Hach, die Game Awards. Jedes Jahr das Gleiche: Geoff Keighley strahlt, die Welt klatscht, und ich saß vor dem Bildschirm und frage mich, wann eigentlich der Moment kam, an dem wir „Indie“ mit „Multimillionen-Dollar-Venture-Capital“ verwechselt haben.
Clair Obscur: Expedition 33 war der unbestrittene König des Abends – neun Trophäen! Ein historischer Triumph! Aber während die Sektkorken bei Sandfall Interactive knallten, riecht die Siegesfeier im Nachhinein ein bisschen nach Algorithmus und perfekt getimter PR-Maschinerie.
Ein JRPG aus Frankreich mit dem Budget eines Kleinstaats?
Erinnert ihr euch noch an meine Skepsis im Mai? Damals war ich der Party-Crasher, der fragte, ob man wirklich ein „Rebell“ ist, wenn man am prall gefüllten Buffet von Microsoft sitzt. Heute wissen wir: Sandfall ist so „Indie“ wie eine Luxusyacht mit Segelantrieb. Hinter den Kulissen von Clair Obscur: Expedition 33 zieht ein Geflecht aus asiatischen Tech-Giganten und ehemaligen McKinsey-Beratern die Strippen, das so komplex ist, dass man dafür eigentlich ein eigenes Skill-Tree-Diagramm im Spiel bräuchte.
Ein wirklich interessanter Artikel zu diesem „Fake Indie Game“ ist aktuell auf FandomPulse erschienen, der die Fassade ziemlich genüsslich bröckeln lässt. Dort hat man sich die Mühe gemacht, das Umbilikal-Kabel zwischen „kreativer Freiheit“ und globalem Investment mal so richtig freizulegen.
Es ist fast schon bewundernswert: Man nehme einen kreativen Kopf mit beeindruckendem Stammbaum, mische eine Prise französischer Staatsförderung darunter und garniere das Ganze mit dem Label „JRPG“, weil das bei den Fans einfach besser zündet als „durchkalkuliertes Marktprodukt“. Dass das Spiel fantastisch aussieht, bestreitet niemand, aber die Erzählung vom „kleinen Team, das es allen zeigt“, ist Marketing-Bullshit in seiner reinsten, destilliertesten Form.
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Wenn die KI den Pinsel hält, während wir applaudieren
Der eigentliche Clou kam aber erst nach der großen Show. Kaum war die Statue für „Best Art Direction“ im Koffer, sickerte durch, dass bei der künstlerischen Vision wohl öfter mal die Eingabetaste für generative KI gedrückt wurde. Producer Francois Meurisse wiegelt ab: „Nur ein bisschen KI“. Das ist ungefähr so, als würde man behaupten, man sei „nur ein bisschen schwanger“.
Es ist die ultimative Pointe: Während Branchengrößen wie Larian für das bloße Nachdenken über KI-Tools öffentlich geteert und gefedert werden, spaziert Clair Obscur: Expedition 33 mit neun Awards zur Tür hinaus. Wir haben einen Oscar für ein Gemälde vergeben, bei dem Photoshop teilweise die Striche gezogen hat.
Aber hey, wer bin ich, dass ich mich beschwere? Das Spiel hat uns schließlich alle so gekonnt eingewickelt, dass wir vor lauter „Passion“ und „Indie-Spirit“ gar nicht gemerkt haben, dass wir einer perfekt orchestrierten PR-Maschine huldigen. Das verdient ja auch irgendwie „Respekt“.
Zwischen Spielspaß und Fremdscham-Journalismus
Versteht mich nicht falsch: Ich will Clair Obscur: Expedition 33 den Erfolg nicht absprechen. Wer das Spiel spielt, merkt schnell, dass hier fähige Leute am Werk waren – es macht offensichtlich Spaß, es sieht zumindest anfangs wirklich gut aus und die Spieler lieben es zu Recht. Aber genau hier liegt der Hund begraben. Schon bei meinem ersten Blick auf das Projekt im Mai fühlte sich die Berichterstattung darüber … nun ja, seltsam an. Während das Spiel selbst lieferte, war das fast schon fanatische Schreiben einiger Kollegen fast peinlich zu lesen.
Da wird jede Pressemitteilung wie eine heilige Schrift behandelt und Sandfall zum Messias der Gaming-Welt hochstilisiert, ohne auch nur einmal die glänzende Fassade zu hinterfragen. Es ist dieser reflexive Jubeljournalismus, der mich schmunzeln lässt: Wir feiern die „Rettung des Gamings“ durch ein Studio, das am Ende des Tages einfach nur verdammt gute PR-Berater und einen sehr tiefen finanziellen Geldbeutel hatte. Man kann ein Spiel lieben, ohne vor dem Publisher auf die Knie zu fallen, eigentlich sollte das unser Job sein.
Der doppelte Boden als neues Geschäftsmodell
Am Ende des Tages ist Clair Obscur: Expedition 33 vielleicht genau das Spiel, das wir 2025 verdienen. Es ist ein Hybrid aus echtem Talent, cleverem Outsourcing und einem Finanzierungsmodell, das so intransparent ist wie ein nebliger Pariser Morgen. Es ist kein Heilsversprechen für die Branche, sondern eine Lektion in moderner Kriegsführung am Markt: Wer am lautesten „Unabhängigkeit“ schreit, hat meistens die besten Berater im Rücken.
Ich ziehe den Hut vor Sandfall und Kepler Interactive. Nicht nur für das Spiel, sondern für die Show. Ihr habt uns alle bespielt, auf und abseits des Bildschirms.
Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind die persönliche Meinung des Autors. Sie müssen nicht jedermanns Sichtweise entsprechen – und sollen zum Diskutieren anregen.


Weiß ja nicht, was anfing als ein bissiger Beitrag driftet schnell in so ein Aluhut Richtung ab. Zur Staatsförderung, das machen große wie kleine Firmen. Warum auch nicht, zeigt aber auch das man vielleicht zu einem gewissen Zeitpunkt der Entwicklung nicht so tiefe Taschen hatte. Ich glaube auch nicht das man sein neues Studio mit 200 Mitarbeitern gründet das wächst und mit der Zeit kann man auch mehr Geldgeber überzeugen. Für mich heißt Indie halt nicht, dass der nerdige IT Typ und sein Kumpel in der Studenten Wohnung auf dem Boden ohne Möbel ein Pixel Meisterwerk entwickeln. Ich bin mit Final Fantasy Spielen aufgewachsen und kann die Intention des Studiogründers verstehen, den square enix hat leider die letzten 24 Jahre nichts mehr aus die Kette bekommen. Alles nach final Fantasy 10 war entweder spielerisch schwach oder storymäßig eher mau. Ich finde auch das Expedition 33 den Hype nicht gerecht wird und auch nicht best RPG verdient hat, das hat aber fast keine jrpg verdient, erst Recht nicht wenn ein Spiel wie kcd2 nominiert ist.
Zum Thema KI kann ich nur sagen, das es kein Spiel mehr gibt bei dem KI keinen Einfluss hatte. Sei es der copilot der den Verwaltungsmitarbeitern bei alltäglichen Aufgaben hilft, die Recherche der Kreativen zur Inspiration unterstützt oder den programmierern und Testern hilft. Das ist in unserer Lebenswelt jetzt angekommen und wird auch erstmal nicht verschwinden. Die Preisvergabe als solche kann ich dennoch nicht ganz nachvollziehen.
Das Ergebnis zählt und nicht der weg dahin wir können jetzt moral Apostel spielen. Firmen wie ubisoft haben das an Personal,tencent haben sie auch im Rücken und K.I nutzen sie alle selbst sony macht es wahrscheinlich. Und trotzdem kommt ein yotai oder an ac shadows nicht an obscure 33 ran. Die Kunst besteht nicht was neus zu erfinden sondern das was vorhanden ist in einen richtigen Kontext zu setzten um etwas neues zu kreieren was vorher nicht so gab. Ich frage mich sowieso warum misst man den game award soviel ein es ist doch nur ein werbeveranstaltung mit paar preisen. Anstatt die fehler bei obscure 33 zu suchen könnte man sich dort selber hinterfragen ob das eigene Konzept oder Vision richtig sind. Z.b ist es doch bezeichnet das ausgerechnet ex ubisoft leute sich erst selbständig machen mussten um eine Visionen zu umzusetzen weil das bei ubisoft nicht möglich war. Sqaure könnte sich genauso fragen warum man kein rundenbasirtes kampfsystem mehr macht nachden man jahrelang den Pöbel eingetrichtet hat das heute sowas keiner mehr haben möchte. Ich finde das kampfsystem in 33 besser als in ff16 und ich bin ein dmc Fan. Und sony auch nachdem man in der ps4 gen ein Meisterwerk und Innovation nach den anderen rausgebracht hat und mal Flexibilität war was gernes angeht gibt es nur noch third Person rpg world action adventure mit rpg und woken Elementen. Und dafür will man ein award haben? Sorry
Es soll nicht heissen das die spiele nicht gut sie sind halt nichts besonderes
Für mich zählt auch in erster Linie das Endergebnis. KI ist hier und sofern KI nicht von der gesamten Gesellschaft boykottiert und abgeschafft wird, was eh unmöglich ist, so wird KI auch von jedem genutzt. Es wird privat genutzt, in der Arbeit und eben auch Entwickler helfen sich damit. wie gesagt wenn das Endergebnis top ist – wen juckts.
war bei Palworld so… anfangs die paar Stimmen die aufgeschreit haben weil die Monster mit KI kreiert wurden… wen juckts, dass ist ein so viel besseres Spiel als Pokemon; als uns von der Pokemon Company bzw Gamefreak/Nintendo mit billigsten Spielen das Gel aus der Tasche gezogen wird.
bei Anno 117 hab ich nichts gemerkt von KI Artworks und mir sogar bei den Ladebildschirmen gedacht „schöne Artworks“. Das dieses Game dann auch Review bombed wurde tat mir richtig für das Mainzer Studio leid, Anno 117 ist ein fantastisches Spiel.
bei Clair Obscur dasselbe, mich hat seit Witcher 3 kein Spiel mehr mitgerissen von der tiefgründigen starken Story. Das ist einfach ein tolles Spiel. Jetzt muss das auch wieder mit einer künstlich aufgebauten „KI Schlammschlacht“ beschmutzt werden.
jedes Studio nutzt mittlerweile sicherlich KI in irgendeiner weise. Und oftmals ist es eben eine gute Sache, hab schon öfter kleine Indie Projekte gesehen die zb Untertitel anderer Sprachen mit KI machen, weil sie es sonst nur in ihrer Sprache anbieten könnten (viele russische kleine Horror Games zb).
Dass dieses maximal solide bis ordentliche Rollenspiel in 2025 den Titel für
das Game of the Year
UND
das beste Rollenspiel des Jahres
erhalten hat, steht sinnbildlich dafür, wohin wir in den vergangenen Jahren durch Indoktrination durch die herrschenden Medien gekommen sind & ist außerdem der übelste Bitch-Slap für die traditionelle Gaming Community seit Will Smith Chris Rock von der Bühne geputzt hat.
Lächerlich.
Vor allem, wenn gleichzeitig Kingdom Come antritt…
Genau darum geht’s & noch viel mehr gibt’s zu sagen,
doch wir wollen die emotional investierte Fanbase, die sich teils wie aufgescheuchte Groupies bei veräußerter Kritik verhalten, kurz vor dem Fest der Liebe nicht kränken,
man könnte meinen, für sie würde eine ganze Welt zusammen brechen.
Ach wenn du jetzt auch noch mit Argumenten kommen würdest, anstatt uns zu zeigen wie kindisch sauer du bist, ja das wäre ein Traum
Aus welchem Grund?
Um emotional investierten Leuten wie dir ne Steilvorlage zur Diskussion zu liefern, die ohnehin zu nichts führt? Freundchen, es gibt Dinge, die werden nicht diskutiert, sie werden einfach benannt.
Das is mir alles, auf gut Deutsch, scheißegal.
Ich renne niemandem hinterher, erstrecht keiner such selbst am nächsten Industrie.
Awards kümmern mich nicht.
Wenn ein gutes Produkt abgeliefert wird, kauf ich es evtl, sofern der Preis stimmt.
Alles andere is mir egal.
Hab das Spiel angefangen. Fand es so lala. Hab bis jetzt nicht weitergespielt.
Vll mal irgendwann…
Mich stört iwie auch… Die Figuren scheinen iwie zu große Köpfe zu haben… vll bilde ich mir das auch nur ein…
Das Kampfsystem is auch so seltsam… unnötig kompliziert.
Das du das Kampfsystem „unnötig kompliziert“ findest sagt mehr über dich aus als über das Spiel und das nicht im guten Sinn