Rockstar Games kommt in diesen Tagen nicht zur Ruhe, um sich auf die Fertigstellung von GTA 6 zu konzentrieren. Dieses Mal nicht wegen des Spiels an sich, sondern wegen interner Konflikte. Die Independent Workers’ Union of Great Britain (IWGB) hat diese Woche beim Arbeitsgericht in Glasgow interimistische Unterstützung für entlassene Rockstar-Mitarbeiter beantragt.
34 Entwickler wurden im vergangenen Jahr gefeuert, was laut Rockstar Games wegen Leaks zu kommenden Spielen geschah, laut Gewerkschaft aber möglicherweise wegen Gewerkschaftsaktivitäten.
Gewerkschaftsaktivitäten als Kündigungsgrund?
Die Auseinandersetzung hatte Proteste vor den Büros von Rockstar North in Edinburgh und Take-Two in London ausgelöst. Die IWGB argumentiert, die Mitarbeiter hätten ausschließlich in geschützten Gewerkschaftskanälen kommuniziert. Sollte das Gericht den Antrag auf interimistische Wiedereinstellung akzeptieren, könnten die Entwickler zurück auf die Gehaltsliste und erhielten ihre Arbeits- oder Aufenthaltsgenehmigungen wieder.
Rockstar Games hingegen betont, die Entlassungen hätten nichts mit Gewerkschaften zu tun, sondern seien auf Verstöße gegen die Geheimhaltung zurückzuführen. Ein firmenspezifischer Discord-Kanal sei öffentlich gewesen und habe auch Konkurrenten und Journalisten beherbergt. Jeder Leak von Informationen zu kommenden Titeln könne laut Rockstar Games erhebliche Schäden verursachen – finanziell wie kreativ.
Leaks, die jetzt an Plausibilität gewinnen
Interessant wird die Debatte, wenn man die angeblichen GTA 6-Leaks betrachtet, die zuvor im Netz geteilt wurden. Die kürzlich gefeuerten Entwickler sollen genau diese Informationen weitergegeben haben. Zu den mutmaßlichen Features zählen:
- Sechs-Sterne-Wanted-System
- Beziehungssystem ähnlich dem Ehren-System von Red Dead Redemption 2
- Gewicht- und Unterwassermechaniken
- Dual-Protagonist-System (Jason und Lucia)
- Dead-Eye-artige Fähigkeit für Jason
- NPC-Reaktionen auf Waffenhaltung
- Gore- und Verstümmelungssystem
- Limitierte Waffenauswahl und männliche Stripper
Auch die früheren Leaks über neue Mechaniken zur Bedrohungs- und Itemerkennung sowie detailliertes Durchsuchen von Locations scheinen durch die Umstände der Entlassungen an Gewicht zu gewinnen. Offizielle Bestätigungen fehlen zwar noch, dennoch deutet die zeitliche Koinzidenz stark darauf hin, dass Rockstar Games hier mit echten Spielinhalten zu tun hatte.
GTA 6 in kritischer Phase
Für die Community ist die Situation zweischneidig. Einerseits zeigen die Leaks ein spannendes Bild von GTA 6, das viele innovative Mechaniken andeutet. Andererseits wirft der öffentliche Rechtsstreit ein Schlaglicht auf das Unternehmen. Rockstar Games steht ständig unter Beobachtung, wie es mit Mitarbeitern und internen Informationen umgeht. Spieler hingegen sollten sich bewusst sein, dass die nun bestätigten Leaks womöglich ein realistisches Bild des Spiels zeigen, wobei die Details weiterhin mit Vorsicht zu genießen sind.
Es bleibt somit spannend, nicht nur wegen des Spiels selbst, sondern auch wegen der Entwicklungen hinter den Kulissen. Die Gerichtsverhandlungen könnten nicht nur die Zukunft der betroffenen Entwickler, sondern auch die Wahrnehmung von Rockstar Games langfristig beeinflussen. Angeblich steht sogar der Release von GTA 6 am 19. November auf der Kippe, da laut Branchenkennern die Inhalte weiterhin nicht finalisiert wurden.
Die aktuellen Streitigkeiten um entlassene Entwickler bestätigen zumindest indirekt, dass viele frühere Leaks zu GTA 6 plausibel sind. Ob sich dies alles auf den Marketingplan und den Release auswirken wird, bleibt abzuwarten.

