Bungie und Star Wars haben sich in Destiny 2 – Renegades zusammengetant. Zwei Universen mit eigener Mythologie, eigenem Tonfall, eigenen Fan-Armeen, und beide extrem empfindlich, wenn man an ihren Fundamenten rüttelt.
Beide Studios ziehen an einem Strang und versuchen, etwas zu bauen, das nicht wie ein Crossover wirkt, sondern wie eine natürliche Erweiterung des Destiny-Kosmos. Genau das macht dieses Projekt interessant, das Spieler ab sofort erleben können.
Die zentrale Vorgabe laut Bungie: „Authentisch Destiny, aber sofort als Star Wars lesbar.“ Kein Nebenquest, kein Event, sondern eine Fortsetzung der laufenden Saga, zwei Monate nach Edge of Fate. Die Welt ist im Wandel, die Prophezeiung des Untergangs wurde unter Verschluss gestellt und der Drifter bittet uns, einmal mehr gegen die Regeln der Vanguard zu verstoßen. Klassischer Drifter-Move.
Renegades will Star Wars-Stil, ohne Destiny zu verbiegen
Was anfangs wie ein unmögliches Briefing klingt, wurde zum Leitstern. Star Wars-Ästhetik ohne Fremdkörpergefühl. Die Lösung war nicht, Destiny schlicht in Imperiums-Grau zu pinseln, sondern auf Gemeinsamkeiten zu setzen. Rebellenfantasie. Gesetzlose. Schmuggler. Dreckige Jobs am Rand der Welten. Destiny hatte das immer im Kern, nur nie im Fokus.
Renegades nutzt das und geht einen Schritt weiter:
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Dass Bungie sich getraut hat, Vex in Trenchcoats Karten spielen zu lassen, zeigt ziemlich gut, wie locker der kreative Raum plötzlich wurde.
Prax Blade, Blaster-System und Soundtrack
Das Prax Blade ist das offensichtlichste Ergebnis des Spagats zwischen beiden Welten. Kein Lichtschwert, aber ein Schwert, das klar in diese Richtung schielt, mit reflektierten Schüssen, einem Wurf-Angriff und eigenem Energiekreislauf. Auch die neuen Blaster folgen diesem Prinzip. Destiny-Gunplay, aber ergänzt durch Hitze-Mechaniken und Timing-Fenster, die an ikonische Blaster-Fights erinnern.
Beim Soundtrack hört man sofort, wie ernst das Team diese Fusion nimmt. Orchestrale Destiny-Motive, aber mit klarer Inspiration aus John Williams’ Harmonik. Wichtig: nie als Kopie, sondern als neue Zwischenwelt. Genau das funktioniert erstaunlich gut.
Neue Figuren, alte Konflikte
Renegades baut nicht nur Neues ein, sondern holt auch alte Konflikte an die Oberfläche. Der Drifter bleibt der moralische Querulant. Aerys und Anor spiegeln den Kampf zwischen alten Regeln und einer Welt, die längst nicht mehr klar zwischen Licht und Dunkel trennt. Bale wirkt wie die Art Villain, die Destiny lange gefehlt hat: jemand mit nachvollziehbarem Punkt, aber katastrophalen Entscheidungen. Ein Stück Star-Wars-Tragik, nur eben im Destiny-Rahmen.
Was bislang zu sehen war, wirkt nicht wie Fanservice und auch nicht wie eine Marketing-Nummer. Renegades fühlt sich wie ein mutiger Versuch an, Destiny auszubauen, ohne es weichzuspülen, und Star Wars nicht wie ein Kostüm zu benutzen.
Ob das am Ende wirklich zusammenhält, müssen Gameplay und Missionsdesign zeigen. Aber der kreative Mut ist da. Und Bungie wirkt nach langer Zeit wieder hungrig. Das ist vielleicht die beste Nachricht an diesem Projekt.


Ich freue mich schon, sieht gut aus wobei ich mit Star Wars nichts anfangen kann.