Microsoft hält plötzlich wieder am Exklusiv-Kurs für kommende Schwergewichte wie „Gears of War E-Day“ und „Clockwork Revolution“ fest, doch der Markt glaubt nicht mehr an den Erfolg der Hardware. Sie werden zum Sterben veröffentlicht.
Vollwertige Exklusivität gegen die Gesetze des Marktes
„Gears of War: E-Day“ und „Clockwork Revolution“ bleiben laut Microsoft dauerhaft Xbox-exklusiv und erscheinen neben der Konsole nur für den PC via Steam. Das bestätigte Matthew Ball, der neue Chief Strategy Officer von Xbox. Damit widerspricht das Management den Gerüchten über eine Kehrtwende hin zu einer reinen Multiplattform-Strategie. Das Ziel der Konzernspitze lautet, jedes Jahr signifikante Exklusivtitel zu veröffentlichen, um die eigene Plattform zu stützen. Ein teures Unterfangen.
Marktanalyst Rhys Elliott von Alinea Analytics bewertet diesen Schritt als rein symbolische Geste, die wirtschaftlich nicht tragbar ist. Die Hardware-Basis der Xbox Series X ist im Vergleich zur Konkurrenz zu gering, als dass ein einzelner Exklusivtitel nennenswerte Konsolen-Verkäufe ankurbeln könnte. Vor allem bei einem geschätzten Budget von 400 Millionen US-Dollar.
Da die Spiele zeitgleich auf Steam erscheinen, wird der Anreiz für den Kauf einer Xbox-Konsole ohnehin komplett entkräftet. Die Titel fungieren laut Elliott als Bauernopfer für das Markenimage, und um die verbliebenen Fans zu beruhigen. Diese Art von Exklusivität kann sich Microsoft aus wirtschaftlicher Sicht einfach nicht erlauben, wenn man es realistisch betrachtet.
Die Realität der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Entscheidung, eine bereits in Entwicklung befindliche PS5-Version von „Gears of War: E-Day“ einzustampfen, kostet Microsoft direkte Umsatzmillionen. Über 90 Millionen PS5-Besitzer werden als potenzielle Käufer ignoriert. Branchen-Insider erwarten daher, dass die Exklusivität nur so lange hält, bis die ersten Quartalszahlen die fehlenden Erlöse offenlegen. Am Ende gewinnt immer die Excel-Tabelle. Das war schon immer so.
Gleichzeitig steht die Gaming-Sparte von Microsoft unter massivem Einspardruck. CEO Asha Sharma kündigte der Belegschaft bereits tiefgreifende Einschnitte für die kommenden 100 Tage an. Studios wie Double Fine, Compulsion Games, Arkane und Ninja Theory verhandeln Berichten zufolge über ihre Zukunft, während Schließungen und Entlassungen drohen. Der Versuch, das Xbox-Geschäft profitabel zu gestalten, kollidiert frontal mit den hohen Produktionskosten von AAA-Exklusivtiteln.
Exklusivität ist im Jahr 2026 für Microsoft ein Luxus, den sich die Hardware-Sparte eigentlich nicht mehr leisten kann. Wer eine Xbox oder einen PC besitzt, bekommt die Inhalte, wer auf der PS5 spielt, muss nur warten. Die Realität der Entwicklungsbudgets wird Microsoft zwingen, die Blockbuster verspätet doch auf die Konkurrenzkonsole zu bringen. Spätestens, wenn das Budget für das nächste Quartal fehlt.
