Ubisoft benötigt einen Sieg. Stattdessen gibt es Entlassungen, Kürzungen und ein Projekt, das bereits vor der offiziellen Ankündigung massiv Federn lässt. Gemeint ist „Ghost Recon Project OVR“ und womöglich sogar das Splinter Cell Remake.
Das nächste Ghost Recon mit dem Codenamen „Project OVR“ sollte die Wende bringen. Geplant als radikale Rückkehr zu den Wurzeln, setzt der Titel auf die First-Person-Perspektive und ein unverbrauchtes Setting. Die Realität im Jahr 2026 sieht jedoch düsterer aus als der Dschungel von Vietnam.
Ubisoft hat bei Red Storm Entertainment über 100 Stellen gestrichen. Das Studio war maßgeblich für die taktische DNA der Serie verantwortlich. Damit verliert „Project OVR“ wertvolle Expertise in der Kernentwicklung.
Die Konsequenz folgt prompt. Der Umfang der Projekte liegt über dem Budget und wird laut Berichten von Insider-Gaming zusammengestrichen, um den Release-Zeitraum im Herbst 2026 halten zu können. Das Management priorisiert die Einhaltung des Fiskaljahres vor der Qualität des Endprodukts. Es ist ein bekanntes Muster. Ein Spiel, das als „kritisch für den Erfolg“ eingestuft wird, verliert durch Budget-Schnitte seine Substanz. Der Fokus liegt nun auf Schadensbegrenzung statt auf Exzellenz.
Taktik-Anspruch trifft auf die Budget-Schere
Die Faktenlage bleibt trotz der internen Turbulenzen dünn, aber präzise. „Project OVR“ nutzt die Unreal Engine 5 und zielt auf eine düstere, moralisch graue Erzählweise ab. Im Zentrum steht ein fiktiver Konflikt im modernen Vietnam. Singleplayer-Kampagne und Koop-Elemente bilden das Fundament.
Berichte aus dem Umfeld der Entwicklung bestätigen jedoch, dass bereits jetzt Features gestrichen werden. Die Umstrukturierung bei Red Storm reißt Lücken in den Zeitplan, die nicht mehr durch bloßen Fleiß zu füllen sind. Ubisoft versucht, die Erwartungen der Investoren zu bedienen, während das Produkt unter der Last der Einsparungen ächzt. Am Ende steht oft ein Rumpf-Release, der womöglich erst über Jahre gesundgepatcht werden muss. Wenn das Studio dann noch existiert.
Ubisoft opfert die Vision von „Project OVR“ auf dem Altar der Quartalszahlen, bevor überhaupt der erste Trailer flimmert.