Microsoft hat den für die State of Play eingeplanten Trailer zum Remake von „Halo: Combat Evolved“ in letzter Sekunde zurückgezogen. Die Entscheidung der neuen Konzernführung hinterlässt mit dieser Rückwärtsrolle verbrannte Erde in der Zusammenarbeit mit Sony und entblößt schneller als erwartet die tiefen Risse in der Plattform-Politik des Xbox-Herstellers.
Vertragsbruch im Schnittraum kostet Sonys Vertrauen
Sony stand kurz vor der Ausstrahlung des Events mit einem leeren Sendeplatz da. Ein Bloomberg-Bericht von Jason Schreier bestätigt jetzt erneut den kurzfristigen Entzug des Videomaterials durch die neue Xbox-Chefin Asha Sharma. Die Absage wirbelte das Programm durcheinander und hinterließ eine Lücke im Portfolio der Show. Sony reagiert offenbar recht verärgert auf die Sabotage, da solche Manöver die geschäftliche Zuverlässigkeit zerstören.
Gleichzeitig wurde der fast fertige PlayStation 5-Port von „Gears of War: E-Day“ komplett gestrichen. Die Kehrtwende kommt in dem Fall spät. Zu spät für einen reibungslosen Ablauf. Zu spät für ordentlich geplantes Marketing. Dennoch bleibt der Veröffentlichungstermin für das Halo-Remake auf der PlayStation 5 unverändert. Der Titel erscheint am 28. Juli 2025.
Die Notbremse der neuen Xbox-Führung
Die Reaktion aus Redmond ist aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar. Die Multiplattform-Offensive unter Phil Spencer brachte nicht die erhofften Ergebnisse und der jüngste Finanzbericht weist trotz der Veröffentlichungen auf Konkurrenzsystemen lediglich ein Gewinnplus von mageren 3 Prozent aus. Die Strategie der totalen Öffnung hat die eigene Marke entwertet, ohne die Kassen nennenswert zu füllen. Die neue Führung korrigiert nun die Altlasten der Vorgänger.
Das Vorführen der wichtigsten Xbox-Ikone auf einer Sony-Veranstaltung hätte den verbliebenen Kern der eigenen Hardware-Käufer wohl endgültig verprellt. Microsoft versucht zu retten, was noch zu retten ist. Die Marke Xbox braucht Exklusivwerte für die eigene Hardware. Halo auf einer PlayStation-Show wäre der symbolische Offenbarungseid gewesen. Sharma zieht die Reißleine und nimmt den Schaden im Verhältnis zu Sony offenbar in Kauf.
Das Beziehungsdrama der Konzerne ist für den Endkunden sicherlich irrelevant. Die Verträge stehen. „Halo: Combat Evolved“ erscheint im Juli für die PlayStation 5, unabhängig davon, auf welchem YouTube-Kanal der Trailer zuerst lief. Das Hin und Her zeigt lediglich, dass Microsofts Führung derzeit chaotisch agiert und aus dem entschlossenen Kurs immer mehr Unsicherheiten auf den Spieler zukommen.

Halo soll bald wieder komplett Exclusive sein. Genauso wie alles andere aus’m Hause XBOX.
Third-party Titel sind egal, die darf SONY haben.
Mal sehen wie lange. Sie haben ja jocht ohne Grund die Exklusivität fallen lassen. Der finanzielle Schaden war aufgrund der geringen Hardwarebasis zu hoch.