Die Mortal Kombat Legacy Kollection ist kein billiger Nostalgie-Abklatsch, sondern eine sorgfältig kuratierte Sammlung, die Respekt vor der Geschichte zeigt und sie spielbar macht. Auf der Gamescom 2025 konnten wir erstmals, wenn auch sehr kurz, Hand anlegen, und es ist sofort klar: Das hier ist mehr als ein simples „Best of“-Bundle.
Eine Zeitreise ohne Warner Bros.
Überraschung Nummer eins: Die Kollektion wurde von Digital Eclipse und ohne direkte Beteiligung von Warner Bros. umgesetzt, die sonst das Franchise verwalten. Das Ergebnis wirkt dadurch fast wie ein Fanprojekt, nur eben mit dem professionellen Anspruch, die Spiele nicht einfach wiederzuveröffentlichen, sondern mit Bedacht zu restaurieren.
Die Auswahl deckt die komplette klassische Ära bis 2003 ab – von Mortal Kombat (1992) über Ultimate Mortal Kombat 3 bis hin zu den eher vergessenen Ablegern wie Special Forces oder den Game Boy Advance-Versionen. Besonders interessant sind seltene Varianten wie WaveNet Ultimate MK3, die außerhalb von Spielhallen kaum jemand gespielt hat, sind jetzt offiziell zugänglich.
Restaurierung mit Feingefühl
Viele Retro-Sammlungen scheitern daran, moderne Komfort-Features einzubauen, ohne das Original zu verfälschen. Hier ist es anders, wie der Entwickler in einem Einwurf betont.
- In Mortal Kombat 1 kann man direkt Reptile freischalten, ohne kryptische Bedingungen zu erfüllen.
- In der PlayStation-Version der Mortal Kombat Trilogy wurden die damals künstlich verlängerten Ladezeiten entfernt. Im Ergebnis läuft das Spiel flüssiger als je zuvor.
Das zeigt, wie tief Digital Eclipse in den Code gegangen ist. Anstatt nur ROMs zu emulieren, wurde spürbar Arbeit investiert, damit die Spiele heute so laufen, wie sie eigentlich gemeint waren.

Krypta, Museum und Retro-Charme
Neben den Spielen selbst ist die Krypta das Herzstück der Kollektion. Dort gibt es Interviews, seltene Artworks von John Tobias und sogar Scans von Magazinen, eine Art virtuelles Museum, das die Kultur um Mortal Kombat dokumentiert. Für Veteranen ein Fest, für Neulinge ein Crashkurs in Spielegeschichte.
Auch optisch geht es authentisch zu. Filter simulieren Röhrenfernseher, Rahmen reproduzieren Arcade-Gehäuse. Wer mag, schaltet alles ab und spielt in klarer HD-Präsentation. Ergänzt wird das Ganze durch einen Trainingsmodus mit Move-Liste, der gerade für schwierige Fatalities Gold wert ist.
Spannend ist auch der geplante Online-Modus. Statt Ranglisten setzt man auf Casual-Matches, Zuschauermodus und frei organisierbare Turniere. Das könnte für Community-Events perfekt sein, ohne den Druck von Rankings. Ob der Netcode wirklich mithält, lässt sich allerdings bisher nicht bewerten. Die Testserver waren zur Gamescom schlicht nicht aktiv.
Ein Geschenk an Fans
Die Mortal Kombat Legacy Kollection wirkt wie ein Projekt, das endlich verstanden hat, was Spieler von Retro-Paketen erwarten: Authentizität, Respekt vor der Vorlage und smarte Komfort-Features. Dass selbst obskure Versionen enthalten sind, macht es zu einer echten Zeitkapsel.
Mir fehlt aktuell nur ein Ranglistenmodus, um das Online-Potenzial voll auszuschöpfen. Und natürlich bleibt die moderne Ära ab 2004 außen vor, die man sich vielleicht für eine zweite Sammlung aufhebt. Aber schon jetzt fühlt sich das Paket wie ein Geschenk an alle an, die Mortal Kombat in den 90ern aufgesogen haben.
Wenn die Server live gehen, schauen wir uns den Netcode und die Community-Funktionen genauer an. Bis hierhin gilt: Digital Eclipse liefert keine Nostalgie-Masche, sondern ein spielbares Museum.
Ja bin noch unschlüssig ich warte bis es 20€ kostet. 40€ ist für mich etwas zu hoch da ich nur Interesse an mk trilogy habe