Assassin’s Creed Odyssey – Eine Frau als Protagonistin hätte sich nicht verkauft

Das Entwicklerteam von Assassin’s Creed Odyssey wollte mit Kassandra ursprünglich wohl eine Frau als alleinige Protagonisten einsetzen, das Marketingteam bei Ubisoft entschied sich aber dagegen.

Wie ein aktueller Bericht von Bloomberg offenbart, ging man davon aus, dass sich eine weibliche Hauptdarstellerin nicht verkaufen würde. Nur deshalb habe man Alexios als spielbare Option hinzugefügt.

Die Diskussion darum entstammt aus der aktuellen Debatte um die hochrangigen Ubisoft-Mitarbeiter, die aufgrund von Fehlverhalten gegenüber Frauen erst kürzlich von ihren Aufgaben entbunden wurden. Hintergrund war eine frauenfeindliche Einstellung oder gar Übergriffe in den Studios, die sich nach dem aktuellen Bericht somit auch auf Entscheidungen für Spiele auswirkten.

Jason Schreier von Bloomberg schreibt hierzu:

„In den letzten Wochen habe ich mit mehr als 40 aktuellen und ehemaligen Ubisoft-Mitarbeitern über sexuelles Fehlverhalten und Missbrauchsvorwürfe gesprochen. Ihre Accounts machen eines klar: Ubisoft kennt diese Probleme seit Jahren.“

„Unter vielen Details, die ich bei der Berichterstattung über dieses Stück erfahren habe: Die Entwickler von Assassins Creed Odyssey wollten, dass Kassandra der einzige spielbare Lead ist, aber das Marketing-Team und der kreative Lead von Ubisoft, Serge Hascoët, ließen dies nicht zu. Frauen verkaufen sich nicht, sagten sie.“

Auch zuvor soll Hascoët die Entscheidung gefällt haben, Jacob Frye zum dominanten Protagonisten in Assassins Creed Syndicate zu machen. Ebenso drängte man in Assassins Creed Origins darauf, Bayak nicht sterben zu lassen, um so zu verhindern, dass Aya eine narrativ wichtigere Rolle einnimmt.