Bungie-Entwickler haben über Jahre hinweg intern eine Dating-Simulation im Destiny-Universum vorbereitet, wurden von der Chefetage jedoch konsequent blockiert. Das Führungsteam lehnte das Projekt mit der Begründung ab, dass die Spielerschaft keinerlei Interesse an Romantik oder albernen Inhalten habe.
Ehemalige Angestellte machten diese Fehlschläge jetzt öffentlich, wie IGN berichtet. Demnach existierte sogar bereits ein spielbarer Prototyp.
Die verbotene Romanze im Turm
Die Idee entstand ursprünglich während eines internen Game-Jams, dem sogenannten „Carnival“-Event bei Bungie. Dort durften die Teams eine Woche lang vollkommen freie Konzepte testen. Aus Spaß wurde Ernst. Ein kleiner Kern aus Autoren – einige davon mit expliziter Erfahrung im Bereich von Romance-Games – baute das Konzept danach jährlich zu einem vollwertigen Projekt-Pitch aus. Inklusive Business-Plan, Kostenaufstellung und messbaren Rendite-Erwartungen. Inspiriert war das Ganze vom Indie-Erfolg „Dream Daddy“.
Das Management blieb dennoch stur. Gerade schräge Crossover und humorvolle Nebenschauplätze funktionieren in langlebigen Communitys hervorragend, wenn das Hauptspiel stagniert. Stattdessen herrschte in der Führungsetage die strikte Ansicht, Destiny müsse durchgehend todernst bleiben.
Das Timing bricht dem Studio das Genick
Die Enthüllung kommt zur Unzeit. Bungie hat den Live-Support für Destiny 2 mit dem finalen Update am 9. Juni offiziell beendet, während sich hinter den Kulissen bereits massive Entlassungswellen andeuten. Ein solches Spin-off hätte der frustrierten Community zeigen können, dass die Entwickler den Humor ihrer Fans teilen.
Natürlich birgt so ein Experiment Risiken. Kritiker hätten dem Studio sofort vorgeworfen, Ressourcen zu verschwenden, während die Kerninhalte schwächeln. Das sieht man aktuell am Umgang mit dem neuen Shooter „Marathon“. Doch die totale Blockadehaltung der Führungsebene zeigt vor allem eins: Distanz zur eigenen Community.
Die Vorstellung, Commander Zavala, die Kaiserin Caiatl oder gar den Zeugen zu daten, hat absurden Charme. Dass das Projekt existierte, beweist die Kreativität der verbliebenen Entwickler. Dass es scheiterte, unterstreicht die verkrusteten Strukturen im Management. Das Ding ist tot. Schade drum.
