Die Gamescom 2025 hat einige interessante Titel hervorgebracht, aber nur wenige hinterlassen nach einem Hands-On so einen bleibenden Eindruck wie Phantom Blade Zero. Ich hatte die Gelegenheit, das Action-Rollenspiel eine Stunde persönlich anzuspielen – und ja, es lohnt sich, genauer hinzuschauen.
Eine düstere Welt zwischen Steampunk und Kampfkunst
Phantom Blade Zero versetzt Spieler in die Stadt Wulin, eine trostlose, straftende Welt, in der jeder Fehler sofort bestraft wird. Ihr übernehmt die Rolle von Soul, einem Dunklen Räuber, der vom „Orden“ verbannt wurde. Der Protagonist ist in einen Rachefeldzug verwickelt, denn der Patriarch des Ordens wurde ermordet, Soul dafür verantwortlich gemacht und nur ein mystischer Heiler hält ihn am Leben, allerdings nur für 66 Tage. Das Spiel erzählt also nicht nur eine klassische Rachegeschichte, sondern kombiniert sie mit einem strikten Zeitlimit, das für zusätzliche Spannung sorgt.
Optisch setzt der Titel auf einen tiefen, dunklen Artstyle mit starken asiatischen Einflüssen und Steampunk-Elementen. Gegner und Umgebungen sind detailliert gestaltet, die Grafik beeindruckend, wie man es mittlerweile von großen Spielen aus Asien gewohnt ist. Die Inszenierung der Kämpfe, die Gegneranimationen und die Präsentation insgesamt sind schlicht bombastisch.
Kämpfen wie in einem Kung-Fu-Film
Ein besonderes Highlight: Die Kampfchoreographie wurde von Kenji Tanigaki entwickelt, einem Meister der klassischen Kampfkunst-Filme. Jede Bewegung von Soul wurde physisch gescannt und anschließend von Hand ins Spiel übertragen, wie man vor Ort verriet. Das Ergebnis ist ein Kampfsystem, das sofort eingängig wirkt, sich aber genug Tiefe bewahrt, um erfahrene Soulslike-Spieler zu fordern.
Das Kampfsystem ist taktisch, aber auch zugänglich: Wer einfach draufhaut, kommt manchmal genauso weit wie der vorsichtige Spieler, der auf Paraden und Konter setzt. Besonders spannend ist die Möglichkeit, Waffenstile miteinander zu kombinieren, was flüssige und brachiale Combo-Ketten erlaubt. Soul kann zwei Haupt- und zwei Nebenwaffen aus über 30 Haupt- und 20 Nebenwaffen auswählen. Die Variationen eröffnen unterschiedliche Spielstile – vom aggressiven Angriff bis zum geschickten Konter.
Die Kämpfe fühlen sich „lebendig“ an: Man kann attackieren, während Gegner angreifen, ohne dass die Animationen stocken. Timing und Stance-Wechsel werden belohnt, und die Gegnerreaktionen variieren je nach Waffe und Typ. Das sorgt dafür, dass die Kämpfe nie monoton wirken, sondern permanent fordern und motivieren.

Herausfordernd, aber spaßig
Mechanisch bleibt das Spiel teilweise klassisch Soulslike. Der Fokus liegt klar auf den Kämpfen, wohin das Auge reicht. Gegnerhorden, größere Zwischengegner, Bossfights. Alles aufwendig inszeniert und konsequent, aber manchmal leicht frustrierend und nach dem Trial-and-Error-Prinzip aufgebaut, bis man Erfolg hat. Dennoch ist das Spielgefühl extrem rund, die Steuerung präzise, und die Belohnungen für das Besiegen von Gegnern lohnen sich in Form von Waffen, Artefakten, Rüstungen oder Fähigkeiten.
Einsteiger werden nicht überfordert, während Hardcore-Fans ausreichend Herausforderung finden. Die Level sind handgefertigt, sauber ausbalanciert und teilweise optional, sodass selbst erfahrene Spieler beim ersten Durchlauf längst nicht alles entdecken. Gleichzeitig zeigt die Gameplay-Demo deutlich, dass es auch 2025 noch Spiele gibt, die den Fokus konsequent auf Action legen, ohne sich von einer emotional aufgeladenen Story ablenken zu lassen. Etwas, das man bei westlichen Produktionen dieser Art immer mehr vermisst.
Ein weiterer „Soulslike“-Hit in Sicht
Phantom Blade Zero kombiniert „Soulslike“-Kämpfe mit einer filmreifen Umsetzung chinesischer Kampfkunst, einer düsteren Steampunk-Welt und einer klaren, zugänglichen Storyführung. Der Entwickler verwendet den Begriff „Soulslike” jedoch nicht gerne, da sich das Spiel nur teilweise daran bedient und nicht konsequent genug ist, wie es beispielsweise bei Dark Souls der Fall ist. Trotz kleiner Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit und der linearen Levelstruktur macht das Spiel unfassbar viel Spaß. Es hat das Potenzial, eines der Höhepunkte der kommenden Monate zu werden.
Wer auf taktische Kämpfe, Kung-Fu-Action und eine stimmige, optisch beeindruckende Welt steht, sollte Phantom Blade Zero unbedingt auf dem Radar haben.


Es wurde gesagt das es kein soulslike ist,wieso wird es hier dann wieder so kommuniziert.
Ihr stiftet nur Verwirrung.
Ich finde gut das es soviele waffen gibt für ein double A spiel je ungewöhnlich meisten nimmt man nur eine waffengatung und baut diese aus. Ich bin Fan von spielerischen Abwechslung aber der optischen z.b ist für mich keine andere waffengaut wenn man aus ein katana dann zwei hält oder das selbe mit pistolen es müssen wirklich um andere waffen handeln