Embracer Group spaltet sich auf: Fellowship Entertainment übernimmt die großen Marken

Die Embracer Group teilt sich auf. Fellowship Entertainment übernimmt Tomb Raider und Lord of the Rings. Alle Infos zur Gaming-Aufspaltung.

Lukas Author 2026
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Lukas Neumann
Als "Padawan" von Niklas begleitet Lukas Neumann das PlayStation-Ökosystem bei PlayFront. Er hinterfragt kritisch Grafik-Exzesse und AAA-Budgets, um eine ehrliche Perspektive auf aktuelle Gameplay-Konzepte und die...

Die Embracer Group teilt sich in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen auf, um die Verwaltung der Marken zu trennen und den Fokus neu auszurichten. Die großen Gaming-Franchises wie Der Herr der Ringe und Tomb Raider wandern komplett in die neue Sparte Fellowship Entertainment.

Damit reagiert der schwedische Konzern auf die anhaltenden Probleme der letzten Jahre, die von massiven Umstrukturierungen und Studioschließungen geprägt waren. Das verbleibende Kerngeschäft wird weiterhin unter dem Namen Embracer laufen, sich jedoch strukturell vollkommen anders aufstellen.

Durch die Aufteilung entstehen zwei unterschiedliche Philosophien unter einem historischen Dach. Fellowship Entertainment fokussiert sich rein auf AAA-Entwicklung, Publishing und die Lizenzierung weltbekannter IPs, während das restliche Embracer-Konstrukt als Plattform für kleinere Studios, Mobile Gaming und den Vertrieb agiert. Phil Rogers, der bisherige CEO der Embracer Group, wird nach dem Übergang die Leitung von Fellowship Entertainment übernehmen.

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Was das für die großen Franchises bedeutet

Mit dem Spin-off von Fellowship Entertainment wandern Schwergewichte wie Crystal Dynamics, Eidos-Montréal und Warhorse Studios in die neue Struktur. Marken wie Tomb Raider, Deus Ex, Metro und „Kingdom Come: Deliverance 2“ liegen künftig in dieser Hand.

Fellowship Entertainment muss sich voll auf die Produktion und Qualität dieser Großprojekte konzentrieren, ohne die finanzielle Last oder die Misserfolge von Hunderten kleinerer Indie- und Mobile-Studios des Gesamtkonzerns querfinanzieren zu müssen. Das kann die Entwicklung von aufwendigen Singleplayer-Spielen stabilisieren, erhöht aber gleichzeitig den Druck auf jeden einzelnen Release.

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Der Fokus der verbleibenden Embracer-Sparte

Das verbleibende Unternehmen Embracer behält Studios wie THQ Nordic, Aspyr und Milestone sowie Marken wie Gothic, Titan Quest und Wreckfest. Der Fokus liegt hier ganz klar auf kleineren Nischen-Produkten, Remakes, Remastern und dem starken Mobile-Sektor mit Entwicklern wie CrazyLabs.

Überraschend ist, dass Embracer laut eigenen Angaben direkt wieder Raum für gezielte Firmenübernahmen (M&A) sucht, sobald die neue Struktur steht. Nach dem harten Sparkurs der letzten Jahre zeigt dies, dass der Expansionsdrang im kleineren Segment keineswegs gestoppt ist. Die Führung dieses Teils wird komplett neu besetzt, die Suche nach einem neuen CEO läuft bereits.

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Die Aufspaltung ist kein Grund für verfrühte Euphorie, sondern ein notwendiger bürokratischer Befreiungsschlag. Für die großen Marken wie Tomb Raider oder das Herr der Ringe-Universum bietet Fellowship Entertainment eine sauberere Struktur, die Investoren direkter anspricht.

Das Chaos der alten Embracer Group, in der Großprojekte und winzige Mobile-Games in einen Topf geworfen wurden, ist damit vorbei. Ob die Qualität der Spiele dadurch steigt, zeigt sich erst, wenn die Studios ohne den ständigen Spardruck der Vergangenheit arbeiten können. Die Zersplitterung zeigt vor allem, dass das alte Giganten-Modell von Embracer endgültig gescheitert ist.

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Werden die Entwickler von Metro, Tomb Raider und Kingdom Come unter dem neuen Dach von Fellowship Entertainment wieder zu alter Stärke finden, oder bleibt das Management-Problem dasselbe?

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2 Comments
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pray
20. Mai 2026 11:00

Meine Güte, ist ja schrecklich, was die alle Treiben. Da wird für den Aktienmarkt bzw die Aktionäre fröhlich hin und her gewechselt, umbenannt und irgendwelche Unterfirmen gegründet

Wenn sich an der eigentlichen Denke, der Mentalität und der Erwartungshaltung nichts ändert, vor allem am schlechten Managemen, dann wird es niemals besser, egal was sie entwickeln oder wie sie sich umbenennen, herumtransferieren oder sich neue schicke namen geben

Christian
21. Mai 2026 08:43
Reply to  pray

Hier wird ein Kronjuwel der Spieleindustrie geschaffen. Fellowship hat geile aufstrebende Studios (Warhorse, 4A), geile Marken (LotR) und eine gut beherrschbare Größe mit 3000 Mitarbeitern.

Das ist feinstes Firmenfilet, während der Embracer-Rest aus allen Teilen vesteht, die keine/kaum Rendite erwirtschaften und Marken vereint, die zuletzt bewiesen haben, dass sie nur noch wenig Strahlkraft besitzen.

Einzig Alkimia/Gothic sind aktuell im Trend und vielleicht ist noch Titan Quest profitabel. Der Rest…wäre aktuell vermutlich für nahezu umsonst zu haben. Lange Rede: Das ist vermutlich keine Abspaltung, sondern eine Art verdeckte Liquidation von 3500 Beschäftigten.