Der Kollaps von Bungie begann weit vor der Sony-Übernahme. Die Erzählung, dass der PlayStation-Konzern ein florierendes Studio durch Missmanagement in den Ruin getrieben hat, fällt angesichts aktueller Berichte in sich zusammen.
Ohne die 3,6 Milliarden Dollar schwere Not-Akquisition im Jahr 2022 würde der Entwickler heute nicht mehr existieren. Das Studio stand finanziell mit dem Rücken zur Wand.
Die Zahlen des Niedergangs
Die Bilanz des letzten Geschäftsjahres zeigt das Ausmaß des Schadens schwarz auf weiß. Sony musste eine Abschreibung auf Bungie-Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 765 Millionen Dollar vornehmen. Diese Summe setzt sich aus einer ersten Korrektur von 204 Millionen Dollar im zweiten Quartal und einem finalen Nachschlag von 561 Millionen Dollar im vierten Quartal zusammen.
Grund dafür ist das verfehlte Umsatzziel des hauseigenen Portfolios. „Destiny 2“ wurde nach jahrelangem Siechtum und dem finalen Content-Update eingestellt. Der Nachfolgetitel „Marathon“ startete am 5. März 2026 als Extraktions-Shooter und erreichte zum Release auf Steam einen Peak von lediglich knapp 78.000 gleichzeitigen Spielern.
Mittlerweile bewegen sich die täglichen Nutzerzahlen im 24-Stunden-Peak bei unter 16.000 Spielern. Zum Vergleich: Das sterbende „Destiny 2“ mobilisierte zum Abschied noch einmal über 167.000 Menschen gleichzeitig auf Valve-Plattformen.
Bungie was below the red line before the Sony acquisition. If it wasn’t acquired right then, the studio was very close to shutting its doors at the very least on Destiny. It was an emergency acquisition
— Liana Ruppert ➡️ GCX (@DirtyEffinHippy) June 12, 2026
Die Illusion der kreativen Unabhängigkeit
Das Studio war bereits vor dem Deal im Jahr 2022 chronisch unterfinanziert und operierte unterhalb der roten Linie. Ehemalige Angestellte wie die Ex-Community-Leitung Liana Ruppert bestätigen mittlerweile öffentlich, dass ohne die Übernahme das sofortige Aus für die Marke Destiny und die Schließung des gesamten Entwicklers gedroht hätten. Das Management verbrannte über Jahre hinweg Kapital in der Hoffnung, als unabhängiger Publisher zu agieren. Ein fataler Irrtum.
Sony fungierte als reiner Sanierer und pumpte dreistellige Millionenbeträge in die Entwicklung neuer Projekte, um die Handlungsfähigkeit zu sichern. Das Problem liegt in der mangelnden Credibility des Studios begründet, die zugesicherten Budgets in profitable Live-Service-Strukturen zu übersetzen. Die Quittung folgt nun auf den Finanzierungsblättern der Konzernmutter.
.Wer darauf hofft, dass ein vermeintlicher Befreiungsschlag in Form von „Destiny 3“ die Kohlen aus dem Feuer holt, ignoriert die Marktgegebenheiten. Bungie ist kein autarkes Studio mehr, sondern eine sanierungsbedürftige Abteilung, die mit „Marathon“ ums nackte Überleben kämpft.
Wer das Studio unterstützen will, muss das aktuelle Produkt konsumieren. Die sentimentale Hoffnung auf die Rückkehr alter Halo- oder Destiny-Glanzzeiten ist rational nicht mehr zu rechtfertigen. Die spannendere Frage bleibt, was hat Sony dazu gebracht, für den Laden 3,6 Milliarden auf den Tisch zu legen?

Stellt für mich auch eine Art von Missmanagement dar.
Na persönlich gröstenwahn von jmbo hat sony dazu gebracht das studio zu holen oder besser gesagt während der corona zeit haben die Unternehmen gedacht das der Wachstum unendlich weiter gehen wird leider ist es nicht so eingetreten jetzt hat man den salat. Für das geld hätte man 10 triple A spiele machen können mindestens