Chip-Krise 2.0? Warum PS6 und Xbox Next nicht sicher vor dem nächsten Hardware-Problem sind

Droht PS6 und Xbox Next eine neue Chipkrise? Warum Speicherknappheit durch KI-Rechenzentren Preise, Ausstattung und Verfügbarkeit der nächsten Konsolen beeinflussen könnte.

Mark Tomson
Als Inhaber und Managing Director von PlayFront.de prägt Mark Tomson die Vision einer unabhängigen Berichterstattung über die Welt von PlayStation. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen...

Die nächste Konsolengeneration von Sony und Microsoft gilt intern längst als gesetzt. Die PS6 und Xbox Next befinden sich in der aktiven Planung, und erste technische Leitplanken dürften längst definiert sein. Doch während sich der Blick vieler Spieler auf Leistung, Features und Release-Fenster richtet, zieht sich im Hintergrund ein Problem zusammen, das schon der aktuellen Generation massiv geschadet hat: die strukturelle Chip- und Speicherknappheit.

Aktuellen Berichten zufolge werden bis zu 70 Prozent der weltweit produzierten Speicherchips im Jahr 2026 von Rechenzentren und KI-Infrastruktur absorbiert. Die Folgen betreffen längst nicht mehr nur Server oder High-End-PCs, sondern breiten sich auf nahezu alle Bereiche der Elektronik aus, inklusive Spielekonsolen.

Warum Speicher zum Flaschenhals für PS6 und Xbox Next werden könnte

Moderne Konsolen sind ohne schnellen Speicher nicht denkbar. Arbeitsspeicher auf GDDR-Basis und interner Flash-Speicher sind zentrale Kostentreiber jeder Hardware-Generation. Genau hier verschärft sich die Lage und könnte zu enormen Verwerfungen führen.

Hersteller von DRAM- und NAND-Chips verlagern ihre Kapazitäten zunehmend in Richtung margenstarker KI- und Data-Center-Aufträge. Gleichzeitig wird die Produktion älterer Speichertechnologien zurückgefahren oder ganz eingestellt. Selbst Branchen wie Automotive oder TV-Hersteller berichten bereits von Engpässen und langfristig ausverkauften Fertigungsslots.

Für Sony und Microsoft bedeutet dies, dass nicht nur Preise steigen, auch Produktionsfenster werden knapper. Zwar sichern sich große Plattformbetreiber ihre Lieferketten üblicherweise Jahre im Voraus, doch selbst langfristige Verträge schützen nicht vollständig vor strukturellen Marktverschiebungen. Speicher wird zum strategischen Faktor, nicht mehr nur zur Kostenposition.

Noch keine Verschiebung, aber ein anderes Risiko

Trotz der angespannten Lage deutet aktuell nichts darauf hin, dass PS6 oder Xbox Next direkt verschoben werden, auch wenn Brancheninsider und immer mehr Stimmen insgeheim damit rechnen. Die PS6 könnte nicht vor 2028 starten, während man bei Microsoft derzeit kaum Prognosen wagt. Dafür sprechen die langen Vorlaufzeiten, feste Abnahmeverträge und die Marktmacht beider Hersteller. Das eigentliche Risiko liegt an anderer Stelle:

  • Höhere Einstiegspreise, um gestiegene Speicherkosten abzufedern
  • Konservativere Ausstattung, etwa kleinere SSDs oder weniger RAM zum Start
  • Begrenzte Verfügbarkeit in den ersten Monaten, ähnlich wie zu PS5-Zeiten
  • Spätere Hardware-Revisionen, um technische Ambitionen nachzuholen

Mit Blick auf ein mögliches Release-Fenster ab 2027 oder 2028 fällt auf, dass genau für diesen Zeitraum Marktbeobachter bereits heute eine nahezu ausverkaufte Produktionskapazität melden. Der Druck, früh zu finalisieren und Kosten zu kontrollieren, wächst – nicht die Bereitschaft zu warten.

Ein bekanntes Problem, aber unter neuen Vorzeichen

Während die Chipkrise der vergangenen Jahre vor allem pandemiebedingt war, handelt es sich dieses Mal um eine dauerhafte Umverteilung von Ressourcen zugunsten von KI-Infrastruktur. Analysten sprechen offen von einem strukturellen Wandel, der sich nicht kurzfristig entspannen wird.

Ob die PS6 und Xbox Next pünktlich kommen, ist derzeit nicht absehbar, vermutlich aber vorsichtiger kalkuliert, teurer oder mit klarer Trennung zwischen Basis-Startmodell und späterem Upgrade. Die nächste Konsolengeneration wird nicht an fehlender Innovation scheitern, sondern daran, wie viel Hardware sich wirtschaftlich noch rechtfertigen lässt.

Sollten Sony und Microsoft lieber auf Nummer sicher gehen und früher releasen, oder wäre euch ein späterer Start mit stärkerer Hardware lieber?

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