Techland hat auf der Gamescom erstmals Dying Light: The Beast spielbar gezeigt, ein Projekt, das ursprünglich als Erweiterung für Dying Light 2 gedacht war und sich jetzt als eigenständiges Spiel präsentiert. Im Kern bleibt es aber das, was die Serie seit Jahren ausmacht: Parkour, Nahkampf gegen Horden von Untoten und die bekannte Tag-und-Nacht-Dynamik.
Ich konnte zwei Missionen ausprobieren, die exemplarisch zeigen, wohin die Reise geht: klassische Zombie-Gefechte, bei denen man mit improvisierten Waffen, Parkour-Manövern und Kyle Cranes neuem „Beast Mode“ für Chaos sorgt. Neu ist vor allem der Story-Aufhänger: Crane wurde von einem wahnsinnigen Wissenschaftler gefoltert und experimentell verändert. Das Ergebnis ist ein Protagonist, der mehr aushält, brutaler zuschlägt, und dabei den Mythos „sie wollten ihn brechen, sie erschufen ein Biest“ aufgreift. Klingt nach Klischee, passt aber erstaunlich gut ins Dying Light-Universum.
Zwischen Vertrautem und kleinen Neuerungen
Im Hands-On fühlte sich Dying Light: The Beast an wie ein „Best-of“ der Reihe. Das Parkour-System ist gewohnt dynamisch und erlaubt nach wie vor spektakuläre Bewegungen über Dächer, Wände und Balkone. Kämpfe sind physikbasiert, brutal und abwechslungsreich – Gliedmaßen fliegen, Zombies krachen in Hindernisse, und die Waffenpalette reicht von Gasrohren bis zu mittelalterlichen Schwertern. Dazu kommen erstmals Fahrzeuge und ein stärkerer Fokus auf Feuerwaffen, was für mehr taktische Möglichkeiten sorgt. Ein Highlight in der Demo war natürlich der Flammenwerfer, der in den dunklen Stunden so richtig beeindruckt.
Die Demo führte mich in die Region Caster Woods, inspiriert von alpinen Bergdörfern. Visuell hübsch angelegt, mit engen Gassen und vertikalen Flächen, die Parkour-Fans mögen werden. Gleichzeitig wirkt die Grafik aber in die Jahre gekommen. Schon Dying Light 2 konnte technisch nicht mehr ganz mithalten, und das merkt man hier erneut. Die Detailarbeit der Entwickler ist zwar beeindruckend (etwa kleine Easter Eggs in der Umgebung), doch der grafische Sprung bleibt aus.

Survival bleibt der Kern
Auch wenn es durch den „Beast Mode“ spektakuläre Momente gibt, bleibt der Grundton klar: Survival statt Hack’n’Slash. Wer mit Schusswaffen oder Krach zu sorglos umgeht, zieht Schwärme von Zombies an. Munition, Ausdauer und Ressourcen wollen gut eingeteilt sein. Besonders bei Nacht, wenn die gefürchteten Volatiles auftauchen, kippt die Stimmung in Richtung Horror – Flucht statt Konfrontation ist dann oft die bessere Wahl.
Genau hier zeigt sich die Stärke der Serie: die Balance zwischen Freiheit und Gefahr. Ob ich durch Caster Woods schleiche, mit Parkour über Dächer flüchte oder in letzter Sekunde den Beast Mode zünde – das Spiel erzeugt immer wieder diese kleinen „Überlebensgeschichten“, die Spieler seit dem ersten Teil schätzen.
Bekanntes Spiel, neue Verpackung
Nach meinem kurzen 15-Minuten Hands-On bleibt der Eindruck: Dying Light: The Beast ist weniger eine Revolution, sondern eher ein verfeinertes Spin-off. Wer mit Dying Light 2 Spaß hatte, bekommt hier mehr Story, neue Waffen und die Rückkehr von Kyle Crane, inklusive frischer Fähigkeiten.
Allerdings: Wer auf einen grafischen Neustart gehofft hat, wird enttäuscht. Das Spiel wirkt solide, aber nicht mehr zeitgemäß. Für Fans, die einfach noch einmal in die Mischung aus Parkour, Survival und Zombie-Horror eintauchen wollen, dürfte es trotzdem eine spannende Rückkehr sein.
Ob es reicht, um über den Status „ursprünglich DLC“ hinauszuwachsen, wird erst das fertige Spiel im September zeigen.