Hands-On: inZOI – Der bessere Sims-Ersatz oder nur hübsches Wunschdenken?

inZOI Preview: Eindrücke von der Gamescom 2025. Kann die neue Lebenssimulation wirklich Sims Konkurrenz machen? Wir haben den Editor und Gameplay getestet.

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Mark Tomson
Als Inhaber und Managing Director von PlayFront.de prägt Mark Tomson die Vision einer unabhängigen Berichterstattung über die Welt von PlayStation. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen...

Ich geb’s zu: inZOI war eines der letzten Spiele, für die ich auf der Gamescom noch irgendwie Zeit freigeschaufelt habe. Zwischen Terminen, Ständen und dem üblichen Messewahnsinn hatte ich dieses Projekt von Krafton (ja, die PUBG-Leute!) irgendwie auf meiner „Wenn-mal-Luft-ist“-Liste geparkt. Aber irgendwas an diesem Konzept – diese Mischung aus Lebenssimulation, Open World und fast schon PlayStation-Home-Reinkarnation – hat mich dann doch gereizt.

Und siehe da: Nach einer knappen Session bin ich vorsichtig euphorisch. Nicht alles glänzt, aber verdammt viel wirkt moderner, detailverliebter und einfach frischer als das, was Maxis uns seit Jahren als „neuen Sims-Teil“ verkauft.

Durchdrängeln für 20 Minuten Glitzer

Zuerst das Offensichtliche: Der Stand war riesig. Richtig schick, mit LED-Wänden, City-Kulissen und mehr Anspielstationen, als man bei einem „Simulator“ vermuten würde. Also mit PR-Pass durchgedrängelt und mein virtuelles Ich gebaut.

Schon der Einstieg macht deutlich, worauf Krafton besonderen Wert legt: Personalisierung. Der Charakter-Editor bietet eine enorme Bandbreite an Frisuren, Kleidungsstilen und Gesichtsanpassungen. Anders als in vielen anderen Simulationen sehen die Avatare hier weniger nach Comic aus, sondern wirken stilisierter-realistisch. Die Kleidungsoptionen wirkten modern, urban und stimmig. Mods oder zig DLCs braucht es dafür erstmal nicht. Für eine erste Demo war das schon erstaunlich vielfältig.

Alltag in der Spielwelt: Glaubwürdiger als gedacht

Nach der Editor-Phase ging es in eine vorbereitete Wohnung. Die Basics wie Kochen, Duschen oder Putzen funktionieren erwartungsgemäß, allerdings wirken die Animationen schon jetzt flüssiger, als man es von Genre-Konkurrenten gewohnt ist. Kleine technische Macken fielen zwar auf – mal schwebt ein Gegenstand unpassend, mal wirkt eine Reaktion hölzern –, aber für eine frühe Demo ist das verzeihbar.

Spannender fand ich, wie nahtlos die Spielfigur von der Wohnung in die Außenwelt wechseln konnte. Keine Ladebildschirme beim Verlassen der eigenen vier Wände, ein klarer Fortschritt gegenüber Sims 4. Das lässt die Welt sofort lebendiger wirken.

Auch die Spielumgebung selbst machte Eindruck: Straßenzüge, Cafés, kleine Shops, alles wirkt weniger statisch und stärker als echte Stadt gebaut. Ob die Welt am Ende wirklich groß genug ist, um langfristig zu fesseln, muss sich noch zeigen.

Mehr als nur Sims oder nur der erste Eindruck?

Ein großer Unterschied zu den klassischen Lebenssimulationen: inZOI legt offenbar Wert auf eine gewisse Social-Komponente. Spielerfiguren wirken selbstständiger, interagieren mit ihrer Umgebung und greifen sogar zum Smartphone, um sich zu orientieren. Das wirkt modern und passt ins Jahr 2025.

Ob es später auch echte Multiplayer- oder Community-Features geben wird, ist noch offen. Aber schon jetzt fühlt sich inZOI ein bisschen an wie eine moderne Mischung aus Sims und dem längst eingestellten PlayStation Home. Eine Plattform, die nicht nur Simulation ist, sondern auch sozialer Treffpunkt sein könnte.

Baumodus, Langzeitmotivation und offene Fragen

Noch nicht wirklich zu sehen war der Baumodus. Für viele Fans eines der wichtigsten Features überhaupt. Auch wie sehr die Welt über die erste Demo hinaus ausgebaut wird, bleibt offen. Werden Shops, Jobs und soziale Events eine echte Rolle spielen? Oder bleibt es am Ende bei einer hübschen Kulisse?

Dazu kommt die Frage nach der Monetarisierung: Während Sims mittlerweile fast ausschließlich über DLCs lebt, hat Krafton bisher noch kein klares Modell vorgestellt. Das wird entscheidend, wenn inZOI mehr sein will als eine Nischen-Alternative.

Mein erster Eindruck: inZOI könnte tatsächlich das erste Spiel seit Jahren sein, das Sims ernsthafte Konkurrenz macht. Es ist grafisch moderner, im Handling flüssiger und wirkt in vielen Details zeitgemäßer. Natürlich ist es noch weit von Release-Reife entfernt, Bugs und fehlende Features inklusive. Aber die Grundlage stimmt. Ein weiterer Pluspunkt von inZOI: Als neues Konzept wirkt es deutlich zugänglicher als die aktuelle Sims-Reihe. Es ist nicht überladen mit unzähligen DLCs oder komplexen Menüs, sondern bietet einen klaren Einstiegspunkt für neue Spieler. Wer sich erstmal in einer lebendigen Lebenssimulation ausprobieren möchte, ohne sofort an Erweiterungen oder Modifikationen denken zu müssen, findet hier eine angenehm schlanke, aber dennoch vielseitige Basis.

Wenn die Entwickler konsequent weiterarbeiten und nicht in Monetarisierungsfallen tappen, könnte inZOI das werden, was sich viele seit Jahren wünschen: eine echte, ernsthafte Alternative zur ewigen Sims-Reihe und ein neues PlayStation Home. inZoi erscheint Anfang 2026 für PS5. Übrigens zusammen mit dem Island Getaway-DLC, der jüngst angekündigt wurde.

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