre kritisieren, schließlich geht es hier um ein Spiel, welches laut Treyarch tatsächlich einige Neuerungen bietet. Ein leeres Versprechen oder steckt da etwa doch ein Funken Wahrheit? So viel dürfen wir schon mal verraten: „Black Ops 2“ bietet tatsächlich überraschende Ergebnisse in der Story. Welche, lest ihr weiter in unserem Test zu „Call of Duty: Black Ops II“.

Im Jahr 2025

Treyarch macht mit „Black Ops II“ einen Sprung in die Zukunft, nämlich in das Jahr 2025. Einer Zeit, die durch und durch mit Technik vollgespickt ist. Ihr findet euch an der Seite von Kommandant Mason wieder, der ebenso wie sein Vater im Militär auf beiden Beinen steht. Doch nun gilt es Erlebnisse aus der Vergangenheit von dem wegen Beinverletzungen am Rollstuhl gefesselten Freund und Kollegen seines verstorbenen Vaters, Woods nachzugehen.
Durch Rückblendungen, Erinnerungen von Woods durchlebt ihr seine Erlebnisse in der Vergangenheit. Mason ist zudem am Tod seines Vaters interessiert, der während der Ereignisse in der Vergangenheit verstorben ist. Im Endeffekt läuft es auf Raul Menderez hinaus, der in der Handlung als Antiheld hervortritt. Als Staatsfeind plant Menderez einen Rachefeldzug gegen die gesamte Welt, was unglaubliche Ausmaße mit sich bringen könnte. Als Kommandant handelt ihr nach den Befehlen der Regierung und müsst versuchen, Menderez aufzuhalten. Leider ist es schwerer als gedacht, zumal der Bösewicht persönliches Interesse an Mason zeigt.

Soweit scheint die Story doch recht typisch zu sein, wäre da nicht die spannende Inszenierung. Fortlaufend gibt es Perspektiven-Wechsel zwischen den Charakteren. Ihr erlebt die Handlung nicht nur von der guten Seite, sondern auch mit den Augen von Raul Menderez persönlich und mit ihm die Geschehnisse, die bald zu seinem Motiv werden. Der Perspektiven-Wechsel kann an einigen Stellen so plötzlich sein, dass ihr selbst überrascht sein werdet, welche Konsequenzen auf eure Handlungen folgen werden. Denn die Story ist nicht mehr linear, sondern gewährt genügend Entscheidungsfreiheit. Ganze sechs Enden gibt es insgesamt, so dass Motivation zum Durchspielen bei dem ersten Durchlauf immer noch vorhanden ist. Nicht zuletzt verdanken wir es den stimmig inszenierten Geschichten. Diese ist übrigens vom Autor der „The Dark Night“-Saga geschrieben worden ist.

Taktische Ansätze und Zombiemodus in der deutschen Fassung

Die Geschichte ist in Missionen aufgeteilt. Vor jedem Level hat man die Möglichkeit, andere Waffen auszurüsten. Hinzu kommen Tarnung und unterschiedliche Gadgets. Der größte Unterschied zum Vorgänger, oder besser gesagt zu den anderen Call of Duty-Teilen ist die Abwechslung. So haben die Spieler die Möglichkeit, Wingsuits zu nutzen, Pferde zu reiten oder Autos zu fahren. Die Steuerung ist bei dem Letzteren doch eher hakelig geraten. Außerdem ist Ballern nicht immer angesagt, zumal sich Mason & Co. in einigen Missionen unentdeckt halten sollen. Mit Hilfe von futuristischen Tarnanzügen, die leicht an „Ghost Recon: Future Soldier“ erinnern, ist es aber mehr als leicht gemacht. Neu hinzu kommen taktische Missionen, die viel Arbeit abverlangen. Als Einsatzleiter beobachtet ihr diverse Geschehnisse aus der Luft, während ihr Einheiten und Drohnen kommandiert. Es müssen dabei Gebiete eingenommen, Gebäude beschützt oder Gegner infiltriert werden. Das Besondere dabei ist jedoch, dass ihr zu jeder Zeit die Kontrolle über jede Einheit bekommen könnt. In der normalen Schwierigkeitsstufe kann dies mehr als anstrengend sein, wenn plötzlich mehrere Gegner-Truppen aus allen Seiten angreifen. Leider bleiben diese Missionen optional und kommen somit nicht all zu oft zum Einsatz.

Da „Call of Duty: Black Ops II“ dieses Jahr ungeschnitten auf den deutschen Markt kommt, gibt es auch den berüchtigten Zombie-Modus zu bestaunen. Mit bis zu vier Spielern können diverse Überlebensmissionen auf der verrotteten Erde im Jahr 2025 vorgenommen werden. Ob online oder lokal, einige Mitspieler sind immer zu finden. Und das ist auch gut so, denn nur so kann das ganze Potenzial des Überlebenskampfes ausgeschöpft werden. Im Vordergrund stehen Punkte, die durch das Töten von Zombies / Feinden, Aufstellen von Barrikaden und Wiederbelebung von Mitspielern ergattert werden können. Diese lassen sich in neue Waffen investieren. Auf den Wänden sind öfters mal Zeichnungen von jeglichen Waffenarten zu finden. Durch eine gewisse Menge an Punkten können diese dann erworben werden. Dazu auch die Munition, falls die jeweilige Waffe schon im Besitz ist. Wessen Lebenszeichen schwindet, kann sich ein Aufputschmittel für die Punkte holen. Das Ziel kann je nach Modi unterschiedlich sein. Zum Einen schlichtes Überleben bzw. Ausschalten von Zombies, zum Anderen das Weiterkommen in der Mission, zum Beispiel auf einer Busfahrt.

IW-Engine: 60 FPS oder Detailreichtum ?

Wie die Vorgänger, basiert „Black Ops II“ ebenfalls auf der IW-Engine, die von den Spielern bereits seit Langem als veraltet gilt. Dies dachte sich offenbar auch Treyarch und poliert die komplette Engine mächtig auf. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wie gewohnt, laufen mit 60 FPS sehr flüssige und Ruckel freie Matches ab. Die Gesichtsstrukturen sind beeindruckend gestaltet worden, da die Mimik der Charakter sehr ansprechend in Szene gesetzt worden ist. Zudem gefallen uns die schönen Partikel-Effekte, die den Realismus noch besser zur Geltung bringen. Im Regen bzw. bei nassen Oberflächen wird die Optik um Einiges besser und verschleiert die teilweise schwammigen Texturen auf feinen Flächen. Bei den Schatten allerdings steht man wieder vor dem ungeliebten Kantenglättungs-Problem.

Soundtechnisch gibt es von unserer Seite zwar nichts zu bemängeln, aber die Synchronisation scheint oft asynchron mit Lippenbewegungen der Personen zu laufen. An einigen Stellen vermischt sich die Umgebung mit den Stimmen, so dass man kaum etwas verstehen kann. Ansonsten sind die deutschen Synchronstimmen passend und gewählt worden.

Multiplayer – Suchterregend oder eintönig ?

Doch nicht nur wegen der Story kaufen sich Millionen von Spielern den einen Call of Duty-Ableger nach dem anderen. Der wirkliche Grund ist selbstverständlich der Multiplayer. Wie gewohnt, gibt es zahlreiche Modi, wie beispielsweise das klassische Team-Deathmatch, Capture The Flag oder Domination. Damit es nicht allzu schnell langweilig wird, gibt es dazu noch einfallsreiche Party-Spiele. Ein Beispiel dafür ist unser Favorit, das Waffenspiel. Ihr fangt mit einer Pistole an und kriegt mit jedem Kill eine bessere Waffe. Sehr motivierend ist die permanente Abwechslung, welche mit jeder neuen Waffe hinzukommt. Für Neulinge gibt es eine kurze Einführung mit teils echten und teils KI gesteuerten Gegnern, um schnell auf den zehnten Level hochzusteigen und sich an das Gameplay zu gewöhnen.

Für jede Runde gibt es Erfahrungspunkte, die neue Waffenteile und Ausrüstung freischalten. Wer das maximale Level erreicht, kann sich im neuen Prestige-Mode erproben. Dieser gestaltet sich anders als zuvor, denn es müssen alle bisherigen Waffen erneut freigeschaltet werden, jedoch mit bereits vorhandenen Updates. Neu ist das 10-Punkte-System. Treyarch erlaubt es den Spielern, ihre individuellen Klassen zu bauen, jedoch mit Einbußen auf die Punkte, die sich je nach Stärke unterscheiden. Um zwei primäre Waffen zu tragen, bedarf es natürlich mehr Punkte, als zwei Sekundäre. Hinzu kommt ein ganz neues und praktisches Upload-Feature zu Youtube, welches euch erlaubt, selbst erstellte Videos und Streams direkt auf die Videoplattform zu laden und dort für alle zugänglich zu machen. Das fertige Video kann sogar bearbeitet und aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufgenommen werden. In diesem Punkt wurde auch der Call of Duty: Elite Service erweitert, der euch nun unter anderem auch Live Game Sessions gestattet.

Fazit

„Anfangs haben wir uns auf ein typisches Call of Duty eingestellt, dessen einziger Motiv, sinnlose Zerstörung in der Story ist. Zur unserer Überraschung, hat sich Treyarch aber diesmal wirklich viel Mühe gegeben, womit euch eine langweilige Kampagne erspart wird. Überraschende Wendungen und Perspektiven-Wechsel sind ein passendes Werkzeug, um Spieler mit Absicht zu verwirren. Auch der Multiplayer hat mit dem „10-Punkte“-System entscheidende Neuerungen erhalten. Einige Spieler mögen es zwar anfangs schwer zugeben, doch „Call of Duty: Black Ops II“ ist kein Einheitsbrei ala. „Modern Warfare 3“ mehr. Aus diesem Grund empfehlen wir den Titel für alle Interessenten und Käufern, die ebenfalls großen Wert auf die Story und nicht nur auf den Multiplayer legen.“

Geschrieben von Johannes Engel

Entwickler: Treyarch
Publisher: Activision
Release: erhältlich
Offizielle Homepage: www.callofduty.com

Kommentare zu “TEST: Call of Duty Black Ops II – Nur ein weiteres Call of Duty?

  1. starwarsforever sagt:

    Hm nach diesem Test habe ich eine neue Wunschliste

  2. Pink908 sagt:

    Naja ich versteh zwar nicht wie dieses spiel so ne gute note erhalten kann!
    Und suchterregender multiplayermodus? Klingt für mich eher negativ anstatt positiv

  3. alphahunter6 sagt:

    HAHAHA das spiel ist so wie jedes jahr einfach ein weiteres cod jedes jahr die gleiche grafik jedes jahr die gleichen bewegungen einzig neue waffen maps und story mehr nicht nicht kaufenswert

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