Fehlende Innovation auf der PS5 – wird sie zum Problem?

Die PlayStation 5 soll Weihnachten 2020 erscheinen, so viel ist bisher bekannt. Auch wenn die Freude darauf grundsätzlich groß ist, dürfen auch kritischere Stimmen nicht ignoriert werden. So meldete sich zuletzt Atsushi Inaba, Leiter von PlatinumGames, zu Wort. Er kritisierte die fehlenden Innovationen, die sich durch die groben technischen Eckdaten und bisherigen Ankündigungen von Sony ergeben. Könnten sich diese Umstände gar zum Problem für das Unternehmen entwickeln?

Woran liegt die fehlende Innovation?

Die Stimme von Atsushi Inaba hat in der Gaming-Welt durchaus eine gewisse Bedeutung. Wenn sich die Branchenexperten kritisch über bestimmte Entwicklungen äußern, steckt immer auch mindestens ein Funken Wahrheit dahinter. Wer jetzt befürchtet, dass die PlayStation 5 ein völliger Fehlgriff wird, kann jedoch beruhigt sein. Egal ob es sich bei der PS5 nun um die schnellste Konsole der Welt oder nicht handelt: Es sind neue Bestwerte in Sachen Grafik und Leistung zu erwarten. Ob das jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt eine neue Konsolengeneration rechtfertigt, möchte Inaba nicht abschließend beurteilen. Er kritisiert vor allem die fehlende Innovationsbereitschaft, die zuletzt bei der PS4 allgegenwärtig war. Diese wurde zum Beispiel durch die Einbindung von Virtual Reality erreicht.

Auf der im kommenden Jahr erscheinenden PS5 ist wiederum ein Modell zu erwarten, das größtenteils auf Teilen beruht, die genauso in einem PC verbaut sind. Diese Arbeitsweise dient allerdings vor allem dazu, die Grafik zu verbessern und Ladenzeiten zu verringern. Auch Inaba betont letzten Endes jedoch, dass die Gamer durch diese Verbesserungen trotz allem profitieren sollten. Die eher konservative Herangehensweise des Herstellers scheint allerdings ebenfalls ein Hauptgrund für fehlende Innovationen zu sein. Mit über 100 Millionen Verkäufen weltweit darf Sony seine Playstation zurecht als die beliebteste Konsole aller Zeiten feiern. Sogar die Ankündigung der neuen Generation sorgte für keinen Abbruch des Geschäfts. Benötigt die PS5 denn überhaupt große technische Neuerungen, um ebenfalls großen Erfolg zu haben?

Was sind eigentlich die Möglichkeiten für Sony?

Diese Frage hängt vor allem auch von den Anwendungen ab, die sich letztlich auf der Konsole einfinden. Schon jetzt arbeiten die Entwickler fieberhaft an neuen Spielen, um die veränderten Voraussetzungen zu beachten. Doch was wären überhaupt die Optionen für Sony, Neuerungen zu bringen? Eine aktuell viel diskutierte Technologie ist das Cloud-Gaming, welches durch Google Stadia umgesetzt wurde. Alle Rechenoperationen der Spiele werden hier direkt bei Google in ein Videosignal umgewandelt, das schließlich auf den Bildschirmen auftaucht. Ein zweiter Technologie-Trend ist die Blockchain. Sie wird seit ihren Anfängen vor allem für Kryptowährungen eingesetzt. Mit Tools wie dem Bitcoin Code lassen sich anschließend automatisch Münzen handeln. Dieser Handel wird durch einen bestimmten und möglichst viel Gewinn bringenden Algorithmus ausgeführt. In der Gaming-Welt könnte die Blockchain so ebenfalls vor allem beim Handel, etwa in Sammelkartenspielen, äußerst hilfreich sein. Zusätzlich werden Transaktionen deutlich beschleunigt.

Die angekündigten Verbesserungen für die PS5 betreffen neben der Konsole selbst vor allem den Controller. Der DualShock 5 soll schließlich adaptive Trigger besitzen und dem Spieler damit besonders gutes Feedback liefern. So sollen sich Schüsse aus verschiedenen Waffen genauso anders anfühlen wie der Pass beim Fußballspiel und ein Autounfall in GTA 6. Weiterhin ist zu betonen, dass Sony noch über ein Jahr Entwicklungszeit verfügt, ehe die PS5 auch wirklich auf den Markt kommt. Vielleicht stellt das Team von Sony bis dahin auch noch Atsushi Inaba zufrieden. Es sollte ja irgendwie möglich sein.