Vorschau: Beyond Two Souls – Nervenaufreibender Thriller der Extraklasse

Zwar herrscht derzeit eine absolute Flaute in der Videospiel-Landschaft, dafür darf man sich in den Monaten danach umso mehr auf echte Highlights freuen. Eines davon ist „Beyond: Two Souls“, das wir uns vor wenigen Tagen schon mal in einer Preview anschauen konnten.

Sony hatte die E3 Demo im Gepäck, die aus dem Tribeca Film Festival Trailer und zwei Level bestand, darunter das Somalia-Level und das Hunter-Level, das bereits in einem der ersten Trailer zu sehen war.

Das Somalia-Level diente mehr einer kleinen Einleitung in die Steuerung des Spiels, insbesondere der von Aiden. Jodie selbst ist hier noch Mitglied der CIA und hat den Auftrag jemanden zu töten. Auf eurem Weg zwischen den Lehmhäusern hindurch, begegnet euch zudem noch ein kleiner Junge, dessen Begegnung später ein dramatisches Ende nimmt.

Was uns bereits auf den ersten Metern auffiel war, dass die Kameraführung sehr hektisch ausfällt, fast zu vergleichen mit einer Action-Kamera, die einen ständig begleitet. Das fördert ein wenig die Spannung und Hektik in der Situation, sorgt aber auch schnell für Verwirrung, da man nicht immer alles optimal im Blick hatte. Insbesondere bei der Steuerung mit Aiden, der wie ein Geist in einem gewissen Umkreis um euch herum schweben kann, fällt dies auf. Möglicherweise wird dies aber noch bis zur finalen Version angepasst.

Aiden war jedoch auch unser nützlichster Helfer bei dieser Mission. Dessen Fähigkeiten bestehen darin, entweder Besitz von seinen Gegner zu ergreifen, Wände oder Gegenstände wegzustoßen, um damit für Ablenkung zu sorgen oder seine Gegner direkt zu erwürgen. Zudem ist Aiden immer darauf bedacht, Jodie zu beschützen, so dass es unmöglich ist, zu sterben. Geratet ihr in eine kritische Situation, baut Aiden ein Schutzschild um euch herum auf, der sogar Kugeln abfangen kann, bis ihr wieder in Sicherheit seid.

Bis zu diesem Punkt drängte sich für uns der Verdacht auf, dass „Beyond: Two Souls“ relativ stark durch-gescriptet ist. Neben dem linearen Spielverlauf, wird einem sehr viel vorgegeben, was als nächstes zu tun ist. Selbst wenn man mit Aiden einen bestimmten Gegner anvisiert, hat man keine freie Wahl, was ich jetzt mit ihm mache. Entweder muss ich Besitz von ihm ergreifen, ihn weg schubsen oder erwürgen. Man kann es sich nicht aussuchen in diesem Punkt. Auch einige Szenen in diesem Level liefen als Zwischensequenz ab, wo man doch lieber selbst tätig geworden und auch ein Versagen möglich wäre. So kommt man relativ sicher zu seinem Ziel, als ob es nur die Wahl gäbe zu gewinnen. Dieser Punkt wurde jedoch schon häufiger bei den Spielen von Quantic Dream angemerkt, dass es sich mehr um interaktive Filme handelt.

Film oder Spiel

Warum aber auch das gar nicht so verkehrt ist, zeigte man im zweiten Level, in dem man zur Gejagten wird. Ihr wacht in einem Zug auf, Aiden ist gelangweilt und ärgert die anderen Fahrgäste, in dem ihr denen die Zeitung aus der Hand schlagt, eine Wasserflasche umstoßt oder Koffer herunterfallen lässt. Das FBI ist bereits auf der Suche nach euch, eine simple Ausweiskontrolle zwingt euch sich dem FBI zu entziehen, das euch jedoch relativ schnell erkennt und eine nervenaufreibende Verfolgungsjagd im und auf dem Zug beginnt.

Mithilfe von Quicktime-Events habt ihr die Möglichkeit euch den FBI-Mannen zu entledigen und letztendlich mit einem rettenden Sprung aus dem Zug zu flüchten. Die Verfolgungsjagd führt weiter durch einen dichten Wald, wobei es hier am deutlichsten wurde, mit welcher fesselnden Nähe man dem Charakter verbunden ist. Es ist so, als würde man ihm direkt hinterherlaufen, nur wenige Schritte zurück. Diese Führung an einem roten Faden, macht es jedoch auch sehr leicht, sich in die spannende Handlung hinein zu verlieren und sich von nichts ablenken zu lassen.

Die Handlung verläuft zudem nach dem Prinzip, wie ihr im Spiel handelt oder eben nicht. Es gibt zwar keine offensichtlichen Entscheidungen wie in „Heavy Rain“, die diese direkt beeinflusst, eigene Fehler, wie zum Beispiel das Gefangen nehmen werden, kann eine Szene bereits frühzeitig beenden. So kann man zum Beispiel direkt im Zug in die Fänge des FBI geraten und kommt erst gar nicht zu der Szene im Wald oder danach an der Tankstelle. Letztendlich läuft es aber immer auf das Gleiche hinaus. Das verspricht schon jetzt einen hohen Wiederspielwert und neue Szenen, die es zu entdecken gibt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei „Beyond: Two Souls“ sind die Emotionen, die Quantic Dream Boss David Cage immer wieder hervorhebt. Und diese können auf ganzer Linie überzeugen! Es gibt derzeit wohl nichts Vergleichbares zu „Beyond: Two Souls“, was die Darstellung von Gesichtern, Gesichtszügen und Ausdrücken darin angeht, die kaum authentischer sein könnten. Eine absolute Meisterleitung , was gleichzeitig auch das grafische Level ganz weit oben ansetzt. Insbesondere der fotorealistische Look, den das Spiel aufweist, sorgt hier für offene Münder. Mehr davon bitte!

Spannend und Nervenaufreibend

“Mit „Beyond: Two Souls“ hat man bei Quantic Dream wieder einen guten Mittelweg zwischen Film und Spiel gefunden. Spannend, nervenaufreibend und unglaublich emotional, was so einen kompletten Kontrast zu den meisten Spielen der jüngsten Vergangenheit mit sich bringt. Insbesondere, dass man erneut so sehr mit dem Charakter verbunden ist und euch so alles hautnahe miterleben lässt, hebt “Beyond: Two Souls” aus der Masse heraus. Wir können den Release kaum noch abwarten!”

Einschätzung: Herausragend – Release: 09. Oktober 2013

amzcm