Das Fundament der Xbox-Sparte bricht unter den eigenen Ansprüchen zusammen. Ein interner Bericht soll belegen, dass die Abonnentenzahlen des Game Pass deutlich von 34 auf 30 Millionen Nutzer eingebrochen sind. Die Quittung folgt sofort.
Bis Juli 2027 wird das Unternehmen 3.200 Arbeitsplätze abbauen und externe Partner- sowie Zulieferverträge drastisch reduzieren. Moon-Studios-Chef Thomas Mahler brachte es auf den Punkt: Dem Dienst fehlen schlicht die großen Hits, um ein solches Abo-System langfristig am Leben zu halten.
Das Ende der Day-One-Garantie
Der Traum vom unbegrenzten Spiele-Abo zum Festpreis ist wirtschaftlich nicht mehr haltbar. Branchen-Insider Jason Schreier legte im Triple Click Podcast offen, dass Xbox die Veröffentlichung von AAA-Produktionen direkt zum Release-Tag im Game Pass schrittweise einstellen muss.
Bei Call of Duty wurde dieser Hebel bereits umgelegt. Große Blockbuster wie „The Elder Scrolls 6“ werden diesem Muster folgen und erst dann im Service landen, wenn die klassischen Vollpreisverkäufe weitgehend abgeschlossen sind.
Der finanzielle Druck lässt der neuen Führung keine andere Wahl. Das von der neuen Xbox-Chefin Asha Sharma verfasste interne Memo legt offen, dass die gesamte Sparte das Geschäftsjahr mit einer katastrophalen Profitabilitätsmarge von gerade einmal 3 Prozent abschließt. Über 20 Milliarden Dollar flossen in den vergangenen fünf Jahren in Infrastruktur und Subventionen, während der Jahresumsatz gleichzeitig um eine halbe Milliarde Dollar sank. Ex-Chef Phil Spencer verteidigte das System jahrelang gegen interne Bedenken, doch Sharma zieht jetzt die Reißleine.
Studio-Chefs hassen die Entwertung ihrer Arbeit
Innerhalb der Xbox-eigenen Studios regiert schon lange der Frust über das aufgezwungene Vertriebsmodell. Laut Schreier verabscheuen mehrere Studio-Leiter den Game Pass zutiefst, weil er den kommerziellen Wert ihrer Spiele komplett vernichtet.
Titel wie „South of Midnight“ werden für monatliche Cent-Beträge verramscht, anstatt als regulärer 40-Dollar-Titel auf dem Markt zu bestehen. Spieler gewöhnen sich an den Nulltarif und verweigern den Einzelkauf. Das zerstört die wirtschaftliche Basis der Entwickler.
Der Vergleich mit Film-Streaming-Diensten hinkt gewaltig. Netflix produziert exklusive Inhalte, die außerhalb der Plattform nicht separat als Kaufmedium existieren. Die Gaming-Industrie versucht hingegen seit fast zehn Jahren, ein hochpreisiges Premium-Medium in ein Billig-Abo zu pressen. Das Ergebnis ist eine kaputte Wertschöpfungskette, die nun durch Massenentlassungen korrigiert wird.
Der Game Pass wird vermutlich auf das zurechtgestutzt, was ihn am Überleben hält, verliert aber sein einziges echtes Argument: den kostenlosen Zugriff auf neue Top-Spiele ab Tag eins. Für Spieler bedeutet das ein baldiges Ende der Schnäppchen-Mentalität. Wer die großen Blockbuster in Zukunft zum Release spielen will, wird wieder ganz klassisch an die Kasse gebeten.

Ach ne ,Day One sollte auch aus wirtschaftlichen Gründen entfernt werden und erst ein Jahr nach Release in den Pass. 🤷🏽♂️
„Moon-Studios-Chef Thomas Mahler brachte es auf den Punkt: Dem Dienst fehlen schlicht die großen Hits, um ein solches Abo-System langfristig am Leben zu halten.“
🤣
Recht hat er ja, auch wenn er ne kontrovers Person ist.