Der Branchenveteran und frühere PlayStation-CEO Shawn Layden sieht das Ende des klassischen Konsolenkriegs durch einen gemeinsamen Hardware-Standard nach dem Vorbild von DVD und Blu-ray. Sony, Xbox und Nintendo sollen ihre geschlossenen Ökosysteme öffnen, um Gaming massentauglich zu machen.
Dieser Ansatz widerspricht jedoch der Idee, wodurch insbesondere exklusive Inhalte die Hardware erst verkaufen. Das hat die Playstation so erfolgreich gemacht und wohin sich die Industrie derzeit wieder bewegt – zum Mehr an Exklusivität.
Das DVD-Prinzip für Videospiele
Die Gaming-Branche blockiert sich durch exklusive Plattformen selbst und schränkt den Wettbewerb unnötig ein. Stattdessen sollte sich der Markt über die Inhalte definieren, nicht über die Hardware. Mehrere Hersteller könnten Geräte bauen, auf denen jedes Spiel läuft. Ein Konsortium muss her.
„Die Spieleindustrie muss irgendwann zu einer ähnlichen Art von Konsortium gelangen, in dem sich eine Gruppe von Herstellern auf einen Standard einigt“, so Layden gegenüber PSI.
Das Prinzip ist simpel. Damals hat es bei der DVD funktioniert, warum also nicht bei Konsolen? Der Vorteil liegt auf der Hand. Spieler müssten sich vor dem Ladenregal nicht mehr entscheiden. Eine Disc, ein Standard, volle Kompatibilität. Das erhöht die Reichweite deutlich. Gaming generiert weltweit rund 220 Milliarden US-Dollar Umsatz, hinkt beim kulturellen Einfluss aber hinterher.
„Was den Umsatz angeht, sind wir das Unternehmen mit der größten Wirkung in der Unterhaltungsbranche, aber unsere gesellschaftliche Wirkung ist am geringsten.“
Jeder kennt einen aktuellen Top-Film oder einen Hit-Song. Bei Spielen sieht das anders aus. Die Einstiegshürde ist schlicht zu hoch. Wer mitreden will, muss Hunderte Euro oder Dollar in eine spezifische Box stecken. Das schreckt Gelegenheitsspieler ab.
„Ich glaube, einer der einschränkenden Faktoren ist, dass man eine spezielle Hardware von einem von drei Herstellern kaufen muss.“
Cloud-Gaming ist keine Rettung
Die reine Cloud ist keine Alternative zur Hardware. Die Infrastruktur reicht dafür weltweit nicht aus. Selbst schnelle Leitungen garantieren kein fehlerfreies Streaming über GeForce Now oder PlayStation Plus Premium. Latenzen und Verbindungsabbrüche ruinieren den Spielspaß. Hardware bleibt Pflicht. Ein gemeinsamer Standard ist der einzig logische Mittelweg zwischen veralteten Ökosystemen und instabilem Cloud-Streaming.
Die Umsetzung bleibt dennoch ein Wunschtraum. Das weiß auch der Branchenveteran selbst.
„Theoretisch halte ich das für richtig. Praktisch gesehen wird das aber wohl nicht passieren.“
Sony, Microsoft und Nintendo leben von ihren eigenen Stores und der Hardware-Bindung. Sie verdienen an jeder verkauften Kopie auf ihrer Plattform mit. Diesen Goldesel gibt niemand freiwillig auf. Der wirtschaftliche Eigennutz wiegt schwerer als der gesellschaftliche Einfluss des Mediums.
Schöne Theorie, utopische Praxis
Der Vorschlag ist clever, scheitert aber an der Realität der Tech-Giganten. Ein Einheitsstandard würde Gaming demokratisieren und die Kosten für uns Spieler senken. Solange Sony und Nintendo mit ihren Exklusivtiteln Rekordgewinne einfahren, wird sich an der Dreiteilung des Marktes nichts ändern. Die Idee bleibt ein spannendes Gedankenspiel, mehr nicht.
Was haltet ihr von der Idee: Würdet ihr eine Konsole von einem Dritthersteller wie Panasonic oder LG kaufen, wenn darauf alle PlayStation- und Xbox-Spiele laufen würden?

Es muss ja nicht unbedingt einheitlich sein, sondern modular. Basis ist eine gemeinsame Entwicklung einer Station, wo jeder Gamer selbst entscheiden kann, welche Konsolenmodule er von welchem System erwirbt, sei es PlayStation, Xbox, Nintendo oder PC à la Steam Machine. Ebenso wäre über ein passendes Modul Retro möglich, um somit ältere Generationen wieder über ein neues Konzept wiederzubeleben. Beispielsweise: Ich möchte alte GBA-Spiele zocken, Modul erwerben, alte Card rein und zocken, oder habe Bock auf N64, gleiches Prinzip… Betrachtet man diese Art, ist es ein Win-Win für alle.