Gescheiterte Fortsetzung von The Order: 1886 – Ein verpasster zweiter Akt

The Order: 1886 – Die verpasste Chance? Warum Sony eine Fortsetzung ablehnte und wie ein Jahr mehr Entwicklungszeit alles hätte ändern können.

Mark Tomson
Als Inhaber und Managing Director von PlayFront.de prägt Mark Tomson die Vision einer unabhängigen Berichterstattung über die Welt von PlayStation. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen...

Es gibt Spiele, die mit einem Cliffhanger enden, nur damit die versprochene Fortsetzung nie erscheint. The Order: 1886 ist eines dieser tragischen Beispiele. 2015 als Exklusivtitel für die PlayStation 4 veröffentlicht, war es eines der ambitioniertesten Spiele seiner Zeit – eine cineastische Erfahrung mit atemberaubender Grafik, einer alternativen Geschichte im viktorianischen London und einer geheimen Bruderschaft, die gegen Werwölfe kämpft. Doch trotz seiner filmreifen Inszenierung verschwand die Marke in der Versenkung.

Was schiefgelaufen ist

Schon kurz nach dem Release war klar: The Order: 1886 spaltete die Spieler. Während die Grafik und die Atmosphäre gelobt wurden, hagelte es Kritik für die kurze Spielzeit, das lineare Gameplay und den hohen Fokus auf Quick-Time-Events. Viele sahen das Spiel mehr als Tech-Demo für die PS4 als vollwertiges Spielerlebnis. Hinzu kam, dass das Marketing eine weit größere spielerische Freiheit suggerierte, als das fertige Produkt letztlich bot.

Der Mitbegründer von Ready At Dawn, Andrea Pessino, hat sich zum gescheiterten Versuch des inzwischen geschlossenen Studios geäußert, eine Fortsetzung von The Order: 1886 zu entwickeln. In einem Interview mit MinnMax erklärte Pessino, dass nicht die Verkaufszahlen, sondern die Kritiken ausschlaggebend für Sonys Entscheidung gegen eine Fortsetzung waren. „Sony ist eine sehr stolze Gruppe und das zu Recht. Wenn die Kritikerreaktion nur in den 70ern gewesen wäre, hätten wir die Fortsetzung gehabt, davon bin ich überzeugt. Nur ein paar Punkte mehr und es wäre okay gewesen.“

Ein Franchise mit ungenutztem Potenzial

Das ist besonders bitter, weil das Spiel vielversprechende Grundsteine legte. Das düstere Steampunk-Setting, die epische Lore und die offenen Story-Fäden hätten einen perfekten Ausgangspunkt für eine Fortsetzung geboten. Das Ende des Spiels deutete an, dass die Hauptfigur Sir Galahad noch eine offene Rechnung mit der Bruderschaft hatte. Eine Fortsetzung hätte die Fehler des ersten Teils ausbügeln und aus The Order ein echtes Kult-Franchise machen können.

Ein weiteres Problem sei die enge Entwicklungszeit gewesen. Laut Pessino wurden viele der subtileren narrativen Elemente herausgeschnitten, um den Zeitplan einzuhalten. „Wir brauchten mindestens ein weiteres Jahr, aber wir haben es nicht bekommen, also dachten wir: schneiden, schneiden, schneiden.“

2018 wäre ein realistisches Startfenster für die Fortsetzung gewesen, die sogar einen Mehrspielermodus enthalten hätte. Eine Fan-Theorie, wonach das Spiel im Jahr 1986 spielen sollte, dementierte Pessino jedoch. Trotz der ambitionierten Ideen blieb The Order: 1886 letztlich ein einmaliges Experiment ohne Fortsetzung.

Gibt es noch Hoffnung?

In einer Zeit, in der immer mehr Spiele eine späte zweite Chance erhalten (Alan Wake 2, Dead Space Remake), bleibt die Hoffnung, dass The Order: 1886 vielleicht doch noch zurückkehrt. Sony besitzt weiterhin die Rechte, doch ohne den ursprünglichen Entwickler wird es schwer. Vielleicht erlebt der Titel eines Tages ein Comeback – aber bis dahin bleibt The Order: 1886 ein Paradebeispiel für eine gescheiterte, aber vielversprechende Spiele-Serie.

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Crydog
1 Jahr zuvor

Hammer Spiel von vorne bis hinten. Hätte man ein wenig Ressourcen/survivor Management ins Spiel eingefügt(nach resi Vorbild) hätte das spiel Potentialgehabt. Das einzige was dem spiel vorwerfen kann ist das 21:9 bildverhältniss bzw. Die 30fps was man mit einem remaster leicht fixen könnten

pray
1 Jahr zuvor
Reply to  Crydog

Jeder Dreck bekommt remaster oder Remakes sogar sowas wie until dawn aber the order, resistance, killzone 2+3, infamous etc werden alle liegen gelassen.

Sony möchte kein Geld…. zumindest nicht mit guten Spielen verdienen.

Lieber verspätet den live Service Träumen hinterher jagen und die open world Formel totreiten…. Dazu superhelden spiele aber nur spider man, sonst hat man keine anderen Lizenzen xD

Da ist nichts mehr 4the players….

pray
1 Jahr zuvor

Wenn man mal bedenkt dass die Spiele heute alle total in die Länge gezogen sind und immer nur aus irgendwelchen fetchquests bestehen in den man irgendwie denselben Mist erledigen muss, dazu immer wieder dieselben Copy und paste Gegner und zum Beispiel eine Spielzeit von 30 Stunden, 50 Stunden oder mehr z.B das letzte God of War (Ragnarok), es ist schon traurig und unnachvollziehbar, dass so ein geiles Spiel wie the Order sich damals nicht besser verkauft hat und auch nicht besser bewertet wurde. Wie gesagt ein Kritikpunkt bei der gamepro war damals, dass man nicht erkennen könne, wann es Spiel und wann es eine Sequenz alsp cutscene ist.

Bei god of war, wurde das sepbe argument dann mit einmal als positivbeispiel aufgezählt, das sagt schon alles.

Das Spiel war von Anfang bis Ende einfach verdammt gut, der cliffhang am Ende war leider etwas frustrierend, aber auch genial weil er einfach eine Aussicht auf das gegeben hat, was noch hätte kommen können und das war einfach verdammt gut inszeniert!

ich hatte von Anfang bis Ende total den Spaß und eine verdammt gute Zeit mit dem Spiel, war schon etwas traurig als es vorbei war. Das solche geilen Ideen nicht fortgesetzt werden gerade mit der Technik von heute, aber alles noch besser aussehen würde, man das noch geiler inszenieren könnte (ohne Open World, ohne tausend neben Mission, ohne 50 oder 100 Stunden Spielzeit)…

Dann lieber Geld in Concorde stecken oder bungir kaufen! XD

Crydog
1 Jahr zuvor
Reply to  pray

Ja sehe es wie du man kann es auch mit last of us vergleichen da läuft man auch von einer cut Szene zu nächste nachdem man den Bereich geklärt hat. Und last of us gilt bei Presse spielerisch als Meisterwerk,sehe ich nicht so

pray
1 Jahr zuvor
Reply to  Crydog

100%… bei the order war es zu langweilig und zu geradlinig bei the last of us ist sowas dann miteinmal cool und filmisch. Es wird halt gefühlt immer gewürfelt bzw mann erzeugt heute einen Hype und dann ist vorneherein klar, dass spiek muss gut sein, ist ja vom uncharted Team und last of us 1 war doch ach so gut. Neutral rangehen auf keinen fall!! Die Leute schlucken das und kaufen dann.alles wieder Politik, naughty dog sind ja die „guten“ und druckmann kann sich alles erlauben, auch wenn er das Studio ruiniert hat.

War bei der gewaltdiskussion damals das selbe. Bei detroit became human hat man ein fass aufgemacht, wollte boykottieren und hat quantic dream (entwickler) in die Ecke gedrängt. Bei last of us 2 (selber Zeitpunkt) war dann diese viel heftigere und unmenschliche gewalt bei der draufgehalten wird aber voll ok ist ja naughty dog….Teil 1 war doch soooo toll….alles durchgewunken.

Dazu spielerisch einfach nur flach und mechanisch katastrophal. Aber hey 10/10

Hat schon seinen Grund warum die pc Spieler die playstation Titel links liegen lassen. Die reden sich das nicht schön, weil sie nicht müssen. Es sind ein paar Spiele unter vielen. Für die only ps User ist es die hauptmahlzeit und dann muss man es abfeiern.

Ich werde mir echt keine ps6 kaufen, Sony liefert 0 ab…. ps5 gen pure Enttäuschung

McFly
1 Jahr zuvor

Es hatte eine Top Optik und Atmosphäre. Leider hatte das Gameplay nicht genug Abwechslung und wurde ab der Mitte bis zum Ende eher nervig, als das es Spaß gemacht hätte. Diejenigen die behaupten, das Ding wäre von vorne bis hinten top, haben es selbst nicht gespielt und sich maximal Gameplay Videos angesehen.

pray
1 Jahr zuvor

Geiles Spiel, Hammer Grafik und damals einfach nur mind blowing es hat Spaß gemacht, es war spannend, das Setting war der Knaller und es war so verdammt geil aus! Das war next Generation! Leider kamen dann so super intelligente Tester wie bei der Gamestar an und meinten als negativ Punkt auf zählen zu müssen, dass nicht ersichtlich wäre wann es sich um eine Sequenz und wann ist es schon Gameplay handelt man hat sich wirklich gewagt so etwas als negativ Punkt aufzuzählen! Danach ging es dann los mit den ganzen möchtegern das Cinema Games von Sony und alles ist Drama Drama Drama geworden. Stadt Last of Us 2 Remake Remake vom Remake until Dawn Remake etc hätte ich viel lieber ein resistance hier gehabt, ein Nachfolger zu die Order, eine richtig richtig geiles neues in famous auf der PS5… Sony könnte so knallerspiele abliefern. Stattdessen hat man sich nur um uncharted/ Last of Us, Horizon God of War gekümmert und alles andere verrotten lassen.

Resistance ist so gut, die Leute betteln für bloodborne 2, the order hat so viel Potenzial und infamous ist besser als spider man vor allem kreativer und spaßigen….

Schade…

Fahri Bulduk
1 Jahr zuvor

Da müsste ein zweiter Teil her um wenigstens die Story zu beenden ich fand das Spiel großartig und sein geld wert

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