Der nächste traditionsreiche Entwickler fällt dem Rotstift zum Opfer: Codemasters – einst Synonym für herausragende Rennspiele – ist heute kaum mehr als eine ausgelaugte Abteilung in EAs wachsendem Friedhof gescheiterter Marken. Mit der überraschenden Beendigung der WRC-Partnerschaft und der Einstellung aller zukünftigen Rallye-Spiele steht fest: Codemasters ist nur noch ein Schatten seiner selbst.
Die Nachricht traf die Branche wie ein kalter Schauer. Nur einen Tag nach der Entlassung von bis zu 400 Mitarbeitern bei Electronic Arts gab der Konzern das Aus für die Rallye-Lizenz und damit auch für das Genre auf, das Codemasters über Jahrzehnte geprägt hat. Die britische Spieleschmiede, die mit der Colin McRae Rally-Serie einst Maßstäbe setzte, ist damit ihrer Seele beraubt. Von DiRT zu Staub in nur wenigen Jahren.
Vom Pionier zum Lückenfüller: Codemasters unter EA
Seit der Übernahme durch EA im Jahr 2021 für stolze 1,2 Milliarden Pfund hat Codemasters kaum noch Spuren hinterlassen. GRID Legends floppte, „EA Sports WRC“ blieb hinter den Erwartungen zurück, und seither dreht sich bei Codemasters alles nur noch um die jährliche Formel-1-Lizenz. Kreative Eigenständigkeit? Visionen? Innovation? Fehlanzeige.
Zynisch liest sich die offizielle Mitteilung auf der EA-Website: „Jede große Reise findet irgendwann ihr Ziel.“ Was wie eine sentimentale Verabschiedung klingt, ist in Wahrheit ein Abgesang auf ein Studio, das unter EA offenbar keine Zukunft mehr hat – zumindest keine jenseits der Formel-1-Konfektionsware.
Dass WRC gerade mal ein Jahr nach Release schon beerdigt wird, spricht Bände. Offenbar war der Titel kommerziell nicht erfolgreich genug, um in EAs neue Sparpolitik zu passen. In einer Zeit, in der EA ohnehin mit sinkenden Gewinnen bei „Apex Legends“, einer schwachen Resonanz auf „Dragon Age: The Veilguard“ und der fragwürdigen Umbenennung von FIFA zu „EA Sports FC“ kämpft, weil die Lizenz zu teuer war, wird nun gnadenlos gestrichen, was nicht auf direktem Weg Profit verspricht.
Kein Platz für Tradition: Wenn Profit über Qualität siegt
Für langjährige Fans und Veteranen der Rennspielszene ist das ein herber Verlust. Codemasters war einst der Goldstandard für authentisches, anspruchsvolles Fahrgefühl. Ihre Rallye-Spiele boten ein Maß an Tiefe und Realismus, das bis heute unerreicht bleibt. Doch solche Werte zählen bei EA längst nicht mehr – entscheidend ist allein das kurzfristige Umsatzpotenzial.
Wie es mit Codemasters weitergeht, ist unklar. Eine Rückkehr zu DiRT ist ausgeschlossen – ohne Lizenz, ohne Personal und ohne Rückhalt durch den Publisher. Bleibt die Formel 1 als letzter Strohhalm. „F1 25“ erscheint am 30. Mai, und man kann nur hoffen, dass es nicht das letzte Aufbäumen eines einst so stolzen Studios wird.
Die Spielebranche, ohnehin gebeutelt von massiven Entlassungswellen und zunehmender Monetarisierung, verliert mit Codemasters nicht nur ein Studio, sondern ein Stück Identität. Und EA beweist einmal mehr, dass selbst Legenden keinen Platz haben, wenn die Gewinnprognose nicht stimmt.

FC 25 ist doch auch der letzte Rotz. Das spielt man nur Mangels richtiger alternative. Und genau das ist das Ziel von EA diesem Saftladen.
Naja Realismus findet man bei Codemasters nicht wirklich. Es sind Arcade Games und keine Simulationen. Da gibt es auf dem Markt andere Spiele die um Welten besser sind als alles was Codemasters je rausgebracht hat.
Die F1 spiele unter Codemasters waren eine Zumutung. Richtig schlecht. EA macht da im Prinzip weiter. Die Hoffnung war da, dass es besser wird. Aber mehr Stillstand geht nicht… Schade.
Aber das heißt: logische Konsequenz die Abteilungen zu schließen!
Traurig wenn die grossen publisher sich nur noch auf ein franchise konzentrieren damit schaufelt man sich gleichzeitig ein eigens Grab aber hey die kreativen Köpfe fragt keine lieber BWL leute die wissen besser