Ein Remake des Rollenspiel-Klassikers „Fallout: New Vegas“ befindet sich offenbar tatsächlich bei Bethesda in der Pipeline. Der bekannte Branchen-Insider NateTheHate bestätigte aktuelle Berichte über eine Neuauflage des Obsidian-Titels aus dem Jahr 2010 und bezeichnete die kursierenden Informationen als glaubwürdig.
Die Leak-Lage verdichtet sich
NateTheHate reagierte auf X direkt auf die Frage eines Nutzers nach der Existenz des Projekts. Seine Antwort fiel kurz aus: „Die vorherigen Gerüchte haben Substanz.“
Damit stützt er einen Bericht des Magazins Windows Central vom Anfang des Jahres. Die Redaktion meldete im Rahmen einer Xbox-Analyse, dass Bethesda nach dem Muster von „The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered“ aus dem Jahr 2025 verfährt. Nach dem primär erwarteten Remake von „Fallout 3“ steht auch New Vegas auf dem Plan für aktuelle Plattformen.
Microsoft drängt intern auf eine schnellere Taktung bei seinen zugkräftigen Marken. Zwischen dem letzten großen Singleplayer-Ableger „Fallout 4“ und dem kommenden „The Elder Scrolls VI“ klafft eine Lücke von weit über einem Jahrzehnt. Die Spiele-Engines von Bethesda sind für langwierige Produktionszyklen bekannt. Remakes sind hier das logische strategische Werkzeug, um die Marke ohne den massiven Aufwand einer Neuentwicklung auf PS5, Xbox Series X/S und PC präsent zu halten.
Technischer Rahmen und das Obsidian-Problem
Das originale „Fallout: New Vegas“ basierte auf der technisch notorisch instabilen Gamebryo-Engine. Auf der PlayStation 3 kämpfte der Titel mit massiven Speicher-Problemen, die Spielstände ab einer bestimmten Größe unspielbar machten. Ein Remake auf Basis der Creation Engine 2 oder eine Co-Produktion mit externen Studios wie Virtuos – wie schon bei Oblivion Remastered praktiziert – ist technisch zwingend erforderlich.
Unklar bleibt die Rolle des Original-Entwicklers. Obsidian Entertainment gehört heute zwar ebenfalls zu den Xbox Game Studios, ist aber voll mit eigenen Großprojekten ausgelastet. Game Director Josh Sawyer betonte in der Vergangenheit, dass er für ein neues Fallout bereitstünde, forderte dafür jedoch absolute kreative Freiheit. Ein reines Remake, das bestehende Assets und Quests modernisiert, spiegelt diesen Anspruch kaum wider. Die Entwicklung dürfte daher intern bei Bethesda oder einem spezialisierten Portierungs-Studio liegen.
Ein Fallout: New Vegas Remake ist aus Publisher-Sicht reine Logik, für Spieler aber ein Gewinn. Das Original leidet heute auf modernen PCs und Konsolen unter massiven Kompatibilitäts- und Stabilitätsproblemen. Erwartet kein von Grund auf neu erfundenes Rollenspiel, sondern ein technisches Grundgerüst auf dem Niveau des Oblivion-Remasters: stabile 60 Bilder pro Sekunde, zeitgemäße Render-Techniken und bereinigter Programmcode. Wer das beste Writing der Seriengeschichte ohne Abstürze erleben will, muss dieses Projekt im Auge behalten.
Sollte das genau so wie Oblivion Remastered durch Virtuos Studios entwickelt werden, gehe ich vom schlimmsten aus:
Ein aus technischer Hinsicht liebloses Desaster, welches ausschließlich als Cashgrab zum Vollpreis ausgelegt ist oder für eine jüngere Zielgruppe ohne Anspruchshaltung konzipiert wird.
Da man hier mit Oblivion bis heute innerhalb der Bringschuld sich befindet, gehe ich von beiden aus.