Seit der Ankündigung des The Witcher Remake brodelt die Gerüchteküche. Fans hoffen auf eine modernisierte Version des Spiels, das vor rund 20 Jahren die Welt von Andrzej Sapkowski erstmals auf Konsolen und PCs brachte.
Doch während das Original längst Kultstatus erreicht hat, gibt es aus Sicht der ursprünglichen Entwickler einen entscheidenden Kritikpunkt: das Ende.
Ein Ende, das nie so geplant war
Der ursprüngliche Story-Designer Artur Ganszyniec erklärte kürzlich im Podcast „Ep. 26 – The Witcher mit Designer-Kommentar: Epilogue“, dass das Spiel ursprünglich ein offenes Ende haben sollte. „Wir wollten, dass Geralt in eine Art Ruhephase geht, begleitet von einer folkartigen Erzählstimme“, berichtet Ganszyniec. Stattdessen entschied „The Board“, bzw. Michał Kiciński, dass das Spiel eine animierte Cutscene erhalten müsse.
Das Resultat: Ein CG-Ending, das die Bühne für The Witcher 2 bereitete und die politischen Intrigen in den Vordergrund stellte. Laut Ganszyniec wurden die ursprünglichen Autoren nicht informiert – das Ende wurde „einfach draufgesetzt“. Für ihn bleibt das eine verpasste Chance, Geralt in all seinen Facetten zu zeigen, bevor die politische Handlung des Nachfolgers übernimmt.
Warum das für das Remake relevant ist
Mit dem Remake könnte sich eine neue Gelegenheit ergeben, das ursprüngliche Konzept wieder aufzugreifen. Ganszyniec hofft, dass die Neuauflage den Fokus stärker auf Geralt als Charakter legt, statt nur auf die Setup-Mechanik für den zweiten Teil. Gerade für Spieler, die The Witcher damals verpasst haben, wäre ein offenes oder alternatives Ende ein interessanter Anreiz, die Geschichte erneut zu erleben – dieses Mal mit einem narrativen Freiraum, der das Spiel menschlicher macht.
Letztlich macht es aus logischer Sicht Sinn, ein Ende zu wählen, das den zweiten Teil vorbereitet. Dennoch zeigt das Beispiel, wie Entscheidungen hinter den Kulissen die erzählerische Freiheit beeinflussen können. Für das Remake heißt das: Die Entwickler haben jetzt die Chance, alte Entscheidungen zu überdenken und vielleicht das zu liefern, was Fans damals vermisst haben.
Zwischen Nostalgie und neuer Perspektive
Ob das Remake tatsächlich ein neues Ende bekommt, ist bislang unklar. The Witcher 3 lebt von Geralt, seinen Entscheidungen und der Welt, die ihn umgibt. Ein offeneres oder alternativeres Ende könnte das Spielerlebnis abrunden und die Charakterentwicklung stärker betonen. Ganszyniec zeigt sich optimistisch: „Ich hoffe, dass es wirklich ein gutes Spiel wird.“
Die Frage bleibt also: Will CD Projekt die Nostalgie respektieren oder das narrative Fundament für die Zukunft noch einmal neu denken? Für Fans könnte beides spannend sein, vorausgesetzt, die Balance zwischen Story und politischem Setup stimmt.
