Highguard hat ein Strukturproblem, und Wildlight weiß es. Nur wenige Tage nach Release wurde der ursprünglich geplante 3v3-Ansatz aufgeweicht, jetzt ist klar: Der getestete 5v5-Modus bleibt dauerhaft im Spiel. Eine ungewöhnlich schnelle Entscheidung, die vor allem zeigt, dass die aktuelle Lage keinen Spielraum für Experimente lässt.
Schon beim Launch war absehbar, dass sechs Spieler pro Match zu wenig sind. Die Karten wirkten leer, Gefechte zogen sich, und das Tempo kippte. Für einen kompetitiven First-Person-Shooter ist das Gift. Entsprechend kam der 5v5-Test weniger als Feature-Upgrade rüber, sondern als Schadensbegrenzung.
Warum 5v5 für Highguard sinnvoll ist
Rein spielerisch ergibt die Umstellung Sinn. Mehr Spieler bedeuten mehr Druckpunkte, klarere Fronten und weniger Leerlauf. Highguard profitiert davon, weil seine Maps und Waffen offensichtlich auf größere Gefechte ausgelegt sind. Flanken werden relevanter, Fehler schneller bestraft, Matches fühlen sich dichter an.
Wildlight selbst spricht von einer „fairly even split“ zwischen 3v3 und 5v5 während des Testzeitraums. Das ist kein genereller Neustart, aber ausreichend, um den Schritt zu rechtfertigen. In den sozialen Netzwerken wird der Modus vor allem als zugänglicher beschrieben – weniger Leerlauf, weniger taktisches Warten, und mehr unmittelbare Action.
Was allerdings fehlt sind belastbare Zahlen. Weder zur Spielerbindung noch zur tatsächlichen Auswirkung auf Matchlängen oder Abbruchquoten gibt es konkrete Daten.
Das eigentliche Problem bleibt unangetastet
So sinnvoll 5v5 ist, es löst nicht Highguards Kernproblem. Die Spielerzahlen sinken weiter, Streaming-Präsenz ist faktisch nicht vorhanden, und selbst die langfristige Roadmap konnte bislang kein Vertrauen aufbauen. Ein neuer Modus ersetzt somit auch kein fehlendes Momentum.
Der holprige Start nach monatelanger Funkstille, die negative Stimmung rund um die Präsentation und ein Release ohne klaren USP wirken weiter nach. 5v5 macht Highguard spielerisch runder, aber nicht automatisch relevanter. Neue Spieler kommen nicht wegen besserer Teamgrößen, sondern wegen klarer Identität, stabilem Support und sichtbarer Community.
Highguard spielt sich mit 5v5 so, wie es vermutlich von Anfang an hätte sein sollen. Ob das reicht, um den Abwärtstrend zu stoppen, ist fraglich. Der Entwickler betonte zuletzt, dass sich das Bild über das Spiel zum Positiven wendet, sobald man es mehrere Stunden gespielt und tatsächlich verstanden hat.




Hoffe es wird irgendwann wirklich eine SP Kampagne geben. Dann installiere ich das Spiel wieder 🙂