Mit Assassin’s Creed Black Flag Resynced kehrt das karibische Abenteuer von Edward Kenway zurück. Doch das Remake ist weit mehr als nur eine optische Politur in modernem Gewand. Während das spielerische Fundament – die geliebten Seeschlachten, das Shanty-Singen und das raue Piratenleben – im Kern unangetastet bleibt, nutzt die Neuauflage die moderne Animus-Struktur für vollkommen neue spielerische und narrative Experimente.
Das Ergebnis ist eine faszinierende Mischung aus nostalgischer Substanz und frischen Endgame-Inhalten, die zumindest ein wenig vom alten „Black Flag“ in die Neuauflage bringen. Spannend ist vor allem, wie diese alten Reflexe im späteren Spielverlauf auf die Probe gestellt werden.
Animus-Rifts: Die neuen „What if“-Szenarien
Die größte spielerische und erzählerische Neuerung sind die vier sogenannten „Rifts“. Dabei handelt es sich um vier optionale, einzigartige Quests, die tief im Animus verankert sind und nach bestimmten Story-Sequenzen freigeschaltet werden.
Diese werfen einen vollkommen neuen Blick auf Edwards Reise und bieten alternative Zeitlinien und Story-Sequenzen:
- Wayward Souls (Groß-Inagua, 825,429): Schaltet sich nach Sequenz 4 frei und zeigt eine Realität, in der Edward sein Versprechen gegenüber Caroline hält.
- Wayward Desires (Nördlich von Nassau, 604,784): Nach Sequenz 8 (Blackbeards Tod) spielbar. Hier akzeptiert Blackbeard die Begnadigung des Königs, um über Nassau zu herrschen.
- Wayward Minds (Sacrifice Island, 14,559): Nach Sequenz 11 wird untersucht, was passiert wäre, wenn Mary Read den Assassinen-Orden verlassen hätte.
- True Purpose (Östlich von Misteriosa, 363,176): Nach dem Epilog wechseln Spieler komplett die Fronten und agieren als Templer.
Der geheime Bosskampf gegen EGO.EMOTION.AGENT
Dass „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ die Grenzen des alten Spiels sprengt, zeigt sich spätestens beim Erreichen des letzten Rifts. Dort wartet ein versteckter, spektakulärer Bosskampf gegen eine mysteriöse Entität namens EGO.EMOTION.AGENT.
Dieser Kampf ignoriert komplett das historische Piratenthema und verbindet die Gegenwartsebene direkt mit dem Action-Gameplay. Der Boss attackiert den Spieler nicht nur mit aggressiven Phasenwechseln, sondern betitelt die moderne Hauptfigur Ingrit via dynamischer Dialoge als bloßen „Nutzer“ im System.
Hier fordert das Spiel alles ein, was man über die klassischen Assassinen-Techniken gelernt hat – ein mechanisch hochkomplexer Brocken, den es im alten „Assassin’s Creed Black Flag“ so nie gab.
Vom alten „Assassin’s Creed Black Flag“ ist die Seele komplett übrig geblieben. Die Karibik fühlt sich an wie damals, sieht dank moderner Technik aber atemberaubend aus. Die echten Neuerungen stecken jedoch im Detail. Durch die Rifts und den geheimen Boss liefert das Remake knackigen, spielerischen Mehrwert und beweist, dass es eine würdige, mechanische Erweiterung des Klassikers ist.
Weitere Eindrücke zu „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ liefert euch unser aktuelles Review zum Spiel.
