Das letzte Aufbäumen von PlayStation VR2? 5 neue Spiele am Start

PlayStation VR2 bekommt im November vier neue Spiele, doch reicht das, um Sonys VR-Plattform zu retten? Eine Meinung zwischen Hoffnung und Müdigkeit.

Niklas Bender
Niklas ist seit 2023 als Freelancer und Editor-in-Chief bei PlayFront.de aktiv. Er liebt die PS5, schreibt pointiert, bissig und mit klarer Meinung – egal ob zu...

Der November ist also da, und mit ihm ein Stapel neuer Titel für die PlayStation VR2. „Out on PS VR2 this month“ klingt nach einem Event, nach Aufbruch, nach Hoffnung. In Wahrheit fühlt es sich aber eher an wie das letzte große Aufbäumen eines Headsets, das Sony selbst längst wie ein ungeliebtes Stiefkind behandelt.

Klar, es gibt neue Spiele: VRacer Hoverbike, Audio Trip, Roboquest VR und Shadowgate VR: The Mines of Mythrok. Klingt auf dem Papier nach Vielfalt – vom futuristischen Racer bis zur Fantasy-Höhle. Aber wenn man ehrlich ist, wirken diese Ankündigungen eher wie das Buffet beim Dorffest: nett angerichtet, aber irgendwie alles vom Vortag.

VRacer Hoverbike – der Versuch, Geschwindigkeit zu fühlen

„Lehn dich in die Kurve!“, schreit VRacer Hoverbike, während du auf einem virtuellen Motorrad sitzt, das so futuristisch ist, dass es selbst Tron neidisch machen würde. Das Problem: Geschwindigkeit fühlt sich in VR oft an, als hätte man zu viel Zucker und zu wenig Mageninhalt. Immerhin, Motion Sickness scheint diesmal kein Thema mehr zu sein, aber das ist auch ungefähr so, als würde man ein Auto loben, das nicht explodiert.

Technisch beeindruckend? Sicher. Emotional? Eher wie ein „Okay, das ist ganz nett“ nach 20 Minuten.

Audio Trip – wenn Beat Saber zu viel Yoga gemacht hat

Audio Trip will der neue Fitness-Hit auf PS VR2 werden. Jede Bewegung, jeder Schlag ist choreografiert, handgemacht, perfekt abgestimmt auf den Beat, quasi Beat Saber, aber mit mehr Hüftschwung und weniger Schweiß. Das sieht gut aus, keine Frage. Doch wer glaubt, dass ein bisschen „Gangnam Style“ in HDR plötzlich die Verkaufszahlen des Headsets rettet, hat vermutlich auch gedacht, dass das Metaverse ein Ding wird.

Trotzdem: Es ist charmant. Und immerhin eines der wenigen Spiele, die zeigen, dass man mit VR mehr machen kann, als nur Dinge anzuschießen oder Goblins zu hauen.

Roboquest VR – endlich mal wieder ballern, aber bitte in bunt

Dann wäre da Roboquest VR, das große Action-Versprechen. Schnell, laut, voller Explosionen, so was wie Doom, nur weniger wütend und dafür mit einem Hang zu Neonfarben. Es ist das erste Spiel seit Langem, das wirklich so wirkt, als könnte es VR-Spieler wieder hinter die Linse ziehen. Hand-Reloads, Dual-Wielding, Eye-Tracking, alles da, was das Nerd-Herz begehrt.

Aber auch hier: Wir reden über einen Port. Und Ports retten keine Plattform. Sie verlängern nur das Leben künstlich, wie eine VR-Beatmung für eine Technologie, die zwischen „geil“ und „gleichgültig“ feststeckt.

Shadowgate VR – Nostalgie trifft Motion Controller

Ah, Shadowgate. Wer damals in den 90ern Point’n’Click gespielt hat, bekommt hier vielleicht feuchte Augen. Oder Kopfschmerzen, je nach Frame Rate. Die VR-Version ist solide, sieht gut aus, erzählt klassisch und nutzt die Technik – immerhin! Aber das Spiel hat auch etwas Tragisches. Es zeigt, wie sehr VR auf bekannte Namen angewiesen ist, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

Man könnte sagen, Shadowgate VR ist das Videospiel-Äquivalent eines Reunion-Konzerts: schön, nostalgisch, aber niemand glaubt, dass daraus ein Comeback wird.

Rager – Rhythmus trifft Faustkampf

Und dann ist da noch Rager, das neue „Highlight“ des Showcases, ein Rhythmusspiel, das keins sein will. Statt brav auf leuchtende Noten zu hauen, prügelt man sich hier zu Beats mit Robotern, als hätte jemand Beat Saber mit Metal Gear Rising gekreuzt. Klingt wild, und ist es vermutlich auch.

Zwölf Levels, drei Bosse, dunkle Elektrobeats, Haptik auf Anschlag, das Ganze schreit nach Adrenalin und nach dem Versuch, VR-Spieler nochmal wirklich aus dem Sitz zu holen. Ob das gelingt, steht auf einem anderen Blatt. Aber immerhin zeigt Rager, dass Entwickler noch experimentieren, während Sony selbst längst das Handtuch halb über den Controller geworfen hat.

PS VR2 lebt, aber nur noch auf leisen Füßen

Sony hat mit PlayStation VR2 Großes versprochen und Kleines geliefert. Während Meta mit der Quest 3 weiter die Massen abholt und Apple Vision Pro wenigstens mediale Aufmerksamkeit bekommt, wirkt die PS VR2 zunehmend wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Die Spiele sind liebevoll gemacht, technisch solide, aber sie wirken wie Nachrichten aus einem Bunker, den die Welt draußen längst vergessen hat.

Vielleicht ist das also kein letztes Aufbäumen, sondern einfach das leise Weiteratmen einer Plattform, die nie richtig angekommen ist. Schön, dass sie noch da ist, aber wenn Sony selbst kein echtes Interesse mehr zeigt, warum sollten wir es tun?

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paykoman84
1 Monat zuvor

Es könnte ja so einfach sein.

Battlefield 1942 als VR Remake
Killzone VR
und vor allem Kompatibilität zu den VR1 Spielen!

Ich hab einen riesigen Katalog an VR1 Games und bin echt angepisst das ich die nicht mehr zocken kann.

Interstellar91
1 Monat zuvor
Reply to  paykoman84

Dem kann ich nur zustimmen. Es wäre so genial und würde die Leute in Scharen die Software und die Brille kaufen lassen.

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