Hideo Kojima: Fast hätte es ein First-Person-Metal Gear gegeben

Hideo Kojima verrät bei DICE, dass er mit Vince Zampella fast ein First-Person-Metal-Gear entwickelt hätte – warum das die Serie verändert hätte.

mark author
By
Mark Tomson
Als Inhaber und Managing Director von PlayFront.de prägt Mark Tomson die Vision einer unabhängigen Berichterstattung über die Welt von PlayStation. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf technischen...

Hideo Kojima hat bei der DICE in Las Vegas ein Detail aus seiner Karriere öffentlich gemacht, das selbst langjährige Metal Gear-Fans überrascht. Kurz nach dem Release von Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots im Jahr 2008 führte Kojima intensive Gespräche mit Vince Zampella (Respawn) über ein mögliches First-Person-Metal Gear Solid.

Das Projekt kam offensichtlich nie über das Konzeptstadium hinaus, doch allein die Idee zeigt, wie offen die Serie damals war. Inzwischen ist die Chance auf die Zusammenarbeit beider Veteranen unmöglich geworden.

Ein radikaler Bruch mit der DNA von Metal Gear

Metal Gear Solid 4 galt 2008 als technisches und erzählerisches Meisterwerk auf der PlayStation 3. Third-Person-Gameplay, filmische Inszenierung und taktisches Schleichen waren fest in der Marken-DNA verankert. Ein kompletter Wechsel in die Ego-Perspektive hätte dieses Fundament damals infrage gestellt.

Zwar nutzte die Reihe bereits zuvor First-Person-Elemente – etwa zum Zielen oder Beobachten –, doch ein vollständig aus dieser Perspektive spielbares Metal Gear wäre ein struktureller Umbruch gewesen. Schleichen funktioniert in der Ego-Sicht anders, Übersicht geht verloren und Spannung entsteht technischer, weniger über Raumgefühl. Genau darin hätte aber auch der Reiz gelegen.

Warum ausgerechnet Vince Zampella?

Zur gleichen Zeit arbeitete Vince Zampella bei Infinity Ward an Call of Duty: Modern Warfare 2. Technisch wie spielerisch war er einer der prägenden Köpfe moderner Shooter-Designs. Ein Austausch zwischen Kojima und Zampella erschien daher nur logisch: zwei Entwickler mit vollkommen unterschiedlichen Design-Philosophien, aber ähnlichem Anspruch an Präzision und Inszenierung.

Kojima sprach beim DICE-Event respektvoll über Zampella, der Ende 2025 bei einem Autounfall in Kalifornien ums Leben kam. Laut Geoff Keighley bestätigten beide, dass es „viele Diskussionen“ über das Projekt gab – mehr Details existieren nicht. Das spricht eher für ein frühes Gedankenspiel als für konkrete Prototypen.

Chance oder Identitätsverlust?

In Fan-Kommentaren wird die Idee kritisch gesehen. Viele argumentieren, Metal Gear funktioniere nur in der Third-Person-Perspektive. Das ist nachvollziehbar, aber nicht zwingend richtig. Ein First-Person-Metal Gear hätte neue technische Lösungen erfordert: anderes Leveldesign, stärkeres Sound-Cue-System und eine präzisere KI. Der Entwicklungsaufwand und das Risiko wären hoch gewesen.

Rückblickend ist es plausibel, dass Kojima sich dagegen entschied. Die Serie stand bereits unter enormem Erwartungsdruck, und ein Perspektivwechsel hätte die Community spalten können. Interessant bleibt jedoch, dass genau Zampella Kojima Jahre später beim Aufbau von Kojima Productions unterstützte – der kreative Austausch endete also nicht mit dieser Idee.

Share This Article

SplitScreen Radio Podcast

Die aktuelle Show mit Jonas & Bene: Gaming-Insights, Analysen und News.

Community-Talk

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
1 Kommentar
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
Crydog
12. Februar 2026 15:46

Ich dachte weil kojima an motion sicness leidet deswegen gibt es keine ego Perspektive. Ich für mein teil bevorzuge die third Person egal welche gerne. Es sieht einfach besser aus wenn man die figur sehen kann so machen aus skins mehr sinn. Spielerisch finde ich auch das es besser ist besonders bei kletter Passagen hat man mehr Übersicht

1
0
Dein Kommentar dazu interessiert uns!x