Disc nur noch als Starthilfe – DOOM: The Dark Ages verspottet PS5-Spieler

DOOM: The Dark Ages auf PS5 enthält nur 85 MB auf Disc. Fans wütend über Zwangs-Download – erneut Ärger um Microsofts „physische“ Spielepolitik.

Niklas Bender
Niklas ist seit 2023 als Freelancer und Editor-in-Chief bei PlayFront.de aktiv. Er liebt die PS5, schreibt pointiert, bissig und mit klarer Meinung – egal ob zu...

Microsoft sorgt erneut für Frust bei PS5-Besitzern – diesmal mit der physischen Version von DOOM: The Dark Ages„. Auf den ersten Blick sieht die Retail-Ausgabe des neuen Ego-Shooters nach einem ganz normalen Release aus. Doch wer die Disc einlegt, erlebt eine böse Überraschung: Es sind gerade einmal 85 MB auf der Blu-ray gespeichert. Der Rest des Spiels muss vollständig aus dem Internet heruntergeladen werden. Praktischerweise weist man umgehend auf die Internetpflicht hin.

85 MB auf der Disc – Der große Bluff um DOOM: The Dark Ages

Diese Information stammt von Does It Play, die bereits eine frühe Kopie des Spiels besitzen – inklusive Screenshots zur Verifikation. Auf der Xbox sieht es kaum besser, wo ebenfalls nur 350 MB auf der Disc zusammenkommen. Faktisch handelt es sich bei der Disc also nicht um ein spielbares Produkt, sondern lediglich um eine Art Lizenznachweis mit Stub-Datei und einer Art digitalen Türsteher, der den Online-Zugriff kontrolliert.

PS5-Spieler sind verständlicherweise wütend. Nicht nur, weil ein physisches Produkt suggeriert, dass man es auch ohne Internetverbindung nutzen kann – sondern auch, weil sie sich durch Microsoft und Bethesda hinters Licht geführt fühlen. Schon bei Indiana Jones and the Great Circle zu Jahresbeginn wurde genau dieses Vorgehen kritisiert, doch offenbar ohne Konsequenzen. Jetzt wiederholt sich das Muster.

Physische Spiele am Abgrund – Microsoft und Bethesda in der Kritik

Was das Ganze noch problematischer macht: Auf der Verpackung ist der Hinweis „Internet erforderlich“ zwar vorhanden, aber kaum wahrnehmbar. Hier wäre eine klare Kennzeichnung à la „Spiel nicht auf Disc enthalten“ angebracht – ähnlich wie es Nintendo bei seinen Download-only-Game-Cards für die kommende Nintendo Switch 2 handhabt. Dort weiß man immerhin, worauf man sich einlässt.

Sony, als Plattformbetreiber der PS5, trägt hier eine gewisse Mitverantwortung. Es kann nicht sein, dass Publisher ihre Kunden auf so dreiste Weise täuschen dürfen. Die Herstellung einer Blu-ray kostet nur wenige Cent – es wäre also ohne Weiteres möglich, den vollständigen Spielcode auf die Disc zu pressen, zumindest in Version 1.0. Wenn man schon eine physische Edition verkauft, dann sollte sie diesen Namen auch verdienen.

Was wir hier sehen, ist keine Sparmaßnahme – es ist eine bewusste Abwertung physischer Spiele zugunsten eines digitalen Ökosystems, das den Publishern mehr Kontrolle, aber den Spielern weniger Rechte gibt. Es ist ein weiteres Puzzleteil auf dem Weg zur vollständigen Entwertung des klassischen Spielebesitzes. Und das sollten wir nicht einfach hinnehmen.

Ps5 Sale 25
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Chanjo
6 Monate zuvor

Ich bereue ja mittlerweile schon fast den Kauf de Laufwerks für meine Pro. Ich nutze es nahezu gar nicht. Die meisten Spiele kaufe ich mir digital. Habe nur GT7, Spider-Man und Last Of Us als Disc. Wobei letztere ja sowieso glaube ich kostenlos für PS+ Mitglieder sind.

Torsten Bleich
6 Monate zuvor

Norbert Rachovski „Konsolen gehen am laufenden Band kaputt.“ Echt? Hast du einen Link dazu? Wenn das wirklich so massiv ist, müsste das doch irgendwo in der Presse erwähnt worden sein. Ich finde allerdings nichts dazu.

Chris
6 Monate zuvor

Auf lange sicht, wird die Piraterie dsbei gestärkt, da die Unternehmen einen wichtigen Grund einfach selbst geschaffen haben.
Ein gecracktes Spiel am PC z.B. gehört 100% mir.
Kopien für Switch PS5 und Co. in denen Store Version lokal verfügbar gemacht werden ebenso. Piraterie deckt in diesem Sinne also den Anspruch des Besitzens, den Publisher immer weniger Bereit sind zu bieten.
Hinzu kommt: Der Terminus „Kaufen“ ist im allgemeinen Verständnis mit etwas „dauerhaft erwerben“ verbunden. Beitrag, Miete, Pacht, usw. sind Begriffe die im allgemeinen Verständnis von anfang an suggerieren, hier liegt kein permanentes sondern temporäres Nutzungsrecht vor. Im Fall von Valve z.B. ist es „in den Warenkorb“, „zur Kasse“ „Bestellung abschließen“. Niemand käme dabei auf die Idee, das einem danach die Spiele nicht gehören. Warum also nicht einfach die Bezeichnung überall ändern? Weil das mit ziemlicher Sicherheit für einen Rückgang bei Verkäufen führen würde. Das ist zu vergleichen mit schwierigen oder unglücklichen Formulierungen bei eBay angeboten, die einen sofort skeptisch werden lassen und /oder gänzlich das Kaufintefesse drücken.

BlipBlap
6 Monate zuvor

Ich bin immer wieder erstaunt, wie sich vermeintliche Gleichgesinnte – Menschen, die das Hobby Gaming teilen – derart bescheuert darüber aufregen können, dass es Spieler stört, wenn ein Spiel in so einer miserablen Version, wie hier beschrieben, erscheint.
Microsoft (und auch Sony sowie Nintendo) verfolgen ganz klar ein Ziel: Abhängigkeiten schaffen. Die exklusive Hardwareplattform allein reicht ihnen nicht mehr – wir sollen jetzt auch noch dauerhaft von ihren Servern abhängig sein, bei Singleplayerspielen!
Und das Absurde daran ist: Digitalverfechter würden keinen einzigen Nachteil haben, wenn ein Spiel vollständig offline installierbar und spielbar auf Disk erscheinen würde. Aber Spieler, denen Spielebewahrung und Rechte durch Besitz eines physischen Datenträgers wichtig sind, schauen komplett in die Röhre.
Ich verstehe einfach nicht, wie einem das egal sein kann – und wie man diese Entwicklung dermaßen ignorieren oder verharmlosen kann. Die großen Konzerne drängen uns immer weiter in die digitale Ecke und nehmen uns dort Stück für Stück mehr ab, während sie ihre Kontrolle ausweiten. Klingt dystopisch, ist aber so.

DerWahreHansWurst
6 Monate zuvor
Reply to  BlipBlap

´´Microsoft (und auch Sony sowie Nintendo) verfolgen ganz klar ein Ziel: Abhängigkeiten schaffen´´

  • genau das! endlich jemand der es mal begreift. das sind nicht unsere freunde, das sind multimillionen firmen, die einfach nur unser geld wollen. mehr nicht.
Weedyconzales
6 Monate zuvor
Reply to  BlipBlap

Meine ehrliche Meinung dazu? Die Menschen sind zu Großteil dumm. Also richtig dumm. Endgame dumm.
Daher wird sich wohl auch nichts ändern.
Der Alltagstrottel findet es geil alles digital „jederzeit“ abrufbar zu haben und merkt nicht einmal wie er damit komplett enteignet wird.
Die Spanier haben mit ihrem Stromausfall eine kleine Kostprobe bekommen wie geil digital wirklich ist.

Freiheit ist das höchste Gut unabhängig auf welcher Ebene. Ohne Freiheit ist Alles Nichts.

BlipBlap
6 Monate zuvor
Reply to  Weedyconzales

True that. Die Konzerne haben halt über die letzten 2 Generationen ganze Arbeit geleistet, die Leute dahingehend zu konditionieren, das digital only geil sei. Es geht soweit, dass es sogar Dummbrote gibt, die solche Geschäfts-Praktiken auch noch verteidigen – kannste dir nicht ausdenken.

Last edited 6 Monate zuvor by BlipBlap
Cartman
6 Monate zuvor

Die Disc kann man dennoch verkaufen. Ob ich das Spiel komplett laden muss oder nicht, spielt keine Rolle. Im Zweifel kommt eh ein 40gb Day One Patch, da kann man sich die Dosc gleich in die Haare schmieren. Auf die SSD würde sie ja eh kopiert werden, auch das dauert u.U. länger, als wenn ich es gleich komplett runterladen würde. Disc hat daher fast nur Nachteile, außer eben, dass ich sie verkaufen oder verleihen könnte.

Immerwach
6 Monate zuvor

Meine Güte inwiefern soll das das Spielerlebnis ändern? „Disc“- Versionen waren immer nur gut um gebrauchte Spiele wieder zu verkaufen oder Billig einkaufen. Trotzdem müsstest du 100 MB oder mehr installieren. Wie bei Red Dead Redemption zb. Wieso Regen sich da jetzt Leute auf? Das böse Microsoft. Es gab mal ne Overwatch Version da lag in der Hülle nur ein Code den man eingeben musste um das Spiel runter zu laden. Das ist doch ein alter Hut jedes Spiel das ich die letzten Jahre gekauft habe musste erst mal einen Update Installieren um zu spielen. Spielt doch echt keine Rolle Hauptsache ist man kann es wieder verkaufen wenn man keine Lust mehr auf ein Spiel hat.

Marco Mader
6 Monate zuvor

Ja wir leben in einer Zeit der Digitalisierung !!!! Kann man nichts machen entweder man lebt damit oder man lässt es sein

Crydog
6 Monate zuvor

Umweltverschmutzung ohne Sinn dann kann man das spiel gleich digital only anbieten und alle die so an ihre discs hängen gewöhnt euch dran das es Zukunft digital only alles sein wird

Tobias
6 Monate zuvor
Reply to  Crydog

Es ist Schmutz viel zu teuer disc ist besser wenn man Geld wieder braucht

sir-tobi87
6 Monate zuvor
Reply to  Crydog

Mein Gott, ich will meine Spiele verkaufen wenn ich der Meinung bin, dass ich sie nicht nochmal Spiele. So einfach ist das. Ich will mich nicht dran gewöhnen, alles behalten zu müssen.

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