Avatar: Frontiers of Pandora – Der 3rd-Person-Mode zeigt, wie das Spiel von Anfang an gedacht war

Avatar: Frontiers of Pandora hat endlich den Third-Person-Modus bekommen, und sogar Ubisoft-Entwickler finden ihn besser. Warum er das Spiel spürbar verändert.

Mark Tomson
Als Inhaber und Managing Director von PlayFront.de prägt Mark Tomson die Vision einer unabhängigen Berichterstattung über die Welt von PlayStation. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen...

Manchmal braucht ein Spiel einfach die richtige Perspektive. Bei Avatar: Frontiers of Pandora ist das jetzt offiziell der Third-Person-Modus, den Massive Entertainment wenige Tage vor dem „From the Ashes“-Add-on nachgeliefert hat. Der Modus ist nicht nur ein nettes Extra, sondern eine längst überfällige Entscheidung.

Die Entwickler geben das offen zu. Laut Narrative Director Aoife O’Friel und Lead Designer Amandine Lauer gegenüber Polygon war der Wunsch der Community so massiv, dass man nach Release sofort mit der Arbeit begann. Das Problem: Für ein Spiel, das komplett auf First-Person-Immersion getrimmt ist, reicht ein Kamerawechsel nicht. Jede Animation, jede Bewegung, jedes Stealth-Element, praktisch das komplette Spieldesign musste neu gedacht werden.

Warum der Third-Person-Modus jetzt so gut funktioniert

Der Clou: Die Arbeiten für das „From the Ashes“-Addon liefen parallel. Dessen Protagonist So’lek ist ein völlig anderer Charakter als die eher unsicheren Sarentu aus dem Hauptspiel. Ein erfahrener Krieger, härter, fokussierter, und vor allem jemand, den man sehen muss, um ihn zu verstehen.

O’Friel beschreibt So’lek als Figur, die „ihr Trauma auf der Haut trägt“. Und genau da greift der neue Third-Person-Mode perfekt: seine Bewegungen, seine Haltung, die Art, wie er Gegner zerlegt. Die Entwickler nutzen die neue Perspektive, um diese Physis sichtbar zu machen. Brutale Finisher, kleine Reaktionen auf die Umgebung, selbst sein Schleichen wirkt anders als im Hauptspiel.

Das führte dazu, dass auch das Basisspiel gleich mit verbessert wurde. Die Sarentu bekamen eigene Animationen, die ihre Unsicherheit widerspiegeln sollen. Laut Lauer hat das Team über Dutzende Systeme hinweg an Feinheiten geschraubt, damit Third-Person nicht wie ein Fremdkörper wirkt.

Auch intern bevorzugt, trotz starkem First-Person-Fokus

Ironischerweise gilt nun im Studio: Viele wechseln freiwillig zu Third-Person, weil es sich natürlicher anfühlt, je nach Situation sogar besser. Die klare Sicht auf die Charaktere, die Kampflesbarkeit und das Feedback der Animationen machen einfach mehr her.

Dass ein Spiel so spät einen komplett neuen Modus bekommt und dabei glaubwürdig bleibt, ist selten. Aber hier passt es. Man fragt sich wirklich, ob Avatar: Frontiers of Pandora nicht von Anfang an darauf hätte setzen sollen.

Der Third-Person-Modus ist kein Bonus, er ist ein Upgrade. Einer, der Avatar: Frontiers of Pandora technisch, spielerisch und erzählerisch runder macht. Für das Add-on ist er ein Glücksfall, für das Hauptspiel fast schon eine Korrektur. Ubisoft Massive hätte diesen Schritt früher gehen können, aber gut, dass er jetzt da ist.

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