Hela bringt das „Shade System“: Koop-Modus ohne Freunde

Hela bringt mit dem Shade-System frischen Wind in den Koop: Spiele allein oder mit Freunden – ganz ohne Einschränkungen. Erscheint 2026.

Lukas Neumann
Als leidenschaftlicher Gamer und Analyst begleitet Lukas Neumann die Entwicklung der PlayStation-Ökosystems bei PlayFront.de. Sein journalistischer Fokus liegt auf der Aufbereitung komplexer Branchenthemen und dem Testen...

Mit Hela arbeitet ein Teil des ehemaligen Unravel-Teams an einem neuen Abenteuer, das auf den ersten Blick nach einem weiteren „cozy indie platformer“ aussieht, und dann mit erstaunlich viel Eigenständigkeit überrascht. Mäuse, Magie und nordische Wälder – klingt nach Kinderbuch, ist aber eines der interessantesten Indie-Projekte für 2026.

Entwickelt wird Hela vom 30-köpfigen Studio Windup Games, angeführt von Unravel-Schöpfer Martin Sahlin. Das Team bleibt seinen Wurzeln treu: Statt bombastischer Fantasy oder Hightech-Sci-Fi geht es wieder in die Naturm buchstäblich. Studioleiter Alexander Benitez beschreibt die Idee im Interview mit DualShockers so: „Für Menschen in Schweden ist die Verbindung zur Natur Teil des Alltags. Wir wollen Spielern dieses Gefühl zurückgeben, die kindliche Freude am Erkunden, am Spielen im Wald.“

Ein Koop-Spiel, das auch allein funktioniert

Genau hier scheint Hela seinen Zauber zu entfalten und setzt auf eine Mischung aus physikbasiertem Plattforming, Teamarbeit und freiem Entdecken. Ob allein oder mit bis zu vier Spielern, das Spiel soll sich organisch anfühlen, wie ein improvisiertes Abenteuer unter Freunden. Wer allein spielt, muss auf Koop-Rätsel nicht verzichten. Dafür sorgt das sogenannte „Shade System“, das virtuelle Kopien der Spielfigur erzeugt, um fehlende Mitspieler zu ersetzen. Klingt simpel, ist aber eine smarte Lösung, die Solo-Spieler endlich nicht mehr benachteiligt.

Diese Idee passt perfekt zur Philosophie des Spiels. Benitez beschreibt Hela als Spiel über Selbstbestimmung – über das Loslassen von festen Zielen und das pure Erkunden um seiner selbst willen: „Wir wollten ein Spiel schaffen, in dem du hingehen kannst, wohin du willst, und das tun, worauf du Lust hast. Spielen nur um des Spielens willen.“ Klingt nach einer fast vergessenen Tugend, und nach einer wohltuenden Abkehr vom Gamification-Wahnsinn, der selbst Indie-Titel inzwischen mit XP-Systemen und Checklisten überzieht.

Natur, Magie und ein Hauch Unravel

Optisch erinnert Hela stark an Unravel, nur diesmal in 3D und mit deutlich mehr Bewegungsfreiheit. Die Mäuse sind flink, charmant animiert und tragen magische Rucksäcke, mit denen sie gleiten, schwingen oder Brücken erschaffen können. Diese Mechanik soll laut Benitez unzählige kreative Kombinationsmöglichkeiten bieten, vor allem im Koop-Modus, wenn vier Spieler gleichzeitig mit ihren „Frosch-Rucksäcken“ durch die Wälder segeln.

Inhaltlich ist Hela kein reines Märchen, sondern eine Art Hommage an die skandinavische Folklore, ohne sie plump zu kopieren. Statt bekannter Sagengestalten steht eine „freundliche Hexe“ im Zentrum, die über Land und Tiere wacht. Natur, Magie und Gemeinschaft verschmelzen so zu einem stillen Kommentar über Umweltbewusstsein, ohne pädagogisch zu wirken.

Hela erscheint 2026 für PC, PS5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2.

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