Aphelion: Wie Musik ein fremdes Planetengefühl erschafft – Ein Blick hinter den Soundtrack

Aphelion setzt auf einen ungewöhnlich intimen Soundtrack. Komponist Amine Bouhafa erklärt, wie Musik Emotion, Kälte und Gefahr verbindet.

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Mark Tomson
Als Inhaber und Managing Director von PlayFront.de prägt Mark Tomson die Vision einer unabhängigen Berichterstattung über die Welt von PlayStation. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen...

Aphelion von DON’T NOD erscheint 2026 für PlayStation 5 – und im neuen Video wird einmal mehr klar, welchen Stellenwert Atmosphäre im Spiel einnimmt. Mit der Vorstellung des Soundtracks rückt das Studio die Musik früh in den Fokus.

Das begleitende Video zeigt, dass Aphelion mehr sein will als ein klassisches Sci-Fi-Abenteuer. Im Zentrum steht die Geschichte zweier Astronauten, die nach einem Absturz auf einem fremden Planeten ums Überleben kämpfen – physisch wie emotional. Die Musik von Amine Bouhafa ist dabei keine einfache Begleitung, sondern ein tragendes Element der Erzählung.

Aphelion und die Herausforderung interaktiver Musik

Bouhafa kommt aus dem Film, doch für Aphelion musste er umdenken. Spiele funktionieren nicht linear und Musik darf nicht einfach „ablaufen“. Stattdessen arbeitet der Score mit modularen Elementen, sogenannten Stems, die sich dynamisch an Spielsituationen anpassen. Spannung, Ruhe oder Bedrohung – alles kann ineinander übergehen, ohne dass der Spieler es bewusst merkt.

Der emotionale Kern bleibt dabei immer Ariane und Thomas. Bouhafa hat für das Spiel früh ein Leitmotiv entwickelt, das ihre Beziehung trägt. Keine Hollywood-Überhöhung, sondern zurückhaltend, verletzlich und fast zerbrechlich. Genau passend zu einem Spiel, das von Verlust, Hoffnung und Nähe handelt.

Orgel, Eis und fremde Instrumente

Statt auf klassische Sci-Fi-Synthesizer setzt Aphelion auf ungewöhnliche Klangquellen. Auffällig ist das Cristal Baschet, ein seltenes Instrument aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Gespielt mit nassen Händen auf Glasstäben, erzeugt es fragile, kalte Klänge, die sich perfekt um Wind, Eis und Isolation winden.

Daneben steht die Pfeifenorgel als Gegenpol. Groß, sakral, aber auch leise und bedrohlich. Für Bouhafa symbolisiert sie den Planeten selbst, der als majestätisch und einladend bezeichnet wird, und im nächsten Moment tödlich ist.

Viele Spiele nutzen Musik als Hintergrund, Aphelion nutzt sie als Orientierung. Sie sagt dir, wie sich ein Ort anfühlt, bevor du ihn verstehst. Das ist ein klar gestalterischer und durchdachter Ansatz. Noch wissen wir nicht, wie stark sich der Soundtrack im fertigen Spiel tatsächlich verändert oder wie präsent er im Gameplay ist. Aber der Ansatz ist spannend.

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X8BL
10. Januar 2026 06:12

Das ist doch nicht neu? Eher Standard für die Art und Weise wie Score für Videogames funktioniert, oder? Ist mir glaub ich bei Gothic 3 vor 20 Jahren schon aufgefallen, wie smooth die Stimmungen ineinander überblenden.

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