Was lange als undenkbar galt, wird nun Realität: Elden Ring von FromSoftware erhält eine Realverfilmung – und das nicht von irgendwem. Niemand Geringeres als Alex Garland (Ex Machina, Civil War) nimmt sich dem kolossalen Projekt an. Und mit A24 als Produktionsstudio wird schnell klar: Hier erwartet uns keine plumpe Videospielverfilmung, sondern ein filmisches Experiment zwischen Wahnsinn, Mythos und Untergang.
Der von Hidetaka Miyazaki erdachte Albtraum aus Ruinen, Göttern und unausweichlichem Tod bekommt nun ein zweites Leben – auf der Leinwand. Unterstützt wird Garland von einem beeindruckenden Produzenten-Lineup: Peter Rice, die DNA-Veteranen Andrew Macdonald und Allon Reich sowie George R. R. Martin selbst. Letzterer hatte bekanntlich bereits für das Spiel die mythologische Grundlage geschaffen. Der Kreis schließt sich – oder besser: öffnet sich in Richtung Abgrund.
Kein Marvel-Quatsch: Was Garland anders machen wird
Garlands Handschrift ist unverkennbar: introspektiv, verstörend, oft philosophisch – und fast nie massenkompatibel. Wer also auf ein popkulturelles Popcorn-Spektakel gehofft hat, wird enttäuscht sein. Wer allerdings ein düsteres Charakterdrama mit Lovecraft-Einschlag erwartet, dürfte jubeln.
Schon Ex Machina bewies, dass Garland Science-Fiction mit bedrückender Dichte erzählen kann. Elden Ring könnte nun seine Eintrittskarte in die Fantasy-Hölle sein – wortwörtlich. Statt eines klassischen Helden-Epos könnte der Film den inneren Verfall der „Tarnished“ erkunden, die in einer kaputten Welt aufsteigen – oder endgültig zerbrechen. Man darf hoffen, dass Garland nicht versucht, das Unverfilmbare zu glätten, sondern genau darin seinen Reiz sieht: im Fragmentarischen, Verstörenden, Sperrigen.
Mehr als nur ein Film: Elden Ring wird zur Marke
Parallel zum Film rollt FromSoftware die Marke weiter aus. Mit Elden Ring: Nightreign erscheint am 30. Mai ein kooperativer Actiontitel, der das Gameplay des Originals in ein neues Licht rückt. Auch die „Tarnished Edition“ für die Switch 2 ist auf dem Weg – inklusive Shadow of the Erdtree und frischer Extras.
Doch so interessant diese Spin-Offs auch sein mögen – sie verblassen vor dem ambitionierten Projekt der Realverfilmung. Garland steht vor der schwersten Aufgabe seiner Karriere. Aber wenn Elden Ring eines gelehrt hat, dann das: Wer sich fürchtet, verliert. Wer voranschreitet, könnte etwas Großartiges erschaffen – oder daran zugrunde gehen. Genau wie im Spiel.