Während ein geleaktes Memo von Xbox-CEO Asha Sharma lediglich das Scheitern der aktuellen Preispolitik einräumt, geht Branchen-Experte Joost van Dreunen einen Schritt weiter. Er spekuliert über die Integration von Werbemodellen nach dem Vorbild von Instacart – und sieht darin die Überlebenschance für die gesamte Abo-Industrie inklusive PlayStation Plus.
Das interne Dokument von Asha Sharma ist ein Eingeständnis der Krise. Bei einem Monatspreis von 30 US-Dollar für das höchste Game-Pass-Tier sei die Nachfrage „eingebrochen“. Doch während das Memo die strategische Ratlosigkeit bei Microsoft offenlegt, sieht der Analyst eine provokante Lösung. Seine These: Die gesamte Gaming-Branche könnte sich von der reinen Abhängigkeit von Spieler-Zahlungen lösen und zu einer werbegetriebenen Medienplattform transformieren.
Das „Instacart-Modell“ als Blaupause
Van Dreunen stützt seine Forderung auf Sharmas berufliche Vergangenheit. Als ehemalige COO von Instacart hat sie erlebt, wie Werbeeinnahmen zum profitabelsten Teil eines Unternehmens wurden. Der Analyst argumentiert, dass Xbox und auch die Konkurrenz bei Sony diesen Weg einschlagen könnten:
- Indirekte Monetarisierung: Wenn der Kunde die 30 Dollar nicht mehr zahlt, muss das Geld von Marken kommen. Van Dreunen schlägt vor, dass Microsoft (und perspektivisch Sony) den Zugang zu Inhalten durch Werbung subventionieren sollte.
- Die „Aufmerksamkeits-Lücke“: Gaming beansprucht etwa 13 % der Medienzeit, zieht aber nur 4 % der Werbebudgets an. Der Analyst zeigt auf, wie dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann, um die explodierenden Entwicklungskosten aufzufangen.
Auch wenn das Memo von Xbox stammt, betrifft die Analyse des Experten das gesamte Ökosystem. Auch PlayStation Plus kämpft mit einer Sättigung des Marktes. Die „Netflixisierung“ des Gamings ist laut van Dreunen an eine gläserne Decke gestoßen. Sein Vorschlag ist ein radikaler Bruch mit der bisherigen Konsolen-Kultur:
- Werbefinanzierte Einstiegstarife: Ein „Ultra-Low-Tier“ für ca. 6 EUR, das durch Werbeeinblendungen querfinanziert wird.
- Sponsored Storefronts: Publisher sollen für Sichtbarkeit im Store bezahlen – ein Modell, das im Mobile-Sektor und bei Amazon bereits Standard ist.
Analysten-Vision vs. Spieler-Realität
Der Zeitpunkt für diese Forderung ist kein Zufall. Mit der Ankündigung der Xbox Project Helix und den Gerüchten um die nächste PlayStation-Generation braucht die Industrie neue Geschäftsmodelle. Die Hardware-Verkäufe allein decken die Kosten nicht mehr, und die Spiele-Abos stagnieren. Die Logik klingt nüchtern: Drei Milliarden Menschen weltweit sind als Markt zu groß, um sie nur über teure Premium-Produkte anzusprechen. Die Monetarisierung dieser Massen könne nur indirekt über Werbung funktionieren.
Man muss klar unterscheiden: Asha Sharma hat bisher nur das Problem (den Preis-Schock) benannt. Die Lösung „Werbung“ ist die aggressive Einschätzung eines Marktbeobachters, der die Parallelen zu Sharmas Instacart-Erfolgen zieht.
Doch Analysten-Vorschläge wie dieser haben die Eigenschaft, in den Chefetagen Gehör zu finden, wenn die Quartalszahlen nicht mehr stimmen. Für uns Spieler bedeutet das: Die Ära der „werbefreien Zone“ Konsole steht vor ihrem Ende, weil Analysten wie van Dreunen den Konzernen vorrechnen, wie viel Geld sie durch ihre „kulturelle Zurückhaltung“ gegenüber Werbung liegen lassen.
Wünscht ihr euch mehr Werbung im Spiel oder im Abo-Modell, wenn es dafür günstiger wird?
Diese Analysten sind sowas von kulturell detached, die klnnen nur Excel-Tabellen, aber haben von tatsächlicher Rezeption und Markenwahrnehmung keine Ahnung.
Diese Branche hat ein ganz anderes Problem: Sie verballert Ressourcen in Produktion & Marketing, hat unrealistische Gewinn-Vorstellungen in einer Wirtschaftskrise, lebt kein kollaboratives Mindset und setzt stattdessen auf Hire & Fire, ist im kleineren Segment nicht fähig effektiv Strukturen aufzubauen und Ideen in eine vernünftige Form zu bringen, während sie in Großstrukturen Kreativität aussaugt statt zu fördern. Würden Kreativität und Mittel harmonischer zueinander finden, wäre das kostensparend, qualitätsfördernd und für die Zielgruppe ansprechend.
Werbung reinballern ist keine Strategie. Das ist primitives Hotfixing eines strukturellen Problems.
Man muss mal anders sehen: Ein Game für die Konsole kostet fast immer mehr als für einen PC. Die Hardware wurde vielleicht noch zu Beginn der aktuellen Generation subventioniert. Aber das dürfte in Anbetracht der verstrichenen Zeit nicht mehr der Fall sein. Als nächstes zahlen Konsolen-Gamer schon für den Online-Zugang. Das ist auch ziemlich viel Geld.
Dass die Server für Online Gaming so eteru im Unterhalt sein sollen, kann ich vor dem Hintergrund des kostenlosen Online-Gaming auf dem PC überhaupt nicht nachvollziehen.
Wenn dann auch noch Werbung auf dem Starbildschirm der Konsolen angezeigt wird – oder sogar in den Games, könnte ich mir ein anderes Hobby suchen.
Der letzte, der versucht hat, in spielen Werbung zu veröffentlichen, wurde von Steam aus dem store geworfen. Während die Spieler selbige spiele eher negativ kritisieren. Wenn du Werbeplakate mit McDonalds o.ä. hast kann das theoretisch funktionieren. Praktisch jedoch könnte es zu negativem Spieler Feedback kommen. Der Experte ist, in der gaming Branche, eher ein Laie. Gamer sind wesentlich negativer und extremer in Sachen Werbung. Und wenn man sich hier die Kommentare ansieht, bestätigt dass nur meine Aussage. Sollte Sony oder Microsoft darauf abzielen, Werbung auf zu zwingen, würden sie viele Abonnenten verlieren, ganz klar.
Werbung ist das bei mir zu erreichende Next Level an tolerierbarer Schmerzgrenze. Diese wird nicht geduldet. Das hat für mich ähnliche Wirkung & Tragweite wie Bevormundung bzw. Zensur mit dem Zusatz der vorsätzlichen Manipulation & Verdummung.
Wer mir Werbung aufzwingt, wird in sämtlichen Formen gemieden. Auf Lebzeit. Ohne Diskussion & ohne Kompromiss. Da hört der Spaß dann endgültig auf.
kurz Antwort: Ich will keine Werbung und würde vermutlich mittelfristig die Plattform meiden, die mich mit Werbung nervt. Und mich nervt wirklich jede Werbung!