Es gibt Spiele, die begleiten die Branche so lange, dass man kaum noch daran glaubt, jemals Hand an sie zu legen. Beyond Good & Evil 2 gehört definitiv in diese Kategorie. Nun sendet Ubisoft Montpellier ein weiteres Lebenszeichen. Eine neue Stellenausschreibung zeigt, dass an dem Projekt weiterhin gearbeitet wird, nicht irgendwie, sondern in einem Bereich, der tief im Produktionskern sitzt.
Ubisoft sucht Verstärkung – und verrät mehr als gedacht
Laut einer aktuellen Ausschreibung sucht Ubisoft einen Technical Sound Designer für Beyond Good & Evil 2. Das klingt zunächst nach Standard-Recruiting, sagt aber viel über den Stand des Spiels aus. Wer mitten in der Produktion eine zentrale Audio-Rolle besetzt, arbeitet nicht an Konzepten, sondern an Systemen, die später das gesamte Spielerlebnis tragen – Mixing-Pipelines, Wwise-Implementierungen, CPU-Management, Klanglandschaften für UI, Animationen, Fahrzeuge oder Weltraumumgebungen.
Damit bestätigt Ubisoft indirekt, dass das Team weiter an einem funktionsfähigen Build arbeitet. Das ist relevant, denn nicht viele Projekte halten nach über 15 Jahren Entwicklungszeit noch diese Art von kontinuierlicher, technischer Arbeit durch.
Zwischen Hoffnung, Personalwechseln und Rekord-Entwicklungszeit
Die Geschichte von Beyond Good & Evil 2 ist inzwischen fast so legendär wie die Vision selbst. Ein erstes Teaser-Lebenszeichen 2008, ein Comeback 2017, danach Jahre an kleinen Updates, und immer der Eindruck, dass Ubisoft das Spiel zwar nicht aufgibt, aber ständig neu sortieren muss. Gerade der Verlust von Creative Director Emile Morel im Jahr 2023 war ein schwerer Schlag.
Im Herbst 2024 übernahm schließlich Fawzi Mesmar die kreative Leitung. Seitdem wirkt die Kommunikation vorsichtig, aber konstant. Das Spiel existiert, es wird aktiv daran gearbeitet, und jetzt bestätigt die neue Stellenausschreibung genau das.
Realistisch betrachtet ist Beyond Good & Evil 2 weiterhin ein Mammutprojekt. Ein neuer Technical Sound Designer wird keine Wunder beschleunigen, aber die Rolle zeigt: Ubisoft steckt Ressourcen hinein, statt das Projekt still abzustellen. Die Beschreibung der offenen Welt, der Voyager-Engine und der kooperativen Weltraumreise wirkt noch immer ambitioniert, vielleicht sogar ambitionierter als manches aktuelle Ubisoft-Spiel.
Die große Frage bleibt: Kommt hier irgendwann ein modernes Space-Abenteuer heraus, oder ist das Spiel längst ein Symbol für das, was Produktionshöllen anrichten können?