Hochrangige Disney-Manager forcieren intern den Kauf von Epic Games, während das Studio hinter Fortnite zeitgleich massive Stellenstreichungen vornimmt. Offiziell ist davon nichts, und ob ein Verkauf überhaupt zur Debatte steht, ist ebenso unklar.
Aber, Disney-Führungskräfte ziehen eine vollständige Übernahme von Epic Games in Betracht, sofern das Studio seine Unabhängigkeit aufgeben sollte. Während CEO Josh D’Amaro die Gaming-Sparte nach einem 1,5-Milliarden-Dollar-Investment in Epic massiv ausbauen will, herrscht innerhalb des Disney-Vorstands Uneinigkeit über die Rentabilität eines solchen Milliardengeschäfts.
Strategische Ambitionen treffen auf interne Widerstände
Laut Branchen-Insider Alex Heath in einem Podcast gibt es innerhalb der Disney-Teppich-Etage eine Fraktion, die „mit Sicherheit“ eine Übernahme anstrebt. Das Kalkül: Disney sucht nach Wegen, seine Marken (Marvel, Star Wars, Pixar) tiefer in die Videospielwelt zu integrieren, anstatt nur Lizenzen zu vergeben. Dem gegenüber stehen jedoch Bedenken anderer Führungskräfte, die das finanzielle Risiko scheuen.
Unterstützung erhält die Pro-Kauf-Fraktion von prominenter Stelle: Kevin Mayer, ehemaliger Disney-Top-Manager und Ex-TikTok-CEO, bezeichnete Epic Games gegenüber CNBC als ideale Ergänzung für Disneys Asset-Portfolio, um neue Umsatzströme zu generieren.
Epic Games im harten Sparkurs
Die Gerüchte fallen in eine instabile Phase für Epic Games. Das Studio hat kürzlich rund 1.000 Mitarbeiter entlassen, um Kosten zu senken. Betroffen sind laut Berichten auch Designer, die maßgeblich an den ikonischen Charakteren von Fortnite gearbeitet haben. Trotz dieser harten Einschnitte betont die Führung von Epic Games derzeit, dass das Unternehmen nicht zum Verkauf steht.
Ein Kauf von Epic Games wäre für Disney der finale Schritt von der Lizenzvergabe zur Eigenproduktion. Mit der Unreal Engine kontrolliert Epic zudem eine der wichtigsten Basistechnologien der gesamten Unterhaltungsindustrie – die Engine wird längst nicht mehr nur für Spiele, sondern auch für die Produktion von Disney-Serien wie „The Mandalorian“ genutzt.
Vergleicht man dies mit Microsofts Übernahme von Activision Blizzard, wird deutlich: Die Konsolidierung der Branche setzt sich fort. Disney würde mit einem Schlag zum technologischen Schwergewicht im Gaming-Sektor aufsteigen.
Ein Kauf ist aktuell kein Thema für das Tagesgeschäft, aber die strategische Logik ist unbestreitbar. Disney hat das Kapital und den Hunger auf Gaming-Reichweite; Epic hat die Technologie und die Nutzerbasis, kämpft aber mit der Profitabilität abseits von „Fortnite“. Die Ära der unabhängigen Mega-Publisher neigt sich damit endgültig dem Ende zu. Wenn der Preis stimmt, wird Epic fallen – und Disney steht als Erster in der Schlange.