Der geplante BioShock-Film lebt, und er soll offenbar nicht allein erscheinen. Laut Produzent Rory Lee planen Netflix und Take-Two Interactive, den Kinostart zeitlich mit dem nächsten Spiel der Reihe zu verknüpfen. Das Ziel sei eine gebündelte Aufmerksamkeit für die Marke und das Universum.
Regisseur ist weiterhin Francis Lawrence, bekannt unter anderem für The Hunger Games. Sobald dessen aktuelles Projekt abgeschlossen ist, soll er sich wieder voll dem BioShock-Film widmen. Produzent Lee erklärte, man warte im Grunde nur noch auf das Ende der Postproduktion eines anderen Films, bevor es weitergehe. Das klingt nach Fortschritt, aber die Geschichte des Projekts mahnt zur Vorsicht.
BioShock-Film: Ein Projekt mit langer Vorgeschichte
Die erste Verfilmung war bereits kurz nach Release des Originals von Universal Studios geplant. Damals sollten Gore Verbinski Regie führen und John Logan das Drehbuch schreiben. Ein Kinostart war um 2010 im Gespräch.
Das Projekt scheiterte – offiziell an Budgetfragen und kreativen Differenzen, insbesondere an der geplanten Altersfreigabe. Verbinski sprach später davon, dass die Produktion nur Wochen vor Drehbeginn gestoppt worden sei.
Der neue Anlauf wirkt pragmatischer. Das Budget wurde reduziert und der Fokus soll persönlicher ausfallen. Statt bombastischer Kulissen also möglicherweise mehr Charakterdrama. Ob das der Unterwasser-Dystopie von Rapture gerecht wird, ist offen. Die Welt von BioShock lebt von Atmosphäre, Architektur und gesellschaftlicher Eskalation, nicht nur von Dialogen.
Das neue BioShock-Spiel: Stabilisierung durch erfahrene Führung?
Parallel dazu arbeitet Cloud Chamber am nächsten BioShock. Das Projekt wurde 2019 offiziell bestätigt, soll intern jedoch mehrfach neu ausgerichtet worden sein.
2025 übernahm Rod Fergusson die Leitung des Studios. Er gilt als Sanierer komplexer Produktionen und war bereits vor dem Release von BioShock Infinite involviert. Laut Gerüchten peilt das neue Spiel einen Launch gegen Ende 2027 an. Zwei Jahre Feinschliff klingen solide, garantieren aber nichts. Große Reboots bergen immer das Risiko technischer Altlasten und konzeptioneller Brüche. Unbestätigte ältere Hinweise deuteten auf ein Setting in der Antarktis hin. Ob das noch gilt, ist unklar.
Synergie-Chance mit Stolperpotenzial
Die Idee, Film und Spiel zeitlich zu koppeln, ist strategisch nachvollziehbar. Crossmedia-Launches können Reichweite bündeln und Marketingkosten effizienter machen, wie mehrfach bewiesen wurde. Wenn beides qualitativ überzeugt, profitiert die Marke.
Das Risiko besteht darin, dass Verzögerungen auf einer Seite die andere mitreißen könnten. Zudem steht und fällt das Filmprojekt mit der Umsetzung, insbesondere nach mehreren Anläufen. 2027 oder 2028 könnten starke Jahre für BioShock werden. Sie könnten aber auch zeigen, wie schwer es ist, ein komplexes Spieleuniversum erfolgreich in zwei Medien gleichzeitig zu stemmen.
