Bloodborne-Remake? Bluepoint-Aus lässt Sonys größtes Fragezeichen noch größer werden

Die Schließung von Bluepoint Games befeuert erneut die Diskussion um ein Bloodborne-Remake. Warum Sonys Funkstille den Frust der Fans weiter verstärkt.

Niklas Author
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Niklas Bender
Niklas Bender ist Editor-in-Chief bei PlayFront.de und Spezialist für kritische Spieleanalysen und Meinungsformate. Seit 2023 prägt er die redaktionelle Kante des Magazins mit pointierten Kommentaren und...

Kaum ein PlayStation-Titel steht sinnbildlicher für verpasste Chancen als Bloodborne. Und mit der Schließung von Bluepoint Games hat Sony den Frust der Community nun ein weiteres Mal unfreiwillig neu entfacht.

Bluepoint galt jahrelang als das Studio, das genau für solche Projekte prädestiniert war. Mit dem Remake von Shadow of the Colossus bewies das Team Feingefühl für ikonische Vorlagen. Spätestens mit Demon’s Souls auf der PS5 war klar: Wenn jemand einem PlayStation-Klassiker technisch neues Leben einhauchen kann, dann dieses Studio.

Doch nun wird es geschlossen, ohne seit der Übernahme 2021 ein neues Spiel veröffentlicht zu haben. Für viele Fans fühlt sich das wie ein endgültiger Dämpfer an.

Hoffnungsschimmer – und jedes Mal Ernüchterung

Seit Jahren kursieren Gerüchte um ein Bloodborne-Remake oder zumindest ein PS5-Upgrade. Jedes größere PlayStation-Event bringt neue Spekulationen. Jedes Leak sorgt für kurzfristige Euphorie. Und jedes Mal folgt Stille.

Mit Bluepoint verband sich eine konkrete Hoffnung. Wenn Sony intern jemanden mit einem Remake beauftragen würde, dann doch dieses Team. Dass das Studio jetzt nicht mehr existiert, wirkt für viele wie ein weiterer Beweis, dass Bloodborne offensichtlich keine Priorität genießt.

Objektiv betrachtet wissen wir nicht, ob Bluepoint jemals an Bloodborne gearbeitet hat. Aber in der Wahrnehmung der Community schließt sich mit dem Studio auch ein mögliches Kapitel.

Cease-and-Desist sorgt für zusätzliche Spannung

Zusätzlich Öl ins Feuer goss ein bekannt gewordener Fall rund um ein Fan-Projekt. Ein Entwickler veröffentlichte ein Schreiben von Sonys Anwälten, das ihn aufforderte, sein Bloodborne-inspiriertes Projekt einzustellen.

Rein rechtlich ist das nachvollziehbar. Markeninhaber müssen ihre IP aktiv schützen, insbesondere wenn Name und Assets verwendet werden. Doch im Kontext der aktuellen Lage wirkt das Vorgehen auf viele Fans wie ein paradoxes Signal: Offiziell passiert nichts mit Bloodborne, gleichzeitig werden Fan-Initiativen unterbunden. Das verstärkt das Gefühl von Stillstand.

Der Kern des Frusts liegt weniger in der Schließung von Bluepoint selbst. Studios werden geschlossen, Projekte eingestellt, das gehört zur Realität eines börsennotierten Konzerns. Was Bloodborne jedoch besonders macht, ist die Diskrepanz zwischen Nachfrage und Kommunikation. Der Titel ist bis heute PS4-exklusiv, läuft mit 30 FPS und hat weder ein offizielles Upgrade noch einen PC-Port erhalten. Gleichzeitig werden andere PlayStation-Spiele in schneller Folge remastered, neu aufgelegt oder plattformübergreifend veröffentlicht. Für viele Fans wirkt Bloodborne dadurch wie ein absichtlich ignoriertes Prestige-Projekt.

Erwartungshaltung vs. Unternehmensstrategie

Aus Unternehmenssicht mag es Gründe geben: Ressourcenverteilung, strategischer Fokus oder interne Prioritäten. Vielleicht existieren Pläne, vielleicht auch nicht. Doch aus Spielersicht zählt nur das sichtbare Ergebnis, und das lautet seit Jahren: nichts.

Die Schließung von Bluepoint trifft daher einen empfindlichen Nerv. Nicht, weil sie ein Bloodborne-Remake offiziell beendet hätte. Sondern weil sie eine der letzten greifbaren Hoffnungen auf ein solches Projekt symbolisch mitnimmt.

Bloodborne ist nämlich längst mehr als nur ein weiterer PS4-Titel. Es ist für viele ein Meilenstein der Generation. Und je länger Sony schweigt, desto stärker verfestigt sich ein Narrativ: Dieses Spiel – trotz anhaltender Nachfrage – besitzt keine Priorität.

Das Bluepoint-Aus wirkt dabei wie ein Katalysator. Es verstärkt nicht nur Enttäuschung, sondern auch das Gefühl, dass eine Community über Jahre hinweg auf etwas wartet, das vielleicht nie kommt. Ob ein Remake tatsächlich existiert oder nicht, bleibt offen. Mit jeder verpassten Gelegenheit wächst jedoch der Druck. Und mit jeder neuen Enttäuschung wird der Ton in der Diskussion schärfer.

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Crydog
20. Februar 2026 16:01

Und wenn man überlegt das spiele wie last of us 1 einen remake bekommen haben oder part 2 ein remaster dann ist schon real satire für alle bloodborn Fans

Del tore
21. Februar 2026 16:17
Reply to  Crydog

Also ich bin zufrieden mit der original version mehr als 50std, und mal ehrlich 30fps merkt man als ehemaliger Ps3 Spieler eh nicht auch wenn ich 60Fps bei Shooter wichtiger ist, und nein Sony macht nicht alles richtig aber, ohne sie gäbe viele Spiele nicht daher verstehe ich den hate nicht. Microsoft ist viel schlimmer was mit Windows 11 angeht.