Drei Marken, eine Mission: Assassin’s Creed, Far Cry, Rainbow Six – der Rest darf zusehen

Ubisoft setzt alles auf drei Marken: Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six sollen Milliarden bringen. Warum der Konzern jetzt kompromisslos fokussiert.

Niklas Bender
Niklas Bender ist Editor-in-Chief bei PlayFront.de und Spezialist für kritische Spieleanalysen und Meinungsformate. Seit 2023 prägt er die redaktionelle Kante des Magazins mit pointierten Kommentaren und...

Ubisoft hat beschlossen, dass Vielfalt schön und gut war, aber wenn es um richtiges Geld geht, zählen nur noch drei Namen: Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six. Alles andere? Kann sich neu beweisen oder verschwindet still und leise im Schatten der „annual billionaire brands“, wie gestern verkündet. Klingt fancy, ist aber im Kern einfach: drei Franchises sollen die Geldmaschine sein, der Rest darf Tee trinken.

Von starken Marken zu Dauer-Milliarden

Der Begriff „annual billionaire brand“ ist so charmant wie ehrlich. Ubisoft will nicht einfach ein Spiel, das einmal die Charts sprengt. Nein, hier geht es um planbare Milliarden, Jahr für Jahr, Release für Release, Update für Update. Assassin’s Creed hat das schon einmal geschafft, meist um große Releases herum. Jetzt soll das Franchise dauerhaft auf diesem Niveau laufen, mit Live-Elementen, Erweiterungen und allem, was die Community bei Laune hält.

Rainbow Six macht vor, wie man so etwas handhabt. Rainbow Six Siege lebt von regelmäßigen Updates, E-Sport-Szene und treuer Community. Far Cry wirkt da fast wie der wilde Onkel – erfolgreich, aber noch nicht ganz zum Service-Spiel mutiert. Dass Ubisoft das trotzdem in die „Big Three“ katapultiert, zeigt, dass maximale Skalierung jetzt wichtiger ist als klassische Kreativität.

Tencent, Kontrolle und Kalkül

Dass Tencent an Vantage Studios beteiligt ist, passt perfekt ins Bild. Kapital, Expertise im Games-as-a-Service-Bereich und Zugang zu einem Markt, den westliche Publisher sonst nur schwer erreichen – check. Ubisoft behält dabei offiziell die kreative Kontrolle. Klingt nach klassischem Win-Win? Klar, solange man das kleine Wort „formell“ nicht überliest. Die Message ist klar: Hier wird strategisch auf maximale Rendite gesetzt, alles andere ist Bonus.

Was das für andere Projekte bedeutet, ist einfach: Prince of Persia hat es bereits getroffen und wurde eingestellt, Splinter Cell oder unbekanntere IPs müssen sich beweisen oder gehen unter. Remakes, Experimente, Nischenprojekte – sie alle stehen auf der Abschussliste, weil sie nicht ins Milliardenschema passen. Ubisoft sagt es nicht direkt, wir verstehen es trotzdem.

Risiko und Realität

Die Strategie hat Sinn, ist aber nicht ohne Tücken. Drei Marken tragen jetzt den Großteil der wirtschaftlichen Erwartungen. Kreative Ausreißer rutschen in den Hintergrund und neue IPs werden zu Wundertüten. Ubisoft setzt darauf, dass Markenpflege wichtiger ist als Markenvielfalt.

Historisch ist das kein Novum: Call of Duty, FIFA, Apex Legends – auch andere Publisher machen genau das. Ubisoft macht es nur offen, ohne Marketing-Blabla drumherum. Für Investoren ein Traum, für Spieler ein Zwiespalt: weniger Experimente, mehr Kontinuität, und alles wird auf diese drei Namen zugeschnitten.

Am Ende wird sich zeigen, ob Ubisoft damit kreative Exzellenz fördert oder einfach nur effizient Milliarden generiert. Die Karten liegen nun offen auf dem Tisch. Drei Namen, alles andere? Nur noch optional. Keine guten Aussichten für Spieler.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind die persönliche Meinung des Autors. Sie müssen nicht jedermanns Sichtweise entsprechen – aber hey, darüber darf man ruhig diskutieren.

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mischmasch77
19 Tage zuvor

Ein paar neue Maps für Rainbow Six Extraction wären nett gewesen. Das Game hat immer noch seinen Reitz. Mit einem Freund habe ich gestern erfolgreich mehrere Aliens verkloppt, ohne im Baum zu landen.

Rey Conan
22 Tage zuvor

2 von 3 sind Bombe und könnt ich immer wieder spielen aber das wird so nicht klappen

FRanz
22 Tage zuvor

Also mir reichen regelmässig AC und Farcry Teile.
Rainbow Six auch. 🙂
Den Rest brauch ich wohl nicht.
Es gibt sooo viele gute Games von anderen Studios.

Patrick Thelen
22 Tage zuvor

Also ac und fc brauch ich jetzt nicht mehr. Ist mir langsam zu monoton und immer saa gleiche

Peter Erlmeier
22 Tage zuvor

Immer die gleichen Spiele, braucht niemand.

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