Das kommende Alien-Spiel von Eidos Montreal ist nicht von den jüngsten Entlassungen im Studio betroffen und befindet sich weiterhin in der Entwicklung. Laut Branchen-Insider Tom Henderson konzentrieren sich die personellen Kürzungen und die Streichung des langjährigen Projekts „Wildlands“ auf eine separate Abteilung, während das Survival-Horror-Spiel im Alien-Universum sicher sein soll.
Während das seit sieben Jahren in Entwicklung befindliche Millionenprojekt „Wildlands“ (Arbeitstitel) eingestellt wurde, bleibt die Entwicklung des Xenomorph-Titels laut aktuellen Insider-Berichten unberührt. Das Spiel, das mechanisch als Mischung aus „Shadow of the Tomb Raider“ und klassischem Survival-Horror beschrieben wird, soll weiterhin für einen Release im Jahr 2028 geplant sein.
Fokus auf Survival-Horror und Stealth
Die Ausrichtung des Titels unterscheidet sich deutlich von actionlastigen Ablegern wie „Aliens: Fireteam Elite“. Eidos Montreal setzt wohl primär auf die Stärken, die das Studio bereits mit der Deus Ex-Reihe und „Shadow of the Tomb Raider“ unter Beweis gestellt hat:
- Parkour und Puzzles: Die Fortbewegung soll eine zentrale Rolle spielen, ähnlich den Kletterpassagen in Tomb Raider.
- Stealth-Mechaniken: Spieler übernehmen die Rolle von Aubrey, die sich auf einer dystopischen Raumstation gegen Xenomorphs und Spezialeinheiten behaupten muss.
- Resident Evil-Anleihen: Der Fokus liegt auf begrenzten Ressourcen und einer bedrückenden Atmosphäre.
Das „Wildlands“-Debakel bei Embracer
Die Entlassungen bei Eidos Montreal sind kein Resultat mangelnder Performance des Alien-Teams, sondern die Konsequenz aus dem Scheitern von „Wildlands“. Dieses Projekt soll über 100 Millionen Dollar verschlungen und sich laut Berichten in der „Development Hell“ befunden haben, inklusive mehrfacher Wechsel der Engine. Die Embracer Group, Mutterkonzern von Eidos, zieht hier nach massiven Fehlinvestitionen die Reißleine, um das Studio auf profitablere Schienen – wie eben die Alien-Lizenz – umzulenken.
Zusätzlich zur Alien-Entwicklung ist Eidos Montreal weiterhin als Support-Studio für andere große Marken der Embracer-Gruppe sowie externe Partner (etwa für das neue Fable) tätig. Dass der Studioleiter David Anfossi im Zuge der aktuellen Umstrukturierung seinen Posten räumte, unterstreicht jedoch die Schwere der internen Krise.
Das Projekt lebt, ist vermutlich aber noch Jahre entfernt. Ein Release frühestens im Jahr 2028 deutet darauf hin, dass sich das Spiel noch in einer frühen bis mittleren Phase befindet. Technisch dürfte der Titel auf eine bewährte Engine setzen, was angesichts der düsteren Ästhetik des Alien-Universums hohe Erwartungen an Beleuchtung und Raytracing weckt.
Die Rettung des Alien-Projekts ist für Fans von Singleplayer-Horror eine gute Nachricht, doch die Umstände bei Eidos Montreal bleiben kritisch. Ein Release-Fenster ab 2028 bedeutet, dass wir hier von der nächsten Hardware-Generation oder dem Ende des aktuellen Zyklus sprechen. Spieler sollten keine kurzfristigen Trailer erwarten; das Studio muss sich nach dem Verlust von fast 10% der Belegschaft und der Führungsebene erst neu sortieren. Die Beschreibung „Tomb Raider mit Aliens“ klingt spielmechanisch solide, sofern Eidos die Stealth-Expertise aus Deus Ex einfließen lässt.
