Bend Studio: Zwischen Spekulation, Absagen und einem ganz normalen Entwickleralltag

Bend Studio soll zahlreiche Projekte gestrichen haben – steckt das Team in der Krise oder ist das der ganz normale Wahnsinn der Spieleentwicklung?

Niklas Author 2026
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Niklas Bender
Editor-in-Chief bei PlayFront und Spezialist für kritische Analysen. Niklas Bender steht für eine klare redaktionelle Kante und furchtlosen Journalismus. Sein Fokus: die Dekonstruktion von PR‑Floskeln. Er...

Bend Studio – vielen bekannt als das Team hinter Days Gone – rutscht mal wieder in die Gerüchteküche. Diesmal dreht sich alles um gestrichene Projekte, mögliche Krisenstimmung und eine Zukunft, die angeblich auf der Kippe steht. Auslöser ist ein Artikel von Tech4Gamers, der auf ein mögliches internes Chaos schließen lässt, basierend auf dem LinkedIn-Profil eines Game Designers.

Dort steht, er habe seit 2019 an „mehreren gecancelten oder unangekündigten Projekten“ gearbeitet. Kombiniert mit der bekannten Absage des Live-Service-Titels Anfang des Jahres und zwei Entlassungswellen bei Bend Studio wirkt das erstmal besorgniserregend. Rund 30 % der Entwickler sollen gegangen sein – kein Pappenstiel. Aber, wer daraus eine handfeste Krise zimmert, macht es sich zu einfach.

Projektabsagen sind kein Drama, sondern Alltag

Die Spielebranche ist ein Haifischbecken. Ideen werden geboren, wieder verworfen, Teams umstrukturiert, Projekte sterben im Prototyp. Wer glaubt, dass Studios wie Bend in den vergangenen fünf Jahren nur an dem Live-Service-Spiel gearbeitet hat und alles andere glattlief, kennt die Branche nicht. Dass auf LinkedIn gecancelte Projekte erwähnt werden, ist fast schon ein Gütesiegel. Es zeigt, dass dort überhaupt etwas ausprobiert wurde.

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Tatsächlich hatte Bend Studio Anfang 2025 öffentlich bestätigt, dass man trotz der Absage des Live-Service-Spiels an einem neuen Titel arbeitet – Zitat: „Wir machen trotzdem coolen Scheiß für die PS5.“ Kurze Zeit später folgte das technisch sauber überarbeitete Remaster von Days Gone (unser Review), das mit neuen Modi sogar Fans überraschte. Wer hier den Abgesang anstimmt, ignoriert die realen Signale aus dem Studio.

Was wirklich offen bleibt

Ja, Entlassungen sind immer ein Alarmsignal, das man nicht wegwischen darf. Gerade wenn 30 % des Teams gehen müssen, hat das Auswirkungen auf Moral und Output. Ob das aber auf Managementfehler, strategische Neuausrichtung oder schlicht auf Sonys Live-Service-Pivot zurückzuführen ist, bleibt offen. Die Branchendynamik ist aktuell alles andere als stabil, auch bei größeren Studios.

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Was hingegen nicht offen ist. Die Aussage, dass Bend Studio tot oder orientierungslos sei, entbehrt jeder soliden Grundlage. Dass viele Projekte nie das Licht der Welt erblicken, ist nicht ungewöhnlich, auch bei Santa Monica, Guerrilla Games oder Naughty Dog. Nur redet dort keiner drüber.

Bend Studio steht nicht vor dem Abgrund, aber auch nicht auf Wolke sieben. Dass man intern Projekte verwirft, ist kein Grund zur Panik, sondern Teil eines kreativen Entwicklungsprozesses. Die Entlassungen sind hart, keine Frage. Aber wer jetzt schon das Totenglöckchen läutet, macht aus branchenüblichem Rauschen eine Krise, die so gar nicht belegt ist. Vielleicht sollten wir einfach mal abwarten, was Bend als Nächstes abliefert – statt schon wieder die Grabrede zu schreiben.

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1 Kommentar
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Crydog
14. Juli 2025 18:47

Meine fresse lasst sie doch days gone 2 machen wenn ND sowieso kein part3 macht,sorry für die Ausdruckweise.
Nervt einfach wie manche Entwickler bei sony Narren Freiheit haben und wirklich Talentierte Studios müssen schließen