Gaming im Autopilot? Auf PS5 und Xbox dominiert 2025 wieder die gleiche Top-5

Fortnite, Call of Duty, GTA: Auf PS5 und Xbox dominiert 2025 dieselbe Top-5 wie 2024. Stillstand im Gaming – oder bequemes Dauerabo?

Niklas Bender
Niklas Bender ist Editor-in-Chief bei PlayFront.de und Spezialist für kritische Spieleanalysen und Meinungsformate. Seit 2023 prägt er die redaktionelle Kante des Magazins mit pointierten Kommentaren und...

Fortnite auf Platz 1, Call of Duty dahinter, GTA wie ein alter Rockstar, der einfach nicht von der Bühne will. Roblox und Minecraft komplettieren das Bild. Klingt nach 2024? Richtig. Klingt nach 2025? Ebenfalls richtig. Zumindest, wenn man sich die meistgespielten Titel auf PS5 und Xbox in den USA anschaut.

Und nein, das ist kein Bug im Kalender. Das ist der Status quo, wie der Analyst Mat Piscatella leider feststellen muss. Gaming bewegt sich, aber offenbar im Kreis und wie ein Live-Service-Hamsterrad mit Battle Pass. Gaming ist nicht langweilig geworden, aber es ist nur verdammt bequem, und Bequemlichkeit ist der Endgegner jeder Innovation.

Live-Service: Die ewige Warmhalteplatte

Natürlich sind es alles Live-Service-Games. Fortnite ist längst kein Spiel mehr, sondern ein multimedialer Themenpark mit Waffen. Heute South Park, morgen wahrscheinlich als Skin überall. Call of Duty zählt praktischerweise gleich alle eigenen Teile zusammen – cleverer Marketing-Move und fast schon juristisch elegant. Wenn niemand zufrieden ist, spielt halt jeder etwas anderes. Hauptsache, es läuft im selben Launcher.

GTA wiederum ist der Beweis, dass man mit einem Spiel zwei Generationen, drei Konsolen und gefühlt fünf Leben füllen kann, solange GTA Online regelmäßig neue Spielzeuge ausspuckt. Dass das Original bald 13 Jahre alt ist, erscheint nebensächlich. Der Cashflow ist frisch.

Stillstand oder stille Mehrheit?

Die große Frage lautet nicht, warum diese Spiele oben stehen. Sondern warum andere es nicht schaffen, sie zu verdrängen. Battlefield 6 etwa fehlt komplett, trotz starker Verkäufe, guter Mundpropaganda und messbarer Abwanderung von Call of Duty-Spielern. In Europa war Battlefield 6 beim Launch sogar deutlich erfolgreicher als Call of Duty: Black Ops 7.

Dennoch reicht es nicht für die Top 5. Warum? Weil Aufmerksamkeit heute nicht mehr über Qualität läuft, sondern über Gewohnheit. Fortnite ist kein Spiel, das man startet, es ist ein Ort, zu dem man zurückkehrt. Roblox ist kein Titel, sondern eine Plattform. Minecraft kein Trend, sondern eine Generationserfahrung.

Komfort schlägt Neugier

Auf PS5 und Xbox zeigt sich damit ein klares Muster. Spieler probieren Neues aus, kehren aber immer wieder zu denselben Dauerbrennern zurück. Nicht aus Mangel an Alternativen, sondern aus Zeitökonomie. Wer nur zwei Stunden am Abend hat, investiert sie lieber in etwas Vertrautes, als sich in ein neues System einzuarbeiten.

Das ist nachvollziehbar, aber es erklärt auch, warum Publisher lieber bestehende Marken melken, statt Risiken einzugehen. Warum etwas Neues wagen, wenn Fortnite auch 2026 noch zuverlässig klickt?

Gaming ist nicht am Ende. Es ist nur sehr gut darin geworden, sich selbst zu wiederholen, mit immer besseren Skins, immer größeren Zahlen und immer lauteren Marketing-Versprechen. Die Kreativität ist da. Sie schafft es nur seltener an die Spitze der Charts. Vielleicht liegt es also weniger an der Industrie, sondern mehr an uns. Oder wir warten einfach auf GTA 6. Das hat schließlich schon bei zwei Konsolengenerationen wunderbar funktioniert.

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