Der Gegenwind für Techland kommt mit Ansage. Nur drei Tage nach dem Start der „The Breach“-Initiative stürzt die Steam-Bewertung von Dying Light 2 auf „Ausgeglichen“ ab. Die Community läuft Sturm. Grund dafür sind heftige Vorwürfe über weggeschnittene Story-Inhalte, penetrante Mikrotransaktionen und eine verbuggte Mod-Umsetzung.
Der wegzensierte Spike?
Das größte Entsetzen betrifft das Onboarding. Was Techland als „Entschlackung“ des Prologs verkaufte, entpuppt sich als radikaler Kahlschlag bei der Story. Die Entwickler haben die kompletten ersten Stunden des Spiels drastisch gekürzt. Damit fliegt auch der emotionale Einstieg mit Fan-Liebling Spike fast vollständig aus dem Spiel. Wer „Dying Light 2“ jetzt startet, verpasst wichtige Details zum Worldbuilding.
Besonders bitter: Spike spielt im eigenständigen Spin-off „Dying Light: The Beast“ eine tragende Rolle. Die Vorgeschichte zu seinem Auftritt ist durch The Breach-Patch 1.28 effektiv zu Lost Media geworden. In der Community brodelt die Gerüchteküche heiß. Es gibt lautstarke Spekulationen, dass der chinesische Tech-Riese Tencent – Techlands Mutterkonzern – Druck ausgeübt hat, um den schwarzen Charakter Spike im asiatischen Raum aus dem Fokus zu rücken. Auch wenn das nicht bestätigt ist, der Imageschaden steht trotzdem.
Wow, I've just seen what Techland with Dying Light 2's prologue and who on earth thought that was a good idea?
— The Hidden One (@TheHiddenOneAC) June 11, 2026
REMOVING SPIKE? THE HOUSE PART? THE EASTER EGGS. That prologue was so good. Spike was a legend of a character. There's no logical reason to remove him at all. Now it's… pic.twitter.com/glbKwrJSRm
Ingame-Shop im Rampenlicht
Neben dem Story-Schnitt sorgt das überarbeitete User-Interface für Frust. Die versprochene Optimierung der Menüs entpuppt sich als aggressives Marketing-Tool. Der Ingame-Store und die ohnehin verhassten „DL Points“ werden Spielern nun noch penetranter ins Gesicht gedrückt. Techland wandelt das Singleplayer-Spiel immer offensichtlicher in ein Live-Service-Monster um.
Zusätzlich knirscht es an der technischen Front der neuen Content-Plattform. Die angepriesene Integration von Mod-Inhalten läuft instabil. Spieler berichten von Abstürzen und fehlerhaften Skripten auf den UGC-Maps. Das Urteil der Spieler ist vernichtend: Techland hat das Spiel mit dem Update nicht verbessert, sondern beschnitten.
Schadensbegrenzung nötig
Die Quittung folgt prompt. Die Review-Scores auf Steam krachen in den Keller. Statt Vorfreude herrscht jetzt blanke Wut über die Zerstörung des Originalspiels. Die Entwickler sollten jetzt schnell reagieren, und nicht nur mit warmen Worten, sondern mit konkreten Hotfixes.
