Bend Studio: Live-Service-Spiel „Mirror Pond“ – neue Details geleakt

Ein Bericht zeigt frühe Animationen des eingestellten Bend-Studio-Live-Service-Spiels „Mirror Pond“. Neue Details zu Setting, Technik und Gründen der Streichung.

Niklas Bender
Niklas Bender ist Editor-in-Chief bei PlayFront.de und Spezialist für kritische Spieleanalysen und Meinungsformate. Seit 2023 prägt er die redaktionelle Kante des Magazins mit pointierten Kommentaren und...

Nach langer Funkstille rückt Bend Studio wieder in den Fokus, allerdings nicht mit einer Ankündigung, sondern mit Relikten eines gescheiterten Projekts. Wie ein aktueller Bericht zeigt, sind frühe Entwicklungsanimationen des gestrichenen Live-Service-Titels mit dem Arbeitstitel Mirror Pond aufgetaucht. Das Projekt wurde nach einer internen Umstrukturierung bei Sony eingestellt.

Die gezeigten Szenen stammen aus dem Showreel eines ehemaligen Bend-Studio-Animators, der mehrere Jahre an dem Spiel gearbeitet haben soll. Zu sehen sind Animationen für einen Third-Person-Shooter, der sich klar an modernen Militärszenarien orientiert. Dazu zählen Drohnen, am Unterarm montierte Gadgets mit Projektilfunktionen sowie Tests für stationäre Geschütze. Kein Hochglanz-Trailer, sondern klassisches Entwicklungs-Footage – technisch sauber, inhaltlich nüchtern.

Militär-Setting statt Überraschung

Überraschend ist das alles nicht. Bereits frühere Leaks deuteten darauf hin, dass Bend Studio mit Mirror Pond ein militärisch geprägtes Open-World-Live-Service-Spiel plante. Damals aufgetauchte Screenshots zeigten eine waffenlastige Benutzeroberfläche und mutmaßliche Hub-Bereiche. Die neuen Animationen passen nahtlos in dieses Bild, und bestätigen eher alte Annahmen, als dass sie neue Erkenntnisse liefern.

Interessant ist der Kontext: Laut Aussagen ehemaliger Mitarbeiter soll das Projekt nach rund drei Jahren Entwicklungszeit eingestellt worden sein, unter anderem wegen mangelnder Fortschritte. In Kombination mit Sonys strategischem Kurswechsel bei Live-Service-Titeln wirkt das weniger wie ein Einzelfall und mehr wie ein kalkulierter Schnitt. Live Service bleibt teuer, riskant – und nur bedingt verlässlich.

Technik, Umfang und große Pläne

Weitere Details stammen aus Lebensläufen früherer Entwickler. Demnach sollte Mirror Pond über mehr als 30 Gegnertypen verfügen, ergänzt durch ein modulares Waffensystem mit über 100 Waffenvarianten. Als Engine wird eine hauseigene Lösung genannt, sehr wahrscheinlich die Decima Engine – ein deutlicher Bruch mit Unreal Engine, die Bend zuletzt bei Days Gone nutzte.

Auch spielerisch klang das Projekt ambitioniert, inkl. mehrstufiger Progressionssysteme, Ruf- und Event-Belohnungen oder Fahrzeuge zur Welterkundung. Vieles davon kennt man aus anderen Live-Service-Titeln – neu wäre vor allem der Umfang gewesen, nicht zwingend die Idee.

Ein Studio mit Geschichte abgebrochener Projekte

Dass Bend Studio erneut ein Projekt verliert, ist kein Novum. Nach Days Gone wurden unter anderem ein Sequel, ein kolportiertes Uncharted-Projekt und nun Mirror Pond gestrichen. Der jüngste Days Gone-Remaster wirkt rückblickend weniger wie ein kreativer Neustart, sondern eher wie eine Überbrückung.

Berichten zufolge arbeitet Bend bereits an einem neuen Projekt. Ob dieses Mal den Markt erreicht, bleibt offen. Die Branche kennt das Spiel – und Bend Studio leider auch.

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Crydog
1 Monat zuvor

Days gone 2 danke …………………………………………………………………..

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