In Edinburgh haben in den vergangenen Tagen ehemalige Rockstar Games-Mitarbeiter öffentlich gegen ihren früheren Arbeitgeber protestiert. Vor dem Hauptquartier von Rockstar North und anschließend vor dem schottischen Parlament machten sie ihrem Unmut über Entlassungen und problematische Arbeitsbedingungen in der Pre-Production von GTA 6 Luft.
Mehr als 30 Angestellte aus Edinburgh, Dundee, Lincoln und Toronto wurden Ende Oktober gekündigt, ein Schritt, den die Independent Workers Union of Great Britain als gezielten Angriff auf gewerkschaftliche Bestrebungen einstuft. Rockstar und Mutterkonzern Take-Two bestreiten dies und führen die Kündigungen auf schwerwiegendes Fehlverhalten zurück, darunter angebliche Leaks von vertraulichen Informationen über Discord.
„Unmenschliche Bedingungen“ bei Rockstar Games
Ein ehemaliger Entwickler erklärte bei der Kundgebung, Rockstar Games sei zu einem „internationalen Konzern gewordenen Maschinerie, die Milliarden für Aktionäre generiert, während menschliche Kosten ignoriert werden“. Der Fokus auf GTA 6 und dessen erwartete Milliardengewinne stehe in starkem Kontrast zu ausgebrannten Mitarbeitern, beendeten Karrieren und existenzieller Unsicherheit. Besonders die Kündigungen während Paternity Leave und die Folgen für finanzielle und familiäre Planung stünden exemplarisch für diese Probleme.
Jack, ein ehemaliger QA-Mitarbeiter, schilderte, wie er und seine Kollegen sich zunächst unsicher fühlten, eine Gewerkschaft zu unterstützen. „Ich dachte, durch den Beitritt könnte ich ins Visier geraten. Niemand sollte so etwas am Arbeitsplatz fürchten müssen“, sagte er. Die Entlassungen hätten nicht nur berufliche, sondern auch persönliche Folgen, inklusive drohender Ausreise aus dem eigenen Land für einige Betroffene.
Eine Branche im Blick
Die Protestierenden machten deutlich, dass es sich nicht um ein isoliertes Problem handle: „Dies ist ein branchenweites Thema“, hieß es. Die Forderung nach stärkerem Arbeitnehmerschutz sei dringend notwendig. Unterstützung erhielten die Demonstranten auch von einem Mitglied des schottischen Parlaments sowie einem Regierungsvertreter, die die Gewerkschaft und die entlassenen Mitarbeitenden öffentlich unterstützten.
Die Ereignisse werfen ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen in großen AAA-Studios, die trotz Milliardenumsätze oft auf Überstunden und prekäres Arbeiten setzen. Für Spieler heißt das nicht nur ein Blick hinter die Kulissen von GTA 6, sondern auch eine kritische Frage: Welcher Preis wird für die nächste Blockbuster-Produktion gezahlt?

