Die ersten internationalen Testwertungen zu „Directive 8020“ von Supermassive Games bescheinigen dem Auftakt der zweiten Season der The Dark Pictures Anthology einen Metascore von 72 Punkten, wobei die Kritiken extrem zwischen Lob für die neuen Gameplay-Systeme und Frust über die Stealth-Passagen schwanken.
Während Magazine wie Gaming Boulevard und XGN mit 85 Punkten den technischen Sprung nach vorne feiern, straft Game Informer den Titel mit einer 50er-Wertung als repetitiv und vorhersehbar ab.
Evolution der Spielmechanik steht im Fokus
Supermassive Games bricht mit „Directive 8020“ die starren Strukturen der ersten Staffel auf. Die Kritiker heben besonders die erhöhte Interaktivität hervor, die durch neue Stealth-Elemente und eine direktere Charaktersteuerung erreicht wird. Gamereactor UK bezeichnet das Spiel sogar als das bisher technisch ausgereifteste Werk des Studios, auch wenn es den Kultstatus von „Until Dawn“ nicht ganz erreicht.
Ein zentrales neues Feature ist die „Turning Points„-Mechanik. Diese erlaubt es Spielern, Entscheidungen zurückzuspulen und alternative Handlungsstränge zu erkunden. Uagna.it lobt diese Freiheit als signifikanten Fortschritt für das Genre, da sie den Wiederspielwert massiv erhöht, ohne den Spieler in Sackgassen zu drängen.
Stealth-Einlagen überzeugen kaum
Trotz der technischen Modernisierung gibt es deutliche Kritik am Spieldesign. Die neu eingeführten Stealth-Sektionen werden von Testern wie MonsterVine (70 Punkte) als „bland“ (fad) und pacing-störend empfunden. Retcon kritisiert gar, dass die spielerischen Segmente die Erzählung eher ausbremsen als unterstützen.
Die technische Umsetzung auf der PS5 wird dafür mehrheitlich als hochwertig beschrieben, wobei die schauspielerische Leistung und die kinoreife Inszenierung das Fundament bilden. Dennoch berichten einige Outlets von technischen Unzulänglichkeiten und einem Gefühl des Déjà-vu bei den Plot-Twists, was vor allem bei Game Informer zu der harten Abwertung führte.
„Directive 8020“ ist wahrscheinlich für Spieler interessant, denen die reine QTE-Mechanik der Vorgänger zu passiv war. Die grafische Qualität und die neue Rückspul-Funktion werten das Erlebnis auf. Wer jedoch eine Revolution des Storytellings erwartet oder allergisch auf repetitive Schleichpassagen reagiert, sollte auf den ersten Sale warten. Der Metascore von 72 spiegelt exakt diese Zerrissenheit wider: ein solider Genre-Beitrag mit spielmechanischen Experimenten, die nicht bei jedem zünden.
Couch Koop nie verkehrt 🙂