Assassin’s Creed: Ubisoft streicht weiteres Koop-Spiel – und trotzdem lebt Multiplayer weiter

Lukas Neumann
Als leidenschaftlicher Gamer und Analyst begleitet Lukas Neumann die Entwicklung der PlayStation-Ökosystems bei PlayFront.de. Sein journalistischer Fokus liegt auf der Aufbereitung komplexer Branchenthemen und dem Testen...

Ubisoft hat erneut die Reißleine gezogen. Neben sechs bereits bekannten Projektstreichungen wurde laut einem neuen Bericht auch ein kooperatives Assassin’s Creed-Spiel mit dem Codenamen League eingestellt. Entwickelt wurde es bei Ubisoft Annecy, ausgerechnet jenem Studio, das seit Jahren versucht, Multiplayer wieder sinnvoll in die Serie zu integrieren.

Die Informationen stammen vom französischen Medium Origami Media, das nach eigenen Angaben mit mehreren Ubisoft-Mitarbeitern gesprochen hat. Demnach war Assassin’s Creed League als Koop-Erlebnis für bis zu vier Assassinen konzipiert. Gespielt werden sollte auf einer Karte, die möglicherweise im gleichen feudalen Japan angesiedelt war wie Assassin’s Creed Shadows.

Vom DLC zum eigenständigen Projekt – und dann ins Aus

Ursprünglich war Assassin’s Creed League offenbar als DLC für Assassin’s Creed Shadows gedacht. Nach internen Problemen und gescheiterten Vorläuferprojekten zweifelte das Management jedoch, ob das Spiel in absehbarer Zeit die nötige Qualität erreichen würde. Alternativen wurden diskutiert, darunter die Integration in ein klassisches Assassin’s Creed oder ein eigenständiger Ableger mit reduziertem Umfang.

Man entschied sich für Letzteres. Interne Playtests, sogar mit Blick auf Einladungs-Sessions im Mai 2026, waren bereits geplant. Doch ein später Test mit Führungskräften von Ubisoft Vantage – der Tencent-gestützten Tochter mit Kontrolle über Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six – soll das Aus besiegelt haben. Inmitten massiver Umstrukturierungen scheinen die Anforderungen klar verschärft worden zu sein.

Assassin’s Creed Multiplayer: Totgesagt, aber nicht begraben

Ganz verloren ist die Arbeit an Assassin’s Creed League offenbar nicht. Rund zehn Entwickler sollen Teile der Technik in Ubisofts Anvil-Engine integrieren, um künftig kostengünstigere Koop-Modi für Assassin’s Creed zu ermöglichen. Ziel seien „hochgradig wiederspielbare“ Inhalte, ein klarer Hinweis darauf, dass Multiplayer intern weiter als Option gesehen wird, nur eben kontrollierter.

Assassin’s Creed League war nicht der erste Versuch. Zuvor scheiterte bereits ein Projekt namens Echoes, danach ein weiterer Multiplayer-Prototyp. Assassin’s Creed League wurde damit faktisch zum dritten Anlauf – und zum dritten Abbruch.

Parallel existiert mit Assassin’s Creed Invictus noch ein offiziell angekündigtes Multiplayer-Spiel. Gerüchte sprechen von einem Fall Guy-ähnlichen Ansatz, der selbst intern nicht unumstritten sein soll. Ob dieses Projekt die aktuelle Spar- und Qualitätsstrategie überlebt, ist offen.

Ubisofts Problem ist weniger fehlender Wille, sondern fehlende Linie. Assassin’s Creed schwankt seit Jahren zwischen Experiment und Rückzug. Koop kann funktionieren – Unity hat das gezeigt. Die Frage ist nur, ob Spieler echte Zusammenarbeit oder nur den nächsten Modus ohne Substanz wollen?

Was meint ihr: Braucht Assassin’s Creed überhaupt Multiplayer – oder sollte Ubisoft sich wieder voll auf starke Solo-Erlebnisse konzentrieren?

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