Als Arc Raiders Ende 2021 mit einem spektakulären Trailer bei den Game Awards vorgestellt wurde, war die Begeisterung groß. Embark Studios versprach ein Koop-PvE-Abenteuer, in dem kleine menschliche Figuren über weite Landschaften sprinten, riesige Maschinen bekämpfen und emergente Momente erleben sollten – eine Art „Shadow of the Colossus trifft Left 4 Dead trifft PUBG“.
Ambitioniert, frisch, technisch beeindruckend. Doch die Wahrheit hinter den Kulissen sah anders aus. Dieses Spiel, das damals gezeigt wurde, existiert heute nicht mehr. Und das hat gute Gründe.
Warum Embarks ursprüngliche Vision zu selten funktionierte
Das ursprüngliche Arc Raiders – intern „Pioneer“ genannt – war ein klassischer Fall von „auf dem Papier genial, in der Praxis unberechenbar“. Embark verließ bewusst seine Komfortzone. Viele Entwickler kamen aus der militärischen Shooter-Welt von DICE und wollten etwas völlig anderes schaffen: eine Sci-Fi-Vision, getragen von KI-gesteuerten Maschinen, prozeduralen Tools und einem kooperativen Fokus. Das Problem war, als der Prototyp wuchs, zerfiel er gleichzeitig.
Der Kern der Schwierigkeit lag in der fehlenden Konsistenz. Die Entwickler berichten offen, dass es fantastische Momente gab, echte Wow-Situationen, wenn Spielergruppen sich zufällig am Ende einer Runde trafen, um einen gigantischen Roboter gemeinsam zu Fall zu bringen. Doch diese Erlebnisse traten zu selten auf. Die meisten Sessions bestanden aus kilometerlangem Herumlaufen ohne nennenswerte Interaktion. Spieler konnten stundenlang unterwegs sein, ohne auf ein Setpiece zu stoßen, das die eigentliche Faszination des Spiels ausmachen sollte.
Kurz gesagt: Arc Raiders bot emotional starke Highlights, aber keinen verlässlichen Spielablauf. Ein Live-Service-Titel kann so nicht funktionieren. Wer zehn Runden spielt und nur eine ist gut, bleibt nicht lange dabei.
Hinzu kam die Pandemie, die die Zusammenarbeit massiv erschwerte. Embark verließ sich auf schnelle Iterationen, ständiges gemeinsames Testen und spontanen Austausch, alles Dinge, die im Home-Office kollabierten. Die Resultate waren Milestones, die zunehmend unschärfer wurden, Gameplay-Systeme, die nicht mehr zusammenpassten, und ein Spiel, das seinen eigenen roten Faden verlor.
Der nächste Stolperstein war das Fehlen einer Progression. Die Closed Beta zeigte deutlich: Ohne Meta-Game, ohne Belohnungen, ohne langfristige Motivation verpufft selbst das beste Gefühl im Moment. Spieler hatten keine Gründe zurückzukehren, sie erlebten etwas Cooles und danach … nichts.
Der notwendige Reset: Vom PvE-Traum zum Extraction-Shooter
Die Entwickler standen so vor einer unangenehmen Wahrheit. Das Projekt war technisch beeindruckend, aber designseitig nicht tragfähig. Ein reines PvE-Spiel mit dieser Technologie war nicht stabil genug, nicht planbar, nicht wiederholbar. Und genau dort kam der radikale Schritt: der Pivot. Embark entschied sich, PvP-Elemente einzubauen, und letztlich führte das zum vollständigen „Reset“ – die Geburt des heutigen Extraction-Shooters, der Arc Raiders nun ist.
Dass Pioneer scheiterte, war kein Unfall, sondern die logische Konsequenz einer Vision, die ihre eigenen Versprechen nicht einhalten konnte. Doch anstatt das Projekt zu begraben, nutzte Embark die Technologie, die Welt und die Maschinen, um ein neues Spiel darum herumzubauen. Ein schmerzhafter, aber wichtiger Schritt, und vielleicht der Grund, warum Arc Raiders heute überhaupt noch existiert. Inzwischen überaus erfolgreich, wie jüngste Zahlen zeigen.




Hab nix zu tun mit shootern. Nachdem Destiny einen Qualvollen Tod gestorben ist hab ich irgendetwas anderes gesucht.
Durch Zufall von Arc Raiders gehört, Videos geguckt und gedacht…ach Scheiß drauf. Also hab ich mir das Teil gekauft. Das war vor drei Tagen.
Inzwischen lege ich feste Pausen ein um mal was zu essen und so.
Es hat mich voll erwischt. Dieses Game macht süchtig. Es gibt wie immer irgendwelche Ratten aber im großen und ganzen ist es der Hammer. Je besser ich werde desto mehr Spaß habe ich. Ich versuche Grundsätzlich freundlich zu sein aber wenn du an mein Zeug willst gibts Ärger. Jedem der sich überllegt das Game zu kaufen kann ich nur sagen:
Worauf wartest du! Lohnt sich.