Ghost of Yōtei zeigt Sonys neues Dilemma: Gute Spiele, geringe Wirkung

Ghost of Yōtei verkauft sich millionenfach, verpasst aber Charts, Awards und Top-Plätze im Store. Warum Sonys Exklusivstrategie 2025 ins Wanken gerät.

Mark Tomson
Als Inhaber und Managing Director von PlayFront.de prägt Mark Tomson die Vision einer unabhängigen Berichterstattung über die Welt von PlayStation. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen...

Ghost of Yōtei hat sich weltweit über 3 Millionen Mal verkauft und wurde für Weltgröße und Grafik gefeiert. Trotzdem verpasst das Spiel Awards, Jahresrankings und die Spitzenplätze im PlayStation Store: Ein Warnsignal für Sony?

Als direkter Nachfolger von Ghost of Tsushima hatte Ghost of Yōtei große Erwartungen zu schultern. Technisch liefert Sucker Punch ab, beeindruckt mit einer weitläufigen Open World, sauberer Performance und starken Bildkompositionen. Die Kritiken fielen ebenfalls überwiegend positiv aus, auch in unserem Review. Und dennoch ging der Titel bei den The Game Awards 2025 komplett leer aus und taucht nicht in den Top 10 des Metacritic-Jahresrankings auf. Für ein PlayStation-Flaggschiff ist das mehr als nur ein Schönheitsfehler.

Die Zahlen zeigen ein anderes Bild

Ein Blick auf die offiziellen Download-Charts des PlayStation Store macht das Problem greifbar. Laut PlayStation Blog landete Ghost of Yōtei 2025 in den USA und Kanada auf Platz 9 der meistgeladenen PS5-Spiele. In Europa reichte es nicht einmal für die Top 10 – Platz 11.

Hier dominieren Titel wie Call of Duty: Black Ops 7, Battlefield 6 oder Arc Raiders, die sogar später erschienen, aber deutlich davor liegen. Selbst Forza Horizon 5 – über 5 Millionen Verkäufe und eigentlich ein Xbox-Aushängeschild – rangiert in Europa höher.

Ghost of Yōtei kam erst im Oktober auf den Markt, doch das Argument trägt nur begrenzt, wenn spätere Releases schneller vorbeiziehen. In Nordamerika war die Performance etwas stabiler, blieb aber ebenfalls hinter Multiplayer-Shootern und etablierten Dauerbrennern wie GTA V zurück, die seit Jahren konstant die Charts dominieren.

Ein Trend, der Sony Sorgen machen muss

Ghost of Yōtei steht nicht allein. Death Stranding 2 schaffte es weder in den US- noch in den EU-Top-20. 2025 war klar ein Jahr der Multiplayer-Spiele, keine Frage. Doch dass hochbudgetierte Singleplayer-Exclusives auf Sonys eigener Plattform an Relevanz verlieren, ist neu.

In den Diskussionen rund um Ghost of Yōtei taucht immer wieder ein zentraler Punkt auf, wonach viele Spieler schlicht Ghost of Tsushima 2 wollten. Keine thematische Verschiebung, keinen Bruch in Ton oder Fokus, sondern eine direkte Weiterentwicklung dessen, was 2020 funktioniert hat. Ghost of Yōtei ist handwerklich solide, fühlt sich für einen Teil der Community aber eher wie ein erzwungener Richtungswechsel an, und nicht wie die Fortsetzung, auf die man gewartet hat.

Das eigentliche Problem von Ghost of Yōtei ist somit nicht seine Qualität, sondern das Erwartungsmanagement. Sony und Sucker Punch haben ein Spiel veröffentlicht, das bewusst anders sein will – in einer Phase, in der viele Spieler genau das Gegenteil wollten: Verlässlichkeit. Wer jahrelang auf eine Ghost of Tsushima-Fortsetzung wartet, reagiert auf Experimente nicht automatisch mit Begeisterung.

Das Spiel deswegen als Flop zu bezeichnen, ist sicherlich nicht der Fall, aber auch kein System-Seller. Es verkauft sich respektabel, erzeugt aber keinen kulturellen Druck mehr, den man früher von PlayStation-Exclusives kannte. Wenn Sony daran festhalten will, müssen diese Spiele wieder mehr sein als „sehr gut produziert“. Sie müssen Gespräche dominieren, nicht nur Technikdiskussionen.

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tcsystem
24 Tage zuvor

Ich bin scharf auf das Spiel, kaufe es mir aber nicht weil es sowieso Ende des Jahres in Playstation plus Abo kostenlos angeboten wird. Wie auch etliche andere exklusives davor.
Ist eher ein Problem des Abo Models

27 Tage zuvor

Für mich persönlich ist GoY einfach viel zu teuer. Arc Raiders hat mich nur 30EUR gekostet und unterhält mich hunderte Stunden. Single Player Games wie GoY unterhalten deutlich kürzer für mehr als den doppelten Preis

SkylineDS85
28 Tage zuvor

Ich könnte im Strahl kotzen wenn ich schon lese das Titel wie COD, BFS 6 und andere Multiplayer ADHS verseuchte Grütze ganz oben stehen weil die heutigen Kiddis kein gutes Story Spiel mehr erkennen würden auch wenn es ihnen direkt in die Fresse schlägt. Dazu kommt noch das ein Streichholz eine größere Aufmerksamkeitsspanne hat als der durchschnittliche COD Spieler der wahrscheinlich bei so einem Spiel jede Sequenz in Rekordzeit skippen würde um sich ja kein Dialog anhören zu müssen.

Unknown critic
28 Tage zuvor

Ghost of Yotai is not a „good game“ Im Gegenteil es zeigt was alles falsch läuft. Und wenn es „kein Flop“ ist warum wurden dann alle DLC abgesagt, der CEO auf Anweisung von Sony entlassen sowie andere Mitarbeiter?? Hier widersprechen sich einige Sachen sehr stark. Ein „gutes Spiel“ rechtfertigt nicht so etwas. Ebenfalls hat Sony direkt nachdem rauskam das das Kontroverse „Woke“ Yotai kein Hit wird und hinter Ghost of Tshushima zurück bleibt, angeordnet, dass das ebenfalls aus den gleichen Gründen Kontroverse Spiel Intergalactic von Naughty Dog umgehend Sony eine Demo vorlegt, was zu Überstunden beim Studio führte? Kann überall im Internet sehr leicht recherchiert werden. Andere Medien haben ebenfalls darüber berichtet. Und keiner nennt es ein „Gutes Spiel“ selbst bei den Game Awards ging Yotai leer aus was bei einem „guten Spiel“ wohl kaum möglich wäre.

somrow
28 Tage zuvor

Das Spiel hat sich im Oktober 3,3 Millionen mal verkauft. Daraus wird im Artikel: „Ghost of Yōtei hat sich weltweit über 3 Millionen Mal verkauft.“

Ja, das Spiel ist bei den Game Awards leer ausgegangen. Aber das gilt ebenso für andere große Titel.

Nachdem Astrobot letztes Jahr gewonnen hat, soll Sony jetzt also in Zugzwang sein? Na ja.

Wenn man Yoteis Verkaufszahlen nach einem Monat mal vergleicht mit denen eines PS4-Systemsellers wie Bloodborne, dann fällt das Fazit zugegebenermaßen eindeutig aus. Und zwar zugunsten von Ghost of Yotei.

Sportspiele, Multiplayer und Shooter räumen auf der Playstationaktuell alles ab, aber ist das auf Xbox anders?

Ich bin dankbar für Ghost of Yotei und Death Stranding 2, das waren für mich Highlights. Sind diese Titel vom gleichen Kaliber wie die letzten beiden God of War oder Zelda? Nee. Aber muss das denn? Sehe ich nicht…

Major
28 Tage zuvor

Typischen open world bloat gibts mittlerweile einfach wie sand am meer. Endlich dreht sich die stimmung dazu etwas, wenn auch schwerfällig.

LoneStar
28 Tage zuvor

Wennes die Redaktion nicht auf den Punkt bringt tue ich es. Yotai war ein nettes Spiel. Aber die Leute wollten eine Tsushima Fortsetzung. Ganz einfach. Aber es ist ja mode den Fans nicht zu geben was sie sich wünschen. Mich wundert dann nur warum alle über die niedrigen Verkaufszahlen rätseln.

Crydog
28 Tage zuvor
Reply to  LoneStar

Naja haben das schon zig mal gesagt aber dann ist man plötzlich frauenfeindlich,sexistisch,rasitsch etc. War doch die selbe die Debatte mit yasuke in ac shadows. Dort wollten alle einen japaner spielen( ja natürlich noe ist eine aber sie kann nicht alle moves).
Und bei yotai ist die sache ganz einfach man hätte entweder die jin story weiter erzählen sollen (weil sie war noch nicht zu ende er wollte auf das Festland) oder wenn man schon eine figur etablieren wollte dann hätte man das setting wechseln sollen also ein anderes Land. Denn neben der Figur die keiner spielen will hat das spiel such kaum Neuerungen in vergleich zu tushima bzw. Die es hat,hat man nicht anderes genug umgesetzt. Waffen ersetzen die Haltungen man könnte auch reskin sagen,warum hat man nicht einfach beides benutzt wie bei ronin? Den wolf rufen gabs im ersten teil auch so ähnlich man konnte z.b die Hunde der Mongolen bändigen ergo auch nicht neues bzw. Auch nicht konsequent man kann jetzt den wolf zwar rufen aber dafür muss man auf der Gitarre spielen,was man leicht vergessen kann,warum nicht eine Option geben damit immer da ist? Will damit sagen das man mit yotai ein Schritt voran geht und doch dann wieder zwei zurück in vergleich zu tushima. Bestes beispiel die story selbst ja sie ist gut inszeniert aber eine rache story die gefühlt in jeden ubisoft spiel vorkommt? Da war der erste teil viel besser und Originaler. Ein Samurai der sein Kodex und ehre aufgibt und zu einen shinobi wird

Crydog
28 Tage zuvor
Reply to  Crydog

Um sich gegen die Mongolen zu behaupten.

LoneStar
15 Tage zuvor
Reply to  Crydog

Und vor wenigen Jahren wären diese ganzen -ist Beschimpfungen auch wirkungsvoll gewesen. Seit es offensichtlich und offiziell ist, dass Entscheidungen aus männlichen Helden weibliche zu machen usw. rein politischer Natur sind, bricht dieses ganze Narrativ zusammen.
Es ist so geworden dass Produzenten (vor allem im Entertainment) den Leute nicht geben was sie wollen sondern ihnen geben was sie derer Meinung nach brauchen.

Zu Yotai. Statt sich auf neue Inhalte zukonzentrieren waren die halt damit beschäftigt das Spiel auf weiblich um zukrempeln. Also alles neu ohne die gleiche Zeit wie bei Tsushima zubhaben. Bei Ideologie bleibt Kreativität auf der Strecke.

Ich hätte auch gerne eine Fortsetzung gesehen. Ich hatte das Gefühl die Story geht erst richtig los. Aber wer will heute noch Geld verdienen?

X8BL
29 Tage zuvor

Solche Spiele brauchen gute Storys und eine Identität. Der Titel könnte genausogut von Ubi sein, womit beides schon mal hinfällig wäre.

Crydog
29 Tage zuvor

Oder eventuell hat gohst die politische Diskussion geschadet und bei death stranding 2 ist so ne sache das gameplay zündet nur beim ersten mal richtig weil es was neues was. Der zweite teil war zwar besser als der erste mehr Möglichkeiten im gameplay aber dennoch wie eine Wiederholung und die story habe ich nicht so gefühlt war aufgesetzt. Man hat richtig gemerkt das es kein zweiten teil hätte es geben sollen

SirTehra
27 Tage zuvor
Reply to  Crydog

Es hätte auch kein ersten Teil geben müssen. Nein Spaß. Aber das gameplay ist absolut spezifisch und definitiv ein Liebhaber Kram. Das zündet nachvollziehbar nicht bei jedem. Und auch die Story des 1. Ist ein bis zum Ende durch choreographietes uberdrehtes Theaterstück ala Kojima. Das mag man halt oder nicht, der zweite hat halt konsequent weiter erzählt und jetzt nicht zwingend einen neuen mega mindblow ins Leben gerufen

RobAcid
29 Tage zuvor

Wenn die Konkurrenz Titel sich besser verkaufen, wie deine eigenen, sollte man sich schon mal drum sorgen.
Denke aber nicht, dass es bei Sony großes Interesse weckt, da sie nunmal mit Hardware Geld machen.

LoneStar
28 Tage zuvor
Reply to  RobAcid

Eigentlich verkaufen sie ihre Konsolen zumindest Anfangs mit Verlust und holen es sich über Spieleverkäufe wieder rein.

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