Die Rückkehr der linearen Story-Games: Warum weniger manchmal mehr ist

Niklas Bender
Niklas ist seit 2023 als Freelancer und Editor-in-Chief bei PlayFront.de aktiv. Er liebt die PS5, schreibt pointiert, bissig und mit klarer Meinung – egal ob zu...

Was haben Clair Obscur: Expedition 33, Alan Wake 2 und bald „Mafia: The Old Country“ gemeinsam? Richtig – sie zeigen dem Zwang zur Open World die kalte Schulter. Und siehe da: Spieler danken es ihnen. Satte 64 % der PS5-Gamer gaben in einer Umfrage an, froh darüber zu sein, dass das neue Mafia keine Open World ist. Das ist bemerkenswert in einer Branche, die sich jahrelang nicht zwischen Content-Flut und Feature-Overkill bremsen konnte.

Warum weniger Spielwelt mehr Spieler überzeugt

Entwickler Hangar 13 hat das erkannt und zieht mit „Mafia: The Old Country“ Konsequenzen: ein straffes, lineares Abenteuer statt einer generischen Sammelobjekt-Orgie in einer halbleeren Sandbox. Und das auch noch zu einem vernünftigen Preis von 49,99 Euro – ein echter Kontrast zu den bald üblichen 79,99 Euro für AAA-Titel. In Zeiten, in denen Spiele durch Produktionszeiten von fünf bis sieben Jahren aufgeblasen werden, ist das eine wohltuende Ausnahme.

Dabei war die Mafia-Serie nie ein Paradebeispiel für gute Open-World-Designs. Mafia 3? Repetitiv bis zur Schmerzgrenze. Die früheren Teile? Eher „Fauxpen Worlds“ – große, aber leere Kulissen, die sich mehr nach Filmset als nach lebendiger Spielwelt anfühlten. Das war atmosphärisch stark, aber spielerisch belanglos. Die Entscheidung, sich auf das zu konzentrieren, was Mafia schon immer am besten konnte – inszenierte Geschichten, glaubwürdige Figuren, starke Dialoge – ist deshalb nicht nur richtig, sondern überfällig.

Lineare Spiele feiern ein Comeback – und das aus gutem Grund

Der Trend zu kürzeren, kuratierten Erlebnissen ist kein Rückschritt, sondern ein realistischer Gegentrend. Nicht jeder hat 120 Stunden Lebenszeit, um drei Fraktionen in einem Fantasy-Epos zu bespaßen, nur um danach trotzdem das „wahre Ende“ verpasst zu haben. Die Vorstellung, sich abends mit einem gut geschriebenen Story-Spiel für ein paar Stunden zurückzuziehen – ohne Karte voller Icons, ohne Crafting-Quatsch, ohne Fetch-Quests – hat wieder ihren Reiz.

„Mafia: The Old Country“ könnte also genau zum richtigen Zeitpunkt erscheinen. Ein Spiel, das weiß, was es sein will. Das seine Ambitionen nicht in Form von Map-Größe misst, sondern in erzählerischer Qualität. Das ist nicht altmodisch – das ist zeitgemäß. Und vielleicht auch der Anfang eines Comebacks: der Comeback der fokussierten Singleplayer-Erlebnisse. Willkommen zurück, lineares Story-Game – du wurdest vermisst.

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Crydog
6 Monate zuvor

Naja obscure hat schon eine open world map nur man bereisst sie nach alte ff Manier. Ich finde es muss passen zum setting. Ein spiel wie days gone muss in eine open world stattfinden natürlich kann man argumentieren das diese viele Beschäftigung Therapie Aufgaben hat aber ich sage es immer wieder nachdem man alle Aufgaben erledigt hat entfalten das spiel das ganze Potential weil die welt auch ohne story Fokus oder Aufgaben funktioniert. Man fährt mit seine Motorrad durch die Gegend sammelt Ressourcen und trift auf zufällige Ereignisse z.b man wird von npc in eine Falle gelockt und überfallen oder eine scremarin holt Verstärkung ich kann das granicht beschreiben aber es hat seine eigne Wirkung das würde in einem linearen spiel nicht funktionieren. Klar linearen spiele habe auch Vorteile aber der wieder spiel wert muss gegeben sein

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